Haus gerettet

Stadt München kauft Literatenhaus für fast 23 Millionen Euro

Die Stadt München hat das Literatenhaus an der Agnesstraße 48 in Schwabing-West gekauft.
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Die Stadt München hat das Literatenhaus an der Agnesstraße 48 in Schwabing-West gekauft.
  • Sabina Kläsener
    VonSabina Kläsener
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Das Literatenhaus in der Agnesstraße 48 wurde von der Stadt München gerettet - zum stolzen Preis von fast 23 Millionen Euro. Die rechtlichen Konsequenzen sind aber noch unklar.

  • Die Stadt München kauft das Literatenhaus.
  • Das Haus in der Agnesstraße 48 kostet fast 23 Millionen Euro.
  • Die Städtische Wohnungsgesellschaft Gewofag soll nun das Haus übernehmen.

Das Haus an der Agnesstraße 48 ist nun im Besitz der Stadt. Der Stadtrat hat in einer nicht-öffentlichen Sitzung laut Medienberichten zugestimmt, das Vorkaufsrecht auszuüben. Der Preis ist stolz: 22,7 Millionen Euro. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die Hallo vorliegt.

Seit 2019 steht das sogenannte Literatenhaus leer. Anwohner kämpften gegen den Abriss (Hallo berichtete), quasi über Nacht wurde es im November 2019 unter Denkmalschutz gestellt, um es davor zu bewahren. 15 Wohnungen gab es zuletzt in dem circa 100 Jahre alten Gebäude in Schwabing-West.

Das Haus steht in einem Erhaltungssatzungsgebiet, daher hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Alternativ kann der Käufer eine Abwendungserklärung unterzeichnen, in der er sich verpflichtet, keine Luxussanierungen durchzuführen.

Stadt München kauft Literatenhaus in der Agnesstraße 48 für fast 23 Millionen Euro

Im Falle der Agnesstraße hatten sich laut Stadtrats-Vorlage Verkäufer und Käufer auf den Preis von rund 35 Millionen Euro geeinigt. Diese Summe liegt über dem Verkehrswert, den das Bewertungsamt ermittelt hat. In solchen Fällen kann die Kommune preislimitiert kaufen, sprich zum Verkehrswert.

Unklar ist, wie der Verkäufer auf den Erwerb der Stadt reagiert, beispielsweise mit einer Klage. Die Stadt beruft sich bei der Agnesstraße 48 auf das neue Baulandmobilisierungsgesetz, dass Kommunen die Preislimitierung ermöglicht. Zuvor musste die Stadt ebenso viel bezahlen wie der potenzielle neue Besitzer. Da es noch keinen Präzedenzfall gebe, könne man keine Prognose zu rechtlichen Konsequenzen abgeben, erklärt das zuständige Kommunalreferat in den Unterlagen.

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Gewofag soll nun das Haus übernehmen, sodass es wieder bewohnt werden kann. Ein Gutachter hält dabei auch 17 Wohnungen für möglich. Bis in das Gebäude wieder Mieter einziehen können, wird es aber dauern. Die Stadt rechnet mit etwa 17 Millionen Euro für die Renovierung.

Die Literatenhaus ist nicht der einzige Fall dieser Art: Heuer hat der Stadtrat bei neun Gebäuden vom Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht – für rund 71 Millionen Euro. In zwei Fällen ebenfalls mit Preislimitierung. Sechs Käufer unterschrieben Abwendungserklärungen.

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