Vermisstenfall in München

Prozess um Doppelmord ohne Leichen in München: Stiefvater nach Verschwinden von Mutter und Tochter verurteilt

Die Leichen der Mutter aus München und ihrer 16-jährigen Tochter wurden nicht gefunden.
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Die Leichen der Mutter aus München und ihrer 16-jährigen Tochter wurden nicht gefunden.

Der Vermisstenfall einer Mutter und ihrer Tochter (16) wurde zu einem Mordprozess ohne Leichen. Das Gericht in München hat jetzt den Stiefvater verurteilt...

Update: 23. Februar 2021

Mordprozess ohne Leichen in München - Stiefvater wegen Totschlag an Mutter und Tochter verurteilt

Im Prozess um das Verschwinden einer Mutter aus München und ihrer 16-jährigen Tochter ist der Ehemann der Frau wegen Totschlags in zwei Fällen zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess um den Doppelmord ohne Leichen eine Verurteilung wegen Totschlags und Mordes, eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert.

Die Suche nach den beiden Frauen hatte München im Sommer 2019 in Atem gehalten. Ihre Leichen wurden bislang nicht gefunden, der Angeklagte hat die Vorwürfe bestritten und einen Freispruch für sich selbst gefordert.

Das Gericht wertete die Tötung der Ehefrau von Roman H. und von dessen Stieftochter als Totschlag. Obwohl die Leichen der beiden Frauen nie gefunden wurden, sei die Kammer überzeugt, dass der 46-Jährige beide getötet habe, sagte der Vorsitzende Richter.

Das Gericht entschied am Dienstag auf Grundlage von Indizien: „Nach der Beweisaufnahme sind wir überzeugt, dass die beiden Frauen tot sind.“ Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos entgegen.

Der Angeklagte steht zum Prozessauftakt an seinem Platz im Landgericht München I. Dem Mann wird vorgeworfen, seine Frau und Stieftochter umgebracht zu haben. Die Leichen der Frau und Stieftochter wurden nie gefunden.

Stiefvater wegen Totschlags an Mutter und Tochter verurteilt

Der Angeklagte hatte Frau und Stieftochter selbst als vermisst gemeldet, sie sollen nach seiner Darstellung nicht vom Einkaufen zurückgekehrt sein. Wegen Ungereimtheiten in seiner Darstellung geriet der Mann selbst ins Visier der Ermittler. Die Polizei entdeckte in der Wohnung und an anderen Beweisstücken Blutspuren der beiden Vermissten.

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Vermisstenfall in München: Mutter und Tochter verschwunden – Tatverdacht gegen Ehemann erhärtet sich

Erstmeldung: 28. Oktober 2019

München – Im Fall der vermissten Frau aus München und ihrer 16-jährigen Tochter werden nun die Ergebnisse der Ermittlungen zusammengetragen. Daher sei die Ermittlergruppe „Duo“ von 20 auf 7 Mitglieder reduziert worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag. 

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Den zuständigen Beamten werde aber weiter aus anderen Abteilungen zugearbeitet, sagte der Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordverdachts. Auch mehr als drei Monate nach dem Verschwinden der Mutter und ihrer Tochter im Juli, seien die Leichen noch nicht gefunden worden. Tatverdächtig ist der Ehemann der 41-jährigen Frau und Stiefvater des Mädchens. Gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Mann habe sich der Tatverdacht durch die Ermittlungen weiter erhärtet, teilte der Polizeisprecher mit. Der 44-Jährige schweige weiter zu den Vorwürfen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsch-Russe zuerst seine Frau tötete und danach die Tochter ermordete, um die Tat zu verschleiern. Daraufhin war Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag im Fall der Frau und - wegen der Verdeckungsabsicht - auf Mord im Fall der Tochter erlassen worden.

Der Mann hatte die beiden Frauen zunächst als vermisst gemeldet. Seinen Angaben zufolge sollen sie am 13. Juli ihre Wohnung in München verlassen haben, um in ein Einkaufszentrum zu gehen. Seitdem wurden sie nicht mehr gesehen.

Quelle: dpa/Iby/afp/jh

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