Besonders alarmierend: Jeden Tag werden in der Stadt neue Fälle bekannt

Bedrohliche Schmiererei: Täglich neue Fälle und immer mehr rechte Parolen

Hauswände, Parkbänke, Stromkästen: Die Anzahl der Graffiti und Schmierereien nimmt stetig zu.
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Hauswände, Parkbänke, Stromkästen: Die Anzahl der Graffiti und Schmierereien nimmt stetig zu.

München – Verschmierte Hauswände wo weit das Auge reicht – Doch damit nicht genug: Deutlicher und häufiger denn je wird damit in der Stadt rechter Hass zum Ausdruck gebracht

Graffiti und Schmierereien in München nehmen gravierend zu. Im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel. Alarmierend: Der dabei oft zum Ausdruck gebrachte rechte Hass. Hakenkreuze werden an eine Arztpraxis und eine Polizeiinspektion gesprayt und in Bäume geritzt. Auf einer Parkbank im Forstenrieder Park prangen gleich fünf Hakenkreuze, der Schriftzug „I Herz Hitler“ und eine antisemitische Parole. Quasi jeden Tag werden aktuell in München neue Fälle bekannt.

„Wir beobachten, dass rechte Übergriffe und neonazistische Schmierereien zugenommen haben“, sagt Damian Groten von der Opferberatungsstelle „Before“. „Wenn Hakenkreuze direkt an Wohnhäuser gesprayt werden, ist das eine unverhohlene Drohung gegen die dort lebenden Menschen.“ Diesen Eindruck bestätigt auch Marcus Buschmüller von der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus. Genaue Fallzahlen explizit zu rechtsradikalen Schmierereien gibt es bei der Polizei nicht, da diese nicht extra in der Statistik aufgeführt werden.

Anfeindungen auf dem Schulhof

Alarm schlägt auch die israelitische Kultusgemeinde. Neben beleidigenden Briefen und Mails werden auch jüdische Schüler immer häufiger angefeindet, berichtet Richard Volkmann. „Die sichtbare Zunahme dieser Vorfälle – auch in Form von Schmierereien – sehen wir mit großer Sorge. Judenfeindliche Motive und Aussagen sind im öffentlichen Raum besonders gefährlich, da sie zu Nachahmungstaten einladen“, warnt er und fordert: Polizei und Justiz sollen mit Härte und Nachdruck gegen derartige Vorfälle vorgehen.

Auch Groten von der Opferberatungsstelle unterstützt diese Forderung: „Hakenkreuze zu sprayen, ist mehr als ein Glaubensbekenntnis. Es ist eine Bedrohung und Kampfansage an alle, die nicht in das rechte Weltbild passen.“ Während bei Sachbeschädigungen bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen, kann die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden.

Sabina Kläsener

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