Der US-amerikanische Architekt Daniel Libeskind plant das Gebäude

Eine zweite Synagoge für München: Neubau inklusive Begegnungsstätte, Kindergarten und Wohnungen - Pläne werden konkret 

Eine Visualisierung verdeutlicht, wie die geplante Synagoge im Lehel aussehen soll.
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Eine Visualisierung verdeutlicht, wie die geplante Synagoge im Lehel aussehen soll.

In München soll eine zweite Synagoge entstehen. Die liberale jüdische Gemeinde hat jetzt einen Antrag auf Vorbescheid bei der Stadt gestellt. 

  • Liberale jüdische Gemeinde plant den Bau einer zweiten Synagoge in München.
  • Das Projekt soll mitten in der Stadt im zentralen Lehel realisiert werden. 
  • Auch eine Begegnungsstätte, ein Kindergarten und Wohnungen sind geplant. 

München/Lehel - Schon lange ist es ein Wunsch von Beth Shalom, der liberalen jüdischen Gemeinde in München, eine Synagoge im Herzen der Stadt zu bauen. Lange Zeit hat man nichts mehr von den Plänen gehört, jetzt liegt der Stadt ein Antrag auf Vorbescheid vor: Auf dem Gelände der Reitmorstraße 41 im Lehel will Beth Shalom die Synagoge mit Begegnungsstätte realisieren. Und das nach dem Entwurf des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der bereits das Jüdische Museum Berlin oder das Denver Art Museum erschaffen hat. 

München: Neue Synagoge mit Begegnungsstätte, Kindergarten und Wohnungen 

Seit zehn Jahren hat die Gemeinde Räume in Mittersendling gemietet – doch diese werden immer knapper. „In den letzten Jahren sind wir kräftig gewachsen, inzwischen haben wir fast 600 Mitglieder“, so Jan Mühlstein, Vorsitzender der Stiftung Synagoge Beth Shalom. Eine Begegnungsstätte würde künftig ganz neue Möglichkeiten eröffnen. In den Räumen sollen nicht bloß eigene Veranstaltungen stattfinden, vielmehr wolle man auch Gastgeber sein. Synagoge und Gemeinderäume machen jedoch nur ein Drittel des Bauprojekts aus. Es sollen außerdem zwölf Wohnungen sowie ein Kindergarten entstehen. 

Derzeit beherbergen Container auf dem Gelände das Haus für Kinder aus der Himbselstraße.

Neue Synagoge für München - jüdische Gemeinde hofft auf finanzielle Unterstützung 

„Ein solches Projekt umzusetzen ist nicht ganz einfach für eine kleine Gemeinde.“ Deshalb habe man die Pläne in den letzten Jahren nochmal überarbeitet. Derzeit sei man dabei, ein finanzielles Konzept vorzubereiten. Mühlstein hofft auf eine finanzielle Unterstützung für das Bauprojekt, dennoch weiß er, dass die Gemeinde einen Teil der Projektkosten selber aufbringen muss. Auch deshalb wolle man den Wohnungsbau in Zusammenarbeit mit einem Partner realisieren. „Auch den Kindergarten werden wir finanziell nicht alleine stemmen können“, erklärt Mühlstein. Wie die Einrichtung strukturiert wird, hänge viel vom künftigen Träger ab. „In unserer Vorstellung gibt es aber zumindest eine Gruppe, in der auch unser Erziehungskonzept mit den religiösen Vorstellungen einbezogen wird“, hofft Mühlstein. Denn auch die Kinder der Gemeinde sollen hier betreut werden. 

Jan Mühlstein ist der Vorsitzende der Stiftung Synagoge Beth Shalom. 

Synagoge im Lehel: Bezirksausschuss hat keine Einwände gegen Antrag auf Vorbescheid

Zeitnah wolle man jetzt die Anwohner über das Projekt informieren. Fest stehe jedoch: Vor dem Ende des Jahres 2021 wird sich wohl nichts tun. Ob anstatt eines Kaufs des städtischen Geländes auch eine Erbpacht möglich ist, wolle man noch mit der Verwaltung klären. Zunächst steht jedoch eine Antwort zum Vorbescheid aus. „Die Prüfung des Vorhabens läuft – wann mit dem Ergebnis zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht abzusehen“, erklärt Ingo Trömer vom Planungsreferat. Der Bezirksausschuss hatte gegen den Antrag auf Vorbescheid keine Einwände. Jörg Hoffmann (FDP) zeigte sich sogar positiv überrascht, dass die Pläne nach so langer Zeit erneut auf der Tagesordnung des Viertelgremiums auftauchen: „Wenn wir der liberalen jüdischen Gemeinde ein Zuhause geben können, dann ist das toll.“ 

Kassandra Fischer

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