„Mit James Bond hat das gar nicht zu tun“

Die Münchner Agenten-Akademie

Kriegt Daniel Craig als Bond bald Konkurrenz? An der Münchner Bundeswehruni kann man nun Geheimdienst studieren.
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Kriegt Daniel Craig als Bond bald Konkurrenz? An der Münchner Bundeswehruni kann man nun Geheimdienst studieren.

München – Deutschlands erster Geheimdienst-Master startet in München – Hallo hat nachgehakt, was wirklich hinter dem vermeintlichen 007-Studiengang steckt

Deutschlands erster Geheimdienst-Studiengang hat diese Woche an der Bundeswehr-Uni München begonnen. Wie viele Studenten dort ausgebildet werden – top secret natürlich. „Dazu geben wir keine Zahlen raus“, sagt Uwe Borghoff, der als Professor und Vize-Präsident der Uni in Neubiberg und Haar den Studiengang gemeinsam mit einem Kollegen konzipiert hat.

Uwe Borghoff hat als Professor und Vize-Präsident der Uni in Neubiberg und Haar den Studiengang gemeinsam mit einem Kollegen konzipiert.

Was nach 007, Spionen und gefährlichen Missionen klingt, scheint in Realität allerdings eher trocken zu sein. „Mit James Bond hat das gar nicht zu tun“, sagt Borghoff, der an der TU München in Informatik promoviert und habilitiert hat. „Wir beleuchten im Studiengang Intelligence-Fragestellungen sowohl wissenschaftlich als auch hochgradig interdisziplinär“, sagt er. Was die Studenten dort erlernen – darüber kann man nur spekulieren. Denn selbst die Inhalte des Studiums will Professor Bond nicht verraten.

Wenn die Teilnehmer ihren Geheimdienst-Master in der Tasche haben, arbeiten sie beim Bundesnachrichtendienst, beim Verfassungsschutz, der Bundeswehr oder dem Militärischen Abschirmdienst. Mit dem Abschluss sollen sie wissen, was wissenschaftlich für ihre Arbeit beitragen kann – etwa bei der Informationsgewinnung und -auswertung.

Einfach einschreiben kann man sich für den Studiengang freilich nicht. „Die Studenten sind handverlesen von den sogenannten Bedarfsträgern ausgewählt“, erklärt der 59-Jährige. Der Beirat sei hochkarätig besetzt. Außerdem benötigen die Studenten eine Sicherheitsüberprüfung, schließlich beschäftigen sie sich mit „eingestuftem Material“, also etwa streng geheimen Dokumenten der Regierung.

Wer denkt, das Spannende an dem Studium sei die 007-artige top secret-Aura, der irrt – zumindest wenn es nach Borghoff geht. „Das Hochinteressante ist, dass es einen solchen Studiengang in Deutschland zum ersten Mal gibt“, berichtet er. Ganz anders als im Ausland, wo diese Disziplinen schon längst angeboten werden.

Zunächst drücken die Studenten die Geheimdienst-Schulbank in München, dann in Berlin. Sobald sie sich für ein Kernstudium entschieden haben, landen sie entweder in München, Berlin oder Brühl. Langfristig, so der Professor, könne der Studiengang auch für Mitarbeiter etwa des Bundeskriminalamts geöffnet werden.

Hanni Kinadeter

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