Künstler statt Fußball

Wie der Neptunbrunnen die Geister scheidet

Der Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten vor dem Landgericht.
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Der Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten vor dem Landgericht.

Maxvorstadt – Zur EM 2020 sollen sich laut der Stadt Fußball-Begeisterte an den Stufen des historischen Neptunbrunnens tummeln – Der Bezirks­ausschuss protestiert – er befürchtet Konfliktpotential

Der Alte Botanische Garten soll für die Europameisterschaft 2020, wenn München vier Spiele ausrichtet, ein Fan Meeting Point werden. Der Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt protestiert. Denn das bedeutet Massen an Fußballfans, die sich auf den Grünflächen, Treppen und beim Neptunbrunnen tummeln werden. Essens- und Getränkeverkauf sowie Musikbeschallung inklusive.

Dem BA-Vorsitzenden Christian Krimpmann (CSU) macht auch die Konstruktion des Gartens Sorgen: „Der Alte Botanische Garten ist architektonisch schlicht nicht gut geeignet. Sowohl Brunnen, Grünflächen als auch Stufen machen ein kontrolliertes Treffen von großen Menschenmengen schwer.“

Kopfzerbrechen bereiten Krimpmann dabei auch spezielle Besucher: „Obdachlose und Junkies gehören zum Laufverkehr des Parks. Mit Fußballfans hat das Konfliktpotenzial.“ Als alternativen Treffpunkt der Fans kann sich der BA-Vorsitzende die Theresienwiese oder den Max-Joseph-Platz. vorstellen. Allerdings liegt der sehr nah an dem zweiten Fan Meeting Point der gegnerischen Mannschaft, dem Odeonsplatz. 

„Die Fantrennung mittels Meeting-Points gilt als sicherheitsrechtlicher Standard und wird von der UEFA und den Sicherheitsbehörden gefordert“, so Christine Warta, Sprecherin des zuständigen Referats für Bildung und Sport. Der frühere Treffpunkt am Sendlinger Tor könne wegen der Baustelle nicht genutzt werden. „ Es musste für 2020 eine gut angebundene und innenstadtnahe Alternative gefunden werden. Unter Berücksichtigung aller Belange und Sachzwänge blieb der Alte Botanische Garten.“

Statt Fußballfans möchte BA-Mitglied Felix Lang (SPD, Foto) noch dieses Jahr Straßenkünstler in den Park locken: „Bisher wurde die Gegend kulturell von der Stadt eher stiefmütterlich behandelt.“ Für den Park und den Nordteil des Bahnhofsviertels hat der Lokalpolitiker die Genehmigung für Musiker, Zauberer und andere Künstler gefordert. „Den Antrag müssen wir erst prüfen“, heißt es aus dem Kulturreferat. „Aber er wird auf jeden Fall beim nächsten Runden Tisch mit dem BA besprochen.“

Daniel Schubert

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