Athleten und Betreuer freuen sich auf die Spiele

So ist München bei den olympischen Spielen in Pyeongchang vertreten

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PyeongChang 2018 - Olympisches Dorf

München: Olympia 2018 hätte unser Wintermärchen sein können: München hatte gute Chancen auf die Spiele - doch die Entscheidung fiel auf Pyeongchang. A bisserl münchnerisch sind die Spiele trotzdem.

Free-Ski-Fahrerin Kea Kühnel fliegt auf die Spiele

Kea Kühnel tritt beim Free-Ski an.

Während einige der insgesamt 153 deutschen Athleten ihre Zimmer im Olympischen Dorf schon bezogen haben, müssen andere – wie die Münchner Free-Ski-Fahrerin Kea Kühnel – noch auf ihren Abflug warten. Für sie ist offensichtlich noch kein Platz: „Aufgrund der zu geringen Kapazitäten im Olympischen Dorf fliege ich erst am 11. Februar nach Südkorea“, sagte die 26-Jährige zu Hallo. Eigentlich wäre sie schon früher aufgebrochen, doch nun verpasst sie sogar die Eröffnungsfeier. 

Ihre persönliche Vorfreude trübt das aber nur minimal: „Ich freue mich auf die Atmosphäre vor Ort. In meiner erst zweiten Saison im Weltcup habe ich bisher keine Vorstellung, wie es bei den Olympischen Spielen ablaufen wird.“ Die 26-Jährige studiert neben ihrer Sportkarrie­re VWL und BWL an der LMU und hat sich auf den letzten Drücker für die Olympischen Spiele qualifiziert. 

In Sachen Free-Ski ist sie eher eine Spätzünderin. Sie stand zwar schon mit zwei Jahren auf Skiern, kam aber dann erst mit Anfang 20 wieder auf den Geschmack. Dafür nun umso mehr: „Es ist wie das Gefühl von Freiheit in der Luft, wenn ich meinen Lieblingstrick, den Cork 7er (Schraube mit zwei Drehungen Anm.d.Red.) springe.“ jl, lit

Slalom-Star Lena Dürr ist gut in Form

Lena Dürr tritt beim Slalom an

Gleich beim Slalom-Auftakt in Levi hat sich die 26-jährige Lena Dürr aus Germering direkt vor den westlichen Toren der Stadt die Teilnahme bei Olympia gesichert.

Mit welchen Ambitionen gehen Sie an den Start? 

Ich fahre ohne Druck und ohne Erwartungen nach Pyeongchang. Ich bin zufrieden, wenn ich 100 Prozent gegeben habe und alles Können abrufen konnte.

Sind Sie in bester Form? 

Also der Saisonstart war super, in der Slalom-Hochphase war ich leider erkältet. Jetzt geht es aber wieder bergauf und ich bin zuversichtlich. Ich bin sehr gespannt und freu mich brutal, dass es geklappt hat, nachdem ich Olympia zwei mal knapp verpasst habe.

Für die Spiele 2018 hatte sich auch München beworben – wäre Heimvorteil nicht toll gewesen? 

Naja, das ist ja keine Option mehr. Klar, es wäre schön gewesen, die Familie und alle Freunde bei sich zu haben. Aber ich weiß auch so, dass sie mich mental unterstützen und vor dem Fernseher mitfiebern werden.

Waren Sie schon mal in Asien? 

Nein, noch nie. Ich glaube, Südkorea ist für viele Neuland, auch privat. Ich finde es generell spannender, woanders zu starten und freue mich schon sehr. Daniela Borsutzky

Die Gold-Behandlung von Christian Schneider

Christian Schneider ist Cheforthopäde der deutschen Olympiamannschaft.

Er macht die deutschen Olympioniken gesund: Der Münchner Arzt Christian Schneider (46) ist Chef­orthopäde der deutschen Olympiamannschaft. Egal ob Muskelzerrungen, Überlastungsschmerzen oder sonstige Verletzungen – er sorgt dafür, dass unsere Sportler schnell wieder fit werden. 

Ein stressiger Job: „Es gibt einen straffen Zeitplan von morgens bis spät abends“, erklärt er. Schneider behandelt das ganze Jahr über die deutschen Top-Skifahrer, Biathleten, Langläufer und viele weitere Sportler. Seit Freitag, 2. Februar, ist er in Südkorea – es sind seine fünften Winterspiele. Als Verbandsarzt für die Bob- und Schlittensportler betreut er vorrangig diese Athleten. Wenn seine Hilfe gebraucht wird, ist er aber auch für die Olympioniken aus den anderen Disziplinen da. 

Vormittags stehen Krafttraining und Behandlungen auf dem Programm der Sportler, nachmittags reguläres Training und abends die Wettkämpfe. „Klar ist man da auch als Arzt angespannt“, sagt er. „Man weiß ja genau um die körperliche Verfassung der Sportler und hofft, dass die Behandlung Erfolg hatte.“ 

Klappt es mit den Medaillen nicht, versucht Schneider die Athleten wieder aufzubauen, klappt es, wird gemeinsam im Deutschen Haus gefeiert. „Unvergessliche Momente, auch für uns.“ cla

Ski-Freestylerin Celia Funkler: Olympiaticket im zweiten Rennen gesichert

Celia Funkler ist Ski-Freestylerin

In ihrem erst zweiten Weltcup-Rennen sicherte sich Ski-Freestylerin Celia Funkler gleich ihr Olympia-Ticket. Die 19-Jährige fährt für den TSV 1860 München.

Olympia 2018 in München oder Pyeongchang – was wäre besser gewesen?

Naja, bei Pyeongchang sind die Vorbereitungen – alleine schon durch die lange Reisezeit – viel aufwändiger. Und weil unser Wettbewerb in der Nacht stattfindet, ist das mit den Sendezeiten für die Deutschen eher suboptimal. Deutschland in Deutschland zu vertreten, das wäre schon cool gewesen.

Freuen Sie sich trotzdem? 

Na klar! Das wird erst meine zweite Fernreise überhaupt und ich bin natürlich sehr gespannt, wie groß und emotional Olympia wird.

Sie machen in diesem Jahr auch noch Ihr Abitur. Wie lässt sich das vereinbaren? 

Da braucht man schon sehr viel Selbstdisziplin. Aber ich gehe auf ein spezielles Internat, dort ist man auf Sportler wie mich super eingestellt und man wird entsprechend gefördert.

Wie geht es nach dem Abi weiter? 

Ich würde gerne eine Ausbildung bei der Landespolizei in der Spitzensportförderung machen.

Sie wohnen in Tuttlingen (Baden-Württemberg). Wollen Sie nach München ziehen?

Da ich ja für den TSV 1860 fahre, hatte ich mir das tatsächlich überlegt – musste dann aber feststellen, dass ich einfach kein Stadtkind bin. Es wird eher auf das Umland hinauslaufen.

Stichwort 1860: Rot oder Blau?

 Rot! Aber eigentlich bin ich kein richtiger Fußballfan, ich schwärme nur ein bisschen für Joshua Kimmich (lacht).

Unsere weiteren Stars aus München und Umgebung

Alpin: Linus Straßer (TSV 1860 München), Kira Weidle (SC Starnberg), Fritz Dopfer (SC Garmisch); Eishockey: Danny aus den Birken, Daryl Boyle, Patrick Hager, Dominik Kahun, Brooks Macek, Frank Mauer und Yannic Seidenberg (alle EHC Red Bull München); Biathlon: Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen), Vanessa Hinz (SC Schliersee);Ski Freestyle: Sabrina Cakmakli (SC Partenkirchen/Halfpipe); Skilanglauf: Elisabeth Schicho (SC Schliersee); Snowboard: Silvia Mittermüller (TSV Unterhaching/Slopestyle, Big Air), Anke Wöhrer (SC Prien/Parallel-Slalom); Konstantin Schad (SC Miesbach/Snowboardcross);Rodeln: Natalie Geisenberger (RRT Miesbach/Einsitzer)

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