„Das tut der eigenen Gesundheit nicht gut.“

München: Todesschreie aus dem Eisbach - was Anwohner jetzt fordern

Ein Blick auf die Eisbachbrücke an der Oettingen-/Theodorparkstraße.
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Anwohner fordern mehr Sicherheit am Eisbach - es geht dabei vor allem um den Abschnitt rund um die Brücke an der Oettingen-/Theodorparkstraße.

Anwohner des Eisbachs empfinden die vielen Hilferufe von Schwimmern als psychische Belastung - welche Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen sie deshalb fordern...

  • Anwohner des Eisbachs kennen Hilferufe von Schwimmern nur zu gut.
  • Es komme sogar so oft dazu, dass es zur psychischen Belastung für die ganze Nachbarschaft werde.
  • Deshalb fordern sie jetzt entsprechende Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen.

Lehel - Sie springen an heißen Tagen in den Eisbach und kühlen sich dort ab. Was für viele der Höhepunkt des Sommers ist, bezeichnen Anwohner als „psychische Belastung“. Petra G. (Name geändert) schildert: „Wir sind immer wieder mit Todesschreien konfrontiert – das tut der eigenen Gesundheit nicht gut.“ Für sie und ihre Nachbarn ist die Situation kaum auszuhalten.

München: Anwohner für mehr Sicherheitsvorkehrungen im Eisbach

Petra G. fordert mehr Rücksicht für Anwohner am Eisbach - immer wieder komme es dort zu Todesschreien, was die Nachbarschaft enorm belaste.

Der Eisbach verläuft größtenteils durch den Englischen Garten. Im nördlichen Lehel verlässt er den Park jedoch für ein kurzes Stück und fließt entlang mehrerer Wohnhäuser. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist dort Hochsaison und Schwimmer lassen sich meist bis zur Tivolibrücke treiben. Doch nicht ohne Risiko: „Der Eisbach ist oft so überfüllt, dass viele in Gefahr geraten“, schildert die besorgte Anwohnerin. „Viele können außerdem nicht richtig schwimmen!“ Die Folge: Tag und Nacht höre man im Abschnitt zwischen der Brücke an der Oettingen-/Theodorparkstraße und der Tivolibrücke laute Rufe. „Schwimmer halten sich an Ästen fest und schreien atemlos um Hilfe.“ Zugang zum Bach gibt es dort keinen richtigen, Rettungsaktionen von Anwohnern sind so kaum umsetzbar. Außerdem sei es oft auch nicht möglich, zu unterscheiden, ob wirklich Hilfe notwendig ist oder nicht. In den letzten Jahren gab es immer wieder Einsätze am Eisbach (siehe Kasten) – Anfang des Jahres ertrank sogar ein Schwimmer. „Das belastet einfach – gerade, wenn man selber Kinder hat.“

Gefahr im Eisbach - das sagt die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung

Auch Ines Holzmüller, Sprecherin der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung betont: „Alle Stellen im Eisbach sind gleichermaßen gefährlich für Badende. Daher stehen entlang des Ufers innerhalb des Englischen Gartens zahlreiche Schilder, die deutlich auf das Badeverbot und die Lebensgefahr hinweisen.“ Für die Anwohner steht jedoch fest: Es braucht noch mehr Maßnahmen. G. betont: „Wir wollen niemandem den Spaß verderben.“ Stattdessen fordert sie eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen: Rettungsringe sowie ein bequemer Ausstieg vor der Brücke – mit Haltevorrichtungen, wie bei der zweiten Surfwelle. Dazu für den Lärm: ein Gitter, das die Brücke absperrt, so dass Schwimmer gar nicht mehr unten durch kommen.

Anwohner fordern, dass kurz vor der Eisbachbrücke an der Oettingenstraße ähnliche Haltevorrichtungen wie vor der zweiten Surfwelle angebracht werden – auch zum Lärmschutz der Anwohner.

Hilferufe aus dem Eisbach: BA plant runden Tisch

„Die Maßnahmen vor der Diana­badschwelle haben 2014 etwa 50 000 Euro gekostet“, so Holzmüller. Zum besagten Abschnitt könne man jedoch keine Aussagen machen – das liege im Gebiet der Stadt München. In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses entschied das Gremium deshalb: Es soll einen Runden Tisch mit dem Finanzministerium, der Schlösser- und Seenverwaltung, dem RGU, dem KVR sowie Bürgern und BA-Vertretern geben. G. hofft dadurch auf Besserung. Ihr Urteil zur aktuellen Situation: „Jeder Horrorfilm endet mal – nur unserer nicht.“

Einsätze im Eisbach

„Seit 2016 gab es elf Einsätze am beziehungsweise im Eisbach“, erklärt Brandin­spektor Johannes Schorer von der Münchner Feuerwehr auf Hallo-Nachfrage. Sieben der Einsätze hätten an der ersten Surfwelle an der Prinzregentenstraße stattgefunden, drei an der zweiten Surfwelle an der Oettingenstraße und einer an der Tivolibrücke. Schorer: „Insgesamt sind dabei drei Personen verstorben und eine wurde in ein Krankenhaus gebracht.“

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