Das war alles los in den Vierteln

München-Mitte: Hallo-Rückschau - für diese Viertel-Themen haben sich die Leser 2020 interessiert

Schon in einem Jahr soll unter dem Thomas-Wimmer-Ring Münchens modernste Tiefgarage eröffnen. 
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Hallo hat 2020 ausführlich über die Bauvorschritte am Thomas-Wimmer-Ring berichtet - heuer wird Münchens modernste Tiefgarage endlich eröffnen. 
  • Kassandra Fischer
    vonKassandra Fischer
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Außer Corona nicht viel passiert? Von wegen! Der große Hallo-Rückblick zeigt, für welche Themen aus der Altstadt, der Maxvorstadt und Schwabing sich die Leser 2020 interessiert haben.

  • In der Münchner Mitte ist 2020 allerlei passiert - auch unabhängig von Corona.
  • Hallo blickt zurück: Für diese Themen haben sich die Leser im Jahr 2020 besonders interessiert.
  • Die meistgeklickten Geschichten aus der Altstadt, der Maxvorstadt und Schwabing.

München-Mitte - Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter den Menschen in der Münchner Mitte, nicht nur wegen Corona. Das beweist auch unsere große Jahresrückschau. Welche Geschichten erneut aufgegriffen werden, haben auch Sie mitbestimmt: Es sind die Themen, die 2020 die meisten Leser auf unserer Homepage interessiert haben.

JANUAR: Leser fiebern mit Cheerleaderinnen mit

Gleich im Januar bewegte diese Geschichte etliche Leser: Vier Münchnerinnen haben es nicht nur in die Cheerleading-Nationalmannschaft geschafft, sie durften sogar bei der WM in den USA Deutschland vertreten. Doch zum Zeitpunkt der Berichterstattung gab es ein Problem: Ihnen fehlte die finanzielle Unterstützung. Über ein Crowdfunding erhielten die Cheerleaderinnen einige Unterstützung, der Flug war schon geplant – doch wegen Corona wurde die WM abgesagt.

Im Januar qualifizierten sich Münchner Cheerleaderinnen für die WM.

Außerdem mussten im Januar zwei Traditionsläden aus dem Rathaus weichen: das Geschäft „Riederer“, das seit 1909 Reißverschlüsse, Charivaris und jede Menge verschiedener Knöpfe in den Arkaden des Rathauses verkaufte sowie das Café von Inge Renner, das nach 20 Jahren zusperren musste.

FEBRUAR: Englischer Garten soll Europäischer Garten heißen

Im Februar tat der Münchner Bastian Däxl seine Brexit-Wut kund – und zwar mit einer kuriosen Forderung. Er startete eine Online-Unterschriftensammlung mit dem Ziel, den Englischen Garten künftig in Europäischen Garten umzubenennen. Seit April ist die Petition abgelaufen, insgesamt gab es 141 Unterstützer. Daraus geworden ist nichts. Zumal die Bezeichnung auf den damals zeitgenössischen Gartenstil anspielt und keine politische Konnotation hat.

„Mit der offenen Petition wollen wir in vielerlei Hinsicht ein Statement setzten“, erklärt der gebürtige Gräfelfinger Bastian Däxl (41).

Zudem erfreuten sich zahlreiche Leser im Februar an den exklusiven Einblicken in die Großbaustelle der Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring. Hallo war vor Ort und hat Fotos vom aktuellen Baufortschritt gezeigt. Bald geht es hier weiter: Die Parkgarage mit insgesamt 520 Stellplätzen öffnet im März. Dann beginnt dort die Oberflächengestaltung.

MÄRZ: Infostand nur eine Woche im Einsatz

Von großem Interesse war im vergangenen Jahr die Eröffnung eines Infostandes auf dem Viktualienmarkt. Eigentlich sah der Plan so aus: Zweimal die Woche informiert die Stadt dort zu den geplanten Sanierungen. Doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung: „Aufgrund der Pandemie und der Einschränkungen im öffentlichen Leben konnte das Standl nur circa eine Woche öffnen“, berichtet Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferats. Inzwischen gibt es aber andere Nutzungspläne für den Stand: „Er wird derzeit als Basis für die Marktaufsicht hergerichtet, damit diese auf dem Markt präsenter und greifbarer ist.“

Im März öffnete der Infostand am Viktualienmarkt – allerdings nur für kurze Zeit.  

APRIL: Zufallsfund bei Großeinsatz der Polizei

Anfang April kam es an der Leopoldstraße zu einem Großeinsatz der Polizei. Über 15 Streifen mussten wegen eines Nachbarschaftsstreits dorthin ausrücken. Die damalige Befürchtung: Eine Schusswaffe könnte involviert sein. In der Wohnung eines 38-jährigen Bewohners fand die Polizei zwar eine Softairwaffe. Die war aber legal. Eine Bedrohung dadurch habe man auch nicht nachweisen können, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München auf Hallo-Nachfrage. Doch wie es der Zufall wollte: Bei der Durchsuchung fand die Polizei auch ein illegales Butterflymesser. Hierfür bekam der 38-Jährige bereits im Juli eine Geldstrafe.

MAI: Mieterfrust und neue BA-Vorsitzenden

Im Mai schlug die Angst zahlreicher Bewohner der Schönfeldstraße hohe Wellen: denen droht nämlich der Abriss der eigenen vier Wände. Für zahlreiche Dawonia-Mieter der Schönfeldstraße 14 war es ein Schock: Seit Jahren warten sie eigentlich auf längst überfällige Sanierungen, doch dann lag plötzlich das Kündigungsschreiben im Briefkasten. Anwohner Rudolf Schairer spricht heute von einem „harten Kern der Mietergemeinschaft“, der noch immer im Gebäude wohnt. Eigentlich waren Einzelgespräche zwischen den Bewohnern und der Vermieterin geplant. Wegen Corona konnten bislang nur wenige davon stattfinden. Der Anwohner zeigt sich enttäuscht: „Bisher wurden uns in der Mietergemeinschaft keine akzeptablen Angebote gemacht.“ Er selbst lebt derzeit in einer ruhigen Wohnung mit Südbalkon. Angeboten habe man ihm stattdessen lediglich eine Wohnung schräg gegenüber einer stark frequentierten Gaststätte. 

Die Bewohner der Schönfeldstraße 14 haben Angst vor einem Abriss.

Von Interesse waren außerdem die Hallo-Portraits der neuen BA-Vorsitzenden. In der Altstadt, der Maxvorstadt und Schwabing-West regieren seit der Kommunalwahl grüne Frauen. Nur in Schwabing-Freimann konnte sich die CSU durchsetzen und seither den Vorsitz stellen.

JUNI: Pläne für eine zweite Synagoge

Im Juni interessierten sich die Hallo-Leser vor allem für die geplante Synagoge im Lehel. Die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom möchte auf der bisherigen Brachfläche Am Gries den Neubau einer zweiten Synagoge inklusive Begegnungsstätte, Kindergarten und Wohnungen realisieren. Einen positiven Vorbescheid gibt es inzwischen. Eine endgültige Bauentscheidung der jüdischen Gemeinde steht jedoch noch aus. Zuvor müsse die Fachplanung sowie eine Kostenkalkulation erfolgen. Erst dann werde man auch „die endgültigen Verhandlungen mit der Stadt zum Kauf des Grundstücks führen können“, so Jan Mühlstein, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Synagoge Beth Shalom. All dies werde voraussichtlich noch bis Ende 2021 dauern. Er betont jedoch: „Wir sind fest davon überzeugt, das Projekt im Lehel erfolgreich durchführen zu können.“ Mit im Boot ist bei dem Projekt übrigens der US-Star-Architekt Daniel Libeskind.

JULI: Streit um Denkmalgeschützte Türe

An der Residenzstraße gab es im Juli Ärger um eine verschwundene, denkmalgeschützte Tür.

Im Juli war die seit Jahren fehlende denkmalgeschützte Tür des Eckgebäudes an der Residenzstraße ein großer Aufreger. Das Problem an der Sache: Der Eigentümer des Gebäudes mit dem Diesel-Geschäft zog vor das Verwaltungsgericht, weil er die historische Tür nicht wieder einbauen wollte. Einen Gerichtstermin gab es bislang nicht und so gilt es, weiter abzuwarten. 

AUGUST: Suchhunde finden Leiche in Parkstadt Schwabing

Im August berichtete die Münchner Polizei von einem Leichenfund in der Parkstadt Schwabing. Genauer wusste es Hallo: Die Anwohner, Wilfried und Claudia Stieglbauer, welche den Verstorbenen beim Gassigehen mit ihren Hündinnen Blue und Jacky zufällig entdeckt hatten, meldeten sich in unserer Redaktion – und brachten die bestgeklickte Mitte-Geschichte im August. Die Hündin Blue hatte den Fund gemacht, weil sie als trainierte Suchhündin eine besonders aufmerksame Nase hat.

Claudia (links) und Wilfried Stieglbauer fanden mit ihren Hunden Blue (links) und Jacky im August eine Leiche nahe des Microsoft Parkplatzes in der Parkstadt Schwabing.

Den Hunden gehe es prächtig, erklärt Wilfried Stieglbauer auf Hallo-Nachfrage. „Leider durfte Blue wegen Corona die Suchhund-Abschlussprüfung im September nicht absolvieren. Der Termin soll aber im Frühjahr stattfinden.“ Lachend ergänzt er noch: „Eine weitere Leiche haben wir aber nicht gefunden.“

SEPTEMBER: Antiquariat Kitzinger auf Raumsuche

Auch das Schicksal des Antiquariats Kitzinger bewegte zahlreiche Leser. Im September war klar: Nach 128 Jahren muss Inhaber Bernhard Kitzinger die Schellingstraße noch in diesem Jahr verlassen. Nach intensiver Suche gibt es inzwischen allerdings Grund zur Freunde. Aller Voraussicht nach kann der Antiquar im Viertel bleiben und zieht ab Frühjahr peu à peu in die Amalienstraße 65. Die Fläche beträgt dort zwar nur etwa 40 Prozent der bisherigen, doch die Lage verbessere sich sogar. „Dort sind wir dann gegenüber vom Historikum“, freut sich Kitzinger.

Bernhard Kitzinger berichtete im September: Nach 128 Jahren muss sein Laden die Schellingstraße verlassen.

OKTOBER: Aus von Traditionsgeschäft

Ein endgültiger Abschied, ganz in der Nähe, wurde im Oktober bekannt. Christa Frei verkündete, dass ihr Betten- und Matratzengeschäft an der Münchner Freiheit für immer schließen wird. Für das Traditionsgeschäft „Betten Frei“ in der Marschallstraße 1 hieß es zum Ende des Jahres: Aus nach über einem halben Jahrhundert. Mit Corona hatte die Entscheidung allerdings nichts zu tun. Nach 55 Jahren war es für Frei schlicht und einfach der Schritt in die Rente. 

NOVEMBER: Todesschreie und Weihnachtsdekorationen

Neben dem „Lockdown light“ bewegte im November vor allem das Schicksal einer Anwohnerin des Eisbachs tausende Hallo-Leser. Es ging dabei um regelmäßige Todesschreie“ aus dem Gewässer – Ernst und Spaß lasse sich dabei nicht unterscheiden. Der Bezirks­ausschuss beschloss einen Runden Tisch, um Lösungsansätze zu erarbeiten.

Von großem Interesse waren außerdem die Weihnachts-Pläne am Viktualienmarkt. Standl-Sprecherin Elke Fett wünschte sich zum jüngsten Fest der Liebe einen ganz besonders weihnachtlichen Markt mit Tannenbaum und Festbeleuchtung. Für das Kommunalreferat sprach nichts dagegen. Doch der harte Lockdown trübte die Markt-Stimmung. Fett und viele andere Händler mussten noch vor Weihnachten ihre Stände dichtmachen.

Die Viktualienmarkt-Sprecherin Elke Fett vor ihrem Stand „Duftschmankerl“.

DEZEMBER: Operation im Herzen der Stadt

Zum Jahresende interessierten sich zahlreiche Leser für den aktuellen Stand der Alten Akademie an der Neuhauser Straße. Hallo hatte die Baustelle besucht und Einblicke hinter die Kulissen gewährt. Zahlreiche Fotos zeigten, wie es derzeit im Inneren des Bauwerks ausschaut. Bis Mitte 2023 soll die Operation im Herzen der Stadt noch andauern. Dann wird es Büroräume, Gewerbeflächen, Wohnungen und Gastronomieangebote hinter den historischen Fassaden geben. 

kf/best/hki

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