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Wie im richtigen Krankenhaus: Münchner Medizin-Studenten verarzten als „Teddy-Docs“ kranke Kuscheltiere

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Von: Kristina Beck

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Münchner Medizin-Studenten als „Teddy-Docs“ verarzten gemeinsam mit Kindern über 400 kranke Kuscheltiere.
Im Teddybär-Krankenhaus durchlaufen die Kinder als Eltern mit ihren Kuscheltier-Patienten jede Station von Anmeldung über Untersuchungen bis hin zur Apotheke. © München Klinik

Wenn Teddybären zu Patienten werden ‒ mit einer Aktion bringen Medizinstudenten der LMU und TUM Kindern den Krankenhaus-Alltag näher und wollen ihnen so die Angst vor Ärzten nehmen.

Jährlich organisieren die Medizinstudenten der Ludwigs-Maximilian-Universität München (LMU) und Technischen Universität München (TUM) das „Teddybär-Krankenhaus“. Die bundesweite Aktion soll Kindern schon im Kindergartenalter die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern nehmen und fand in München in diesem Jahr erstmals in der München Klinik Schwabing statt.

Über 400 Kinder verarzten gemeinsam mit Medizinstudenten der LMU und TUM kranke Kuscheltiere

Ende November hatte das eigens für die Aktion „Teddybär-Krankenhaus“ gestaltete Krankenhaus in der München Klinik Schwabing für drei Tage geöffnet. Nach Mitteilung der München Klinik der Rund 400 Kindergartenkinder verarzteten dort gemeinsam mit den ehrenamtlichen Organisatoren des Projekts, Medizinstudenten der LMU und TUM, ihre mitgebrachten Teddybären, Stofftiere und Puppen.

Die kommunalen Kinderkliniken Schwabing und Harlaching (beide ebenfalls akademische Lehrkrankenhäuser) unterstützen das Projekt in München und spenden regelmäßig Behandlungsmaterial für die zahlreichen Stoffpatienten. In diesem Jahr fand die Aktion erstmals direkt im Krankenhaus, nämlich in den Räumlichkeiten der München Klinik Schwabing, statt.

Röntgen und OP: Medizinstudenten als Teddy-Docs zeigen Kinder im „Teddybär-Krankenhaus“, wie Krankenhaus funktioniert

Spielerisch konnten sich die Kinder mit dem Ablauf beim Arzt oder im Krankenhaus vertraut machen, während sie ihr krankes oder verletztes Kuscheltier durch das Prozedere beim Arzt begleiteten: von der Aufnahme über das Warten im Wartezimmer bis zur Untersuchung, Diagnose und Behandlung.

Ohne selbst Patient zu sein, lernten sie dabei auch Röntgen und Operationen kennen und konnten beim Verband anlegen helfen.

Kinder lernen Krankenhaus kennen: Rettungswagen, Apotheke und Schnellcheck in der Zahnklinik

Ein Highlight des Besuchs im Teddybär-Krankenhaus waren auch zwei Rettungswägen, die ehrenamtliche Helfer des „MKT – Münchner Krankentransport und Rettungsdienst“ den Kindern vorstellten. Die Zusammenarbeit mit Münchner Pharmazie- und Zahnmedizinstudenten ermöglichte abschließend einen Besuch in der Apotheke sowie ein Routinecheck in der Zahnklinik.

„Es ist beeindruckend zu sehen, was die Teddyärztinnen und Teddyärzte hier bei uns in Schwabing auf die Beine gestellt haben. Mit tollen Aktionen und viel Einfühlungsvermögen nehmen sie den Kindern Ängste und schaffen ein erstes Verständnis für die hohe Relevanz von Gesundheit und medizinischer Vorsorge“, freut sich Prof. Julia Hauer, Chefärztin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der München Klinik und des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, über das Engagement.

Bundesweite Aktion nimmt Kindern die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern

Die Idee zum Teddybärenkrankenhaus stammt ursprünglich aus Schweden und findet als Initiative der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (BVMD) deutschlandweit an zahlreichen Universitäten statt. Ziel ist es, Kindern im Vorschulalter auf spielerische Art die Angst vor „Weißkitteln“ und der fremden Umgebung in Krankenhäusern und Arztpraxen zu nehmen.

Dazu wird ein Krankenhaus simuliert, in dem Behandlungsräume und OP-Säle im Kleinen nachgebaut sind. Dabei werden die Patienten (= Kuscheltiere) zusammen mit ihren „Eltern“ (= Kindergartenkinder) durch die einzelnen Stationen geführt.

Dazu werden die Kuscheltiere zunächst von den Kindern angemeldet. Nach einer kurzen Zeit im Wartezimmer wird jedes Kind einzeln von einem Medizinstudenten, dem zuständigen „Arzt“, aufgerufen und zum Untersuchungszimmer gebracht.

Die Teddyärzte erfragen die „Krankengeschichte“ der Patienten (Stofftiere, Puppen). Je nach ausgedachtem Leiden des Kuscheltieres wird dieses vom Teddyarzt bzw. von der Teddyärztin untersucht und „verarztet“.

Während der Untersuchung erklären die Studenten für das Kind verständlich, was gemacht wird. Jeder Teddybär bekommt dazu einen persönlichen Teddyarzt zugewiesen und durchläuft zusammen mit den Teddyeltern den Parcours von Anmeldung über Untersuchungen bis hin zur Apotheke. Die Teddyärzte sorgen während des Aufenthalts für eine komplette Betreuung von Kuscheltier und Kind.

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