Höchster Stand seit 2005

Ansturm auf 5. Klasse – Rekordzahlen bei Einschreibung für städtische Gymnasien

1,5 Meter Abstand halten – das wird ab September im Unterricht nicht mehr möglich sein. Schon gar nicht in den sowieso schon beengten Gymnasien in München.
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1,5 Meter Abstand halten – das wird ab September im Unterricht nicht mehr möglich sein. Schon gar nicht in den sowieso schon beengten Gymnasien in München.

Es wird mit Verunsicherung auf September gesehen. Für dieses Schuljahr wurden extrem viele Schüler an Gymnasien angemeldet. Das sind die Sorgen der Lehrer...

  • Rekordzahlen bei Einschreibung für städtische Gymnasien.
  • Kritische Lage vor allem zu Corona-Zeiten.
  • Verunsicherung und Sorgen von Seiten der Lehrer.

München – Gymnasien, die über 60 Kinder abweisen müssen. Gymnasien, die mit acht 5. Klassen ins neue Schuljahr starten... 

An den insgesamt 42 öffentlichen Gymnasien Münchens erfolgten zum Schuljahr 5385 Anmeldungen – der höchste Stand seit 2005, wie das Kultusministerium auf Hallo-Anfrage mitteilte. 

„Wir sehen mit Verunsicherung auf den September“

Besonders deutlich ist der Zuwachs bei den 14 städtischen Gymnasien – er liegt bei über fünf Prozent. Raumnot, enge Verhältnisse – in Münchner Gymnasien nichts Neues, aber in Corona-Zeiten besonders kritisch. 

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo hat angekündigt, zum Schulstart am 8. September „im Regelbetrieb mit Hygienemaßnahmen zu starten“. Auf Abstandsregelungen solle ab dem neuen Schuljahr verzichtet werden. 

„Wir sehen mit Verunsicherung auf den September“, gesteht Michael Schwägerl (Foto), Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands, der die Lehrkräfte an Gymnasien vertritt. 

„Wir sehen mit Verunsicherung auf den September“, gesteht Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands.

„Die Bedingungen stehen noch nicht fest, wir haben bereits Vorschläge eingebracht, auch in Verbindung mit vermehrten Testungen.“ Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht sieht er als zwingend notwendig. 

„Das Persönliche, das Emotionale geht sonst verloren.“ Trotzdem müsse das Kultusministerium daran arbeiten, alle Lehrkräfte mit Material, Methodik und rechtlichen Grundlagen im digitalen Unterricht auszustatten. 

„Bisher konnten wir beispielsweise im Digitalunterricht keine Noten vergeben“, so Schwägerl. Die Gymnasien leiden allerdings unter keinem Personalmangel wie die Grund-, Mittel- und Förderschulen. Dort fehlen rund 1400 Fachkräfte. 

„Durch Corona fallen nochmals zwölf Prozent mehr Angestellte und Beamte aus, die zur Risikogruppe gehören“, erklärt Simone Fleischmann (Foto), Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). 

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV).

Ob es auch im Schuljahr 2020/21 so bleibt, dass Schwangere sowie Menschen mit Vorerkrankungen nicht zurück in den Präsenzunterricht dürfen? 

„Das hängt von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab und wird in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entschieden werden“ heißt es von Seiten des Kultusministeriums. 

Nach den Plänen des Kultusministers soll laut Fleischmann bis Weihnachten mit zusätzlichen Förderangeboten verlorener Unterricht aufgeholt worden sein. „Wir wollen die Förder- und Brückenangebote vermitteln. 

Aber diesmal wird es nicht um vereinzelte Fälle gehen, sondern um bis zu 25 bis 30 Prozent der Schüler einzelner Klassen“, betont Fleischmann. „Diese Massivität können wir Lehrer nicht alleine stemmen.“ 

mjh/mak

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