Traditionslokal und Mieter müssen raus

Abriss-Schock für Andechser am Dom

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Entlang der Weinstraße soll neues Geschäftshaus entstehen - deswegen müssen das Andechser am Dom und alle anderen Mieter raus.

Altstadt - Seit 20 Jahren ist der Andechser am Dom ein Fixpunkt in der Münchner Innenstadt. Jetzt soll das Haus abgerissen werden.

Großbaustelle zwischen Frauenplatz und Marienhof. Abschied vom Traditionslokal Andechser am Dom. Die beliebte Gaststätte muss am 30. Juni nach über 20 Jahren dicht machen. Der Grund: Das Gebäude in der Weinstraße 7a soll abgerissen werden, ebenso wie das Gebäude nebenan in der Weinstraße 7. Nicht nur Andechser, auch alle anderen Mieter müssen raus, darunter die Filiale der Kosmetikkette Douglas und zahlreiche Arztpraxen. Der Eigentümer, die Nymphenburg Immobilien AG, will ein neues Geschäftshaus errichten. Außerdem sollen hier Wohnungen, Büros und eine Gaststätte entstehen. „Uns liegt ein Antrag auf Abriss und Neubau vor, der gerade geprüft wird“, sagt Thorsten Vogel vom Planungsreferat auf Hallo-Nachfrage.

Ab wann gebaut wird und wie lange die Bauzeit dauern soll, könne er zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten. Der Eigentümer selbst war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. „Uns wurde mitgeteilt, dass bis 2021 alles fertig sein soll“, sagt eine Sprecherin von Douglas. Die Filiale in der Weinstraße 7 wird voraussichtlich Ende März schließen. „Wir wollen auf jeden Fall prüfen, ob es eine Option auf Neumietung gibt“, sagt die Sprecherin.

Seit 1994 führt Wirt Sepp Krätz das Traditionshaus.

Besonders bitter ist die Neuigkeit auch für Wirt Sepp Krätz, der das Andechser seit 1994 führt. Nachdem er das Hippodrom auf der Wiesn wegen Steuerhinterziehung verloren hat, bleibt der Familie Krätz jetzt nur noch die Waldwirtschaft Großhesselohe als feste Gastronomie. Auch die Klosterbrauerei Andechs bedauert das Aus. „Die Gaststätte mitten in der Stadt war ein Aushängeschild für uns“, sagt Sprecher Martin Glaab. Man müsse sich nun in München nach einem neuen Standort umsehen. Ob Sepp Krätz dort wieder zum Zug kommt, ist ungewiss. „Wir werden mit allen sprechen, die Interesse haben – zu den gleichen Konditionen“, sagt Glaab.

Laura Felbinger

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