Sondersitzung

Bezirksausschuss streitet über Fußgängerzone Sendlinger Straße

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Endspurt: Am 18. Oktober fällt im Stadtrat die Entscheidung, ob die Sendlinger Straße dauerhaft zur Fußgängerzone wird. Unter welchen Bedingungen steht noch nicht fest.

Altstadt: Der BA stimmt dem Beschlussentwurf zu, aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Am 18. Oktober entscheidet der Stadtrat darüber, ob die Sendlinger Straße dauerhaft zur Fußgängerzone (Fuzo) wird. Nun hat der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel in einer Sondersitzung über den Beschlussentwurf Sendlinger Straße diskutiert. In einem Punkt waren sich alle einig: Der Entwurf ist nicht zufriedenstellend. Dennoch sprach sich der BA am Ende für die Vorlage aus – allerdings unter bestimmten Bedingungen.

Der BA möchte vollumfänglich bei der baulichen Umgestaltung der Straße miteinbezogen werden und fordert vor Planungsbeginn einen Beteiligungsworkshop unter anderem für Anwohner und Geschäftsleute. Die Viertelpolitiker wünschen sich, dass die Sendlinger Straße nicht allen anderen Fußgängerzonen in der Stadt gleichgestellt wird. Nach Auffassung des Gremiums wurden die bestehenden Regeln für Fuzos in München als Totschlag-Argument im Papier des Planungsreferats genutzt. Mit diesem wären Bürger-Wünsche nach beispielsweise längeren Anlieferzeiten abgeschmettert worden. „Wirklich mit den Bürgern auseinandergesetzt haben sie sich nicht“, so Blum.

Zudem fordert der BA ein gesamtheitliches Verkehrskonzept, dass die Straßen rund um die Fuzo miteinbezieht. „Für den Umgriff der Sendlinger Straße muss eine gute Lösung gefunden werden. Insbesondere, was die Parksituation in der Hackenstraße angeht“, betonte Weigler.

Vor der Entscheidung gab es eine lange Diskussion. Stefan Blum und Wolfgang Neumer von der CSU-Fraktion lehnten den Entwurf für die Fuzo ab. „Die Fußgängerzone kommt, das können wir nicht mehr verhindern“, sagte Blum. Dennoch solle der BA gegen den Entwurf stimmen. „Denn wir stellen Forderungen und die werden anders gar nicht erst gehört“, so Blum. „Im Entwurf steht, dass der BA bei der baulichen Umgestaltung miteinbezogen wird“, sagte Andrea Stadler-Bachmaier (Grüne).
Demnach sei es nicht nötig, extra gegen den Entwurf zu stimmen, nur damit man Gehör finde. Stadler-Bachmaier, Jürgen-Peter Pinck (SPD) und Norbert Weigler (Grüne) waren für die Fuzo, hatten aber Ähnliches zu bemängeln wie ihre Kollegen aus der CSU.
Jörg Hoffmann (FDP) brachte die Idee ein, statt einer Fußgängerzone eine „Begegnungszone“ zu verlangen, in der sowohl Fußgänger als auch Fahrzeuge verkehren dürften. Der Vorschlag wurde aber schnell von allen Seiten als unrealistisch abgetan. laf

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