Keine Hemmungen

Nördlich des Hauptbahnhofs: BA fordert mehr öffentliche Toiletten

Obdachlose warten in der Früh auf die Öffnung des D3. Hinter der Tramhaltestelle (re.) fordern Lokalpolitiker jetzt einen Toilettenwagen.
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Obdachlose warten in der Früh auf die Öffnung des D3. Hinter der Tramhaltestelle (re.) fordern Lokalpolitiker jetzt einen Toilettenwagen.
  • Kassandra Fischer
    VonKassandra Fischer
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Immer wieder gab es in der nördlichen Bahnhofsgegend Ärger wegen Uringestank in den Hauseingängen. Der örtliche BA fordert nun einstimmig einen Toilettenwagen.

Maxvorstadt - Die Blase drückt, kein Klo in Sicht – ein Problem, dass es vor allem in der nördlichen Bahnhofsgegend gibt.

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Das weiß auch Winfried Gehensel, Einrichtungsleiter des Begegnungszentrums D3 (siehe unten). Denn: Im Umfeld des Alkoholkonsumraums an der Dachauer Straße kommt es immer wieder dazu, dass Personen nachts in Hauseingänge pinkeln – zum Leidwesen der Anwohner.

„Das Problem wird oft uns zugeschrieben“, bedauert Gehensel. Dabei stimme das nur teilweise. Bei den Wildbieslern handele es sich neben Obdachlosen auch um Reisende oder Kneipenbesucher. „Vor allem Männer – da gibt es eine niedrige Hemmschwelle“, so seine Wahrnehmung.

Ende November kam es deshalb zu einem Austausch innerhalb der Nachbarschaft. Dort wurde auch ein kurzfristiger Lösungsansatz entwickelt: Ein Toilettenwagen soll künftig Abhilfe schaffen.

Ein möglicher Standort wäre beispielsweise auf dem Grünstreifen gegenüber der Einrichtung beziehungsweise auf dem Parkplatz Dachauer/Elisenstaße hinter dem dortigen Tram-Stopp. „Der Wagen müsste allerdings betreut werden, weil er sonst verkommt“, sagt Gehensel.

Einrichtungsleiter des Begegnungszentrums D3: Winfried Gehensel.

Diese Forderung hat nun auch der örtliche BA einstimmig verabschiedet. Noch in diesem Winter soll die 24-Stunden-Möglichkeit geschaffen werden. Gehensel glaubt, es würde schon helfen, wenn es die Möglichkeit nachts gibt. „Tagsüber bieten wir eine Toilette, außerdem haben auch Restaurants geöffnet. Das funktioniert meistens gut.“

Mit der Forderung greife das Lokalgremium einem breiten Antragspaket im Stadtrat vor, das derzeit in Vorbereitung sei. Denn „darin fehlen konkrete Lösungsmöglichkeiten und Standorte“, heißt es seitens der Lokalpolitiker.

Wann und in welcher Form das Thema im Stadtrat behandelt wird und ob beziehungsweise wie schnell der geforderte Wagen umsetzbar wäre, konnte das Baureferat kurzfristig nicht beantworten.

Ein Ort zum Trinken

Im Begegnungszentrum D3, finden diejenigen einen niederschwelligen Aufenthaltsort, die sich aufgrund des Alkoholverbots nicht mehr am Hauptbahnhof aufhalten dürfen – darunter auch viele Obdachlose. Im Alkoholkonsumraum der Caritas an der Dachauer Straße 3 dürfen mitgebrachte niedrigprozentige Getränke konsumiert werden.

Sozialarbeiter sind vor Ort – bei Bedarf auch beratend und begleitend. Einen Beratungszwang gibt es aber nicht. Zudem sprechen sie gezielt Menschen an ihren Stehplätzen an und laden diese ein. Geöffnet ist täglich von 8.30 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16.30 Uhr. Mittwochs schließt das D3 bereits um 13.30 Uhr.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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