NS-Bunker als Ausstellungsfläche

Umbau an der Blumenstraße: Bunker soll zu einem Zentrum für Architektur werden

In Zukunft sollen weiterhin Architektur-Veranstaltungen im Bunker an der Blumenstraße stattfinden.
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In Zukunft sollen weiterhin Architektur-Veranstaltungen im Bunker an der Blumenstraße stattfinden.
  • Kassandra Fischer
    VonKassandra Fischer
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Wo einst Münchner vor den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg Schutz fanden, entsteht jetzt ein Architekturzentrum. Welche Besonderheit es bei den Umbaumaßnahmen gibt.

Altstadt - Bis zu 750 Menschen fanden im Zweiten Weltkrieg Schutz im Hochbunker an der Blumenstraße.

Inzwischen hat ihn der gemeinnützige Verein Architekturgalerie München gemietet und will dort langfristig ein offenes Architekturzentrum schaffen. Das Besondere daran: „Wir planen alles am offenen Herzen“, erklärt die Leiterin Nicola Borgmann. Heißt: Der Bunker wird während des Umbaus nicht mehrere Jahre geschlossen.

Wie jetzt schon, sollen dort weiterhin Architekturausstellungen und Veranstaltungen stattfinden. Die Transformation soll sich nebenher schrittweise vollziehen. Gemeinsam mit den verschiedenen Architekten, die dort ihre Projekte präsentieren. „Ein Experimentierfeld“, sagt Borgmann.

Ein Beispiel: 2,30 Meter hoch sind die Decken des Bunkers aktuell – zu niedrig für die nächste geplante Ausstellung mit vier Meter hohen Exponaten. Deshalb soll die Decke zwischen dem zweiten und dritten Geschoss weichen.

In den nächsten Jahren entsteht ein Architekturzentrum im Hochbunker an der Blumenstraße aus dem Jahr 1941.

Dafür hat die Architekturgalerie jetzt einen ersten Bauantrag bei der Lokalbaukommission gestellt. Borgmann betont aber auch: „Wir möchten den Charakter des Gebäudes natürlich erhalten.“ Der denkmalgeschützte Bunker sei schließlich ein Stück Stadt- und Baugeschichte.

Feste Öffnungszeiten gibt es derzeit noch nicht. Es finden vielmehr einzelne Veranstaltungen oder Führungen nach Vereinbarung statt. Langfristig soll sich das aber ändern – wie am vorherigen Standort an der Türkenstraße. Von dort ist der Verein in den letzten Jahren sukzessiv, seit Ende August komplett an die Blumenstraße umgezogen.

Rund 500 Quadratmeter stehen dem Verein dort zur Verfügung – etwa hundert auf jedem Stockwerk. „Hierdurch haben wir die Möglichkeit, auch Ausstellungen parallel zu zeigen“, freut sich Borgmann. Perspektivisch könnte sie sich auch ein Café und eine Buchhandlung im Erdgeschoss vorstellen.

Nicht nur die Planung, auch die Finanzierung des Umbaus liegt dabei in den Händen der Architekturgalerie – mit Hilfe von Spenden und Sponsoren. Einen festen Zeitplan gibt es keinen, vielmehr soll alles bedarfs- und finanzabhängig ablaufen. Und natürlich braucht es auch noch die Genehmigungen der Stadt.

Für den ersten Schritt steht das grüne Licht offiziell noch aus. Aber kein Problem: Bis dahin verlängert der Verein einfach nochmal die laufenden Ausstellungen, aktuell unter anderem zum Thema Freiräume in München. Mehr Infos zum kostenlosen Programm gibt es unter www.architekturgalerie-muenchen.de.

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