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Großer Bedarf an Radstellplätzen rund um die TU: Münchnerin wendet sich mit Idee an den Bezirksausschuss

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Von: Kassandra Fischer

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Pkw-Stellplätze rund um die TU München (
Pkw-Stellplätze rund um die TU München (TUM) – an Arcis-, Luisen-, Theresien- und Gabelsbergerstraße – sollen künftig in Radabstellflächen umgewandelt werden. © Kassandra Fischer

Eine folgenreiche Idee: Münchnerin will alle Pkw-Parkplätze im direkten TUM-Umgriff in Radstellplätze umwandeln - So könnte Platz für 1000 Fahrräder entstehen.

Maxvorstadt - Räder noch und nöcher. Die eingefärbte Abstellfläche an der Gabelsberger-, Ecke Luisenstraße reicht bei weitem nicht aus. Viele Fahrräder stehen auf dem Gehweg entlang der TU bis hoch zur Theresienstraße. Für Mareike Schmidt steht fest, dass sich etwas ändern muss. Sie kommt dort täglich auf dem Weg zur Arbeit vorbei, parkt ihr Rad ebenfalls im Umgriff und hat nun einen Vorstoß im örtlichen Bezirksausschuss gewagt. Diesem schlug die Sendlingerin vor, alle Pkw-Stellplätze rund um die TU München (TUM) – an Arcis-, Luisen-, Theresien- und Gabelsbergerstraße – künftig in Radabstellflächen umzuwandeln.

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Umwandlung von Parkplätzen rund um die TU: Münchnerin sieht Potenzial für 1000 Fahrrad-Stellplätze

„Es gibt hier viele Dauerparker“, ärgert sich Schmidt. „Die Fahrzeuge stehen die meiste Zeit nur rum, ohne bewegt zu werden, und sind somit ein Grund für die vermeintliche Not an Stellplätzen.“ Gleichzeitig würde man den Gehweg frei räumen und dadurch mehr Platz für Zufußgehende schaffen. Die 32-Jährige arbeitet selbst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TUM. Den Radl-Vorstoß hat sie allerdings unabhängig davon als Privatperson getätigt. Dafür hat sie sich den Umgriff genau angeschaut, nachgerechnet und kam zu dem Ergebnis, dass es aktuell etwa 91 Pkw-Stellplätze sowie Platz für rund 200 Räder gebe.

Würde man künftig alle Parkplätze für die Fahrradnutzung umwandeln, gäbe es Potenzial für circa 750 Räder – und das sei noch sehr großzügig, mit 1,5 Metern pro Rad – gerechnet. Würde man noch die Flächen für die Abbiegespuren hinzunehmen, könnte man sogar mehr als 1000 Fahrradstellplätze schaffen, erklärt sie gegenüber Hallo.

Weil die Radabstellflächen rund um die TU nicht ausreichen, fordert Mareike Schmidt eine Verbesserung. Möglichkeiten sieht sie beispielsweise auf den Parkstreifen an der Gabelsbergerstraße sowie an der Arcisstraße.
Weil die Radabstellflächen rund um die TU nicht ausreichen, fordert Mareike Schmidt eine Verbesserung. Möglichkeiten sieht sie beispielsweise auf den Parkstreifen an der Gabelsbergerstraße sowie an der Arcisstraße. © Kassandra Fischer

Im Bezirksausschuss waren die Reaktionen hierzu sehr unterschiedlich. Während die Grünen die Idee zur Prüfung ans Mobilitätsreferat (MOR) weitergeben wollten, gab es vor allem seitens der CSU starke Proteste. Die Christsozialen sorgten sich dabei primär um Anwohner, die „darunter leiden“, wenn ihnen Parkflächen weggenommen würden.

Münchnerin fordert mehr Radstellplätze: BA und Stadt sollen Möglichkeiten prüfen

Schmidt gibt jedoch zu Bedenken: „Es kann sich gar nicht jeder ein Auto leisten.“ Dass sie die CSU mit ihrem Vorstoß regelrecht schockiert hat, sieht sie gelassen. „Mit dem gesamten Block um die TU wollte ich ein eindrucksvolles Bild schaffen, um die Diskussion anzustoßen. Damit man sich traut, darüber nachzudenken.“ Wichtig ist ihr, dass sich überhaupt etwas tut. „Alleine, wenn es mehr Möglichkeiten entlang der TU an der Luisenstraße gäbe, wäre das schon eine große Entlastung.“

Ein Spaziergang um den Block zeigt: Auch die Abstellmöglichkeiten an der Theresienstraße oder vor dem Haupteingang an der Arcisstraße sind an einem Mittwochvormittag alle belegt, auch dort stehen viele Räder bereits irgendwo auf dem Gehweg. „Im Innenhof der TU gibt es noch weitere Flächen, die werden aber nicht so intensiv genutzt“, sagt Schmidt. Sie fordert: „Die Stadt ist in der Pflicht, Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu schaffen“.

Unterstützende Worte gab es auch von der BA-Vorsitzenden Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne), die ebenfalls an der TUM angestellt ist und die Situation vor Ort selbst gut kennt. „Die Zahl der Fahrradstellplätze ist nicht ideal, ein gewisser Bedarf ist da“, betonte auch sie. Das Lokalgremium einigte sich letztlich mehrheitlich – mit einem Verhältnis von zwölf zu acht – darauf, den Antrag der Bürgerin sowohl an die TU als auch an das MOR weiterzuleiten, mit dem Ziel, gemeinsam, über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken.

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