Große Hallo-München-Umfrage

Wer hat Angst vor der Garten-Tram?

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Ab dem Elisabethplatz soll die Tram die Franz-Joseph-Straße entlang zur Leopoldstraße fahren.

München – Die MVG informiert Anwohner über das Mega-Verkehrsprojekt von Schwabing – Die neue Tram-Nordtangente – Hallo hat sich vorab unter den Betroffenen umgehört

Eines von Münchens umstrittensten Verkehrsprojekten nimmt Fahrt auf: Für die Nordtangente durch Schwabing und den Englischen Garten – genannt „Garten-Tram“ – fanden gerade Probebohrungen für die Trasse in der Franz-Joseph-Straße statt. Und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lud nun 3500 Haushalte zum Austausch mit Denkmalpflegern, Freiraum- und Verkehrsplanern sowie Vertretern der Stadtwerke. Da die Veranstaltung erst nach Redaktionsschluss endete, hat sich Hallo schon vorab unter Anwohnern umgehört. 

Nach wie vor sind Münchner skeptisch, ob die zwei Kilometer lange Neubaustrecke die Westschwabing und die Tivolistraße verbinden soll, Sinn macht. Kosten von 40 Millionen Euro stehen im Raum. „Das ist eine unverbindliche Richtzahl“, betont Matthias Korte, Sprecher der MVG: „Wir sind ganz am Anfang der Planung und offen für Bürgerideen.“ Wenn die Pläne 2019 stehen, sie der Stadtrat bewilligt, wäre nächstes Jahr Baubeginn, die Inbetriebnahme 2025 möglich.

von Marie-Julie Hlawica

Bobby Tolksdorf-Kazinierski lebt in Schwabing: 

Bobby Tolksdorf-Kazinierski.

„Diese neue Tram-Idee kann das ganze gewachsene, schöne Viertel kaputt machen. Busse gibt es ja schon und sie sind ein viel geringerer Aufwand, auch der Umwelt­aspekt wird durch Elektrobusse berücksichtigt. Warum also noch eine Tram durch den Englischen Garten? Der sollte sowieso ein einziger Grünzug für die Menschen sein, ohne Autos, ohne Trambahn. Warum nimmt die Stadt nicht viel Geld in die Hand und baut mehr in den Untergrund? Dann gäbe es mehr Platz für Grün in der Stadt.“

Julia El-Hayek wohnt direkt am Elisabethplatz: 

Julia El-Hayek.

„Ich habe bei einer Unterschriftenaktion gegen die Nordtangente unterschrieben. Schon jetzt ist die Erschütterung, wenn eine Straßenbahn fährt, in meiner Wohnung enorm. Wie das wohl wird, wenn noch mehr Trambahnen fahren? Ich persönlich halte die ganze Idee mit der Trasse durch den Englischen Garten für unnötig. Alte Gebäude in der Franz-Joseph-Straße werden in Mitleidenschaft gezogen und ein Stück München geht verloren. Ich glaube es gibt andere Möglichkeiten. Ich fahre selbst Rad oder laufe.“

Christine Anderson-Landwehr arbeitet am Elisabethplatz: 

Christine Anderson-Landwehr.

„Mit so einem Großprojekt für einige, die davon profitieren, wird der ganze Verkehrsfluss gestört: nur wenige Kilometer gemeinsame Fahrspuren – und die Strecke dauert in der Fahrzeit für alle um ein vielfaches länger durch zusätzliche Haltestellen. Man macht mit den vielen Bauprojekten die ganze Stadt kaputt. Der Elektrobus ist eine brauchbare Alternative. Ich komme aus Bogenhausen, habe dort schon die ganze Straßenbahn­erweiterung zum Cosimabad mitgemacht.“

Susanne Solberg arbeitet in der Franz-Joseph-Straße: 

Susanne Solberg.

„Ich habe während der ganzen Bauphase Verkehrschaos, Lärm und Dreck vor der Nase. Ich finde das ganze Trambahn-Projekt unnötig. Eine Straße weiter fährt doch der Bus, wir haben eigentlich ein gut funktionierendes Nahverkehrssystem. Wo liegt denn da der Unterschied, wenn jetzt noch eine Tramstrecke dazu kommt? Der Info-Termin für die erste Veranstaltung ist für mich auch unglücklich gewählt – 17 Uhr, da hat doch keiner Zeit. Es wurden sowieso nur direkte Anwohner eingeladen.“

So soll die Tram fahren

Die Nordtangente umfasst 13 Kilometer Straßenbahnstrecke zwischen dem Romanplatz in Neuhausen via Schwabing durch den Englischen Garten nach Bogenhausen, mit dem Endpunkt in St. Emmeram. Neue Gleise sollen ab Elisabethplatz durch die Franz-Joseph-Straße und den Englischen Garten verbaut werden.

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