Was wird neu 2020? Die große Jahresvorschau der BA-Chefs 

Die große Jahresvorschau für die Münchner Altstadt und Schwabing – Was bringt 2020?

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Durch die Aufwertung des Artur-Kutscher-Platzes hofft Werner Lederer-Piloty (r.) auf eine bessere Aufenthaltsqualität.

Bekommt München ein Dietl Denkmal und eine autofreie Innenstadt? Was sich 2020 in den Viertel regt, erklären die BA-Chefs in Hallo München...

Ein Dietl für Schwabing

Schwabing – Ob durch die Aufwertung von prominenten Plätzen oder durch die Schaffung kultureller Denkmäler – in Schwabing tut sich dieses Jahr allerhand. Hallo hat beim langjährigen BA-Vorsitzenden Werner Lederer-Piloty (77, SPD) nach den wichtigsten Projekten des Jahres 2020 gefragt. 

BA-Vorsitzenden Werner Lederer-Piloty (SPD).

Artur-Kutscher-Platz
Im Frühjahr beginnen die Arbeiten am Artur-Kutscher-Platz. Die Fläche wird umgestaltet, damit dort die Aufenthaltsqualität steigt. Während dafür Parkplätze weichen müssen, sind mehr Bäume, eine zusätzliche Begrünung, komfortable Sitzgelegenheiten und auch Fahrradstellplätze geplant. Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben durchgezogen werden – daran glaubt auch Lederer-Piloty: „Wir sind zuversichtlich, dass die für 2020 versprochene Umsetzung tatsächlich im Zeitplan durchgeführt wird.“

Siegestor
„Der Umbau und die Neugestaltung rund um das Siegestor stehen kurz vor dem Abschluss“, freut sich Lederer-Piloty. Um das Umfeld des prägenden Monuments aufzuwerten, baut das Baureferat den Platzbereich rund um das Siegestor derzeit nämlich um. „Autostellplätze mussten einer großzügigen Platzfläche mit Rosenbepflanzungen, Sitzinseln und hoher Aufenthaltsqualität weichen“, erklärt der Bezirksausschuss-Chef. „Dazu kommen Pappelreihen nach historischem Vorbild.“ Bereits im Frühjahr soll der neue Platzbereich fertiggestellt werden. 

Helmut-Dietl-Denkmal
Helmut-Dietl-Fans haben allen Grund zur Freude: Der „Monaco Franze“ auf der Münchner Freiheit bekommt nämlich Gesellschaft von seinem Macher. Eine derartige Würdigung des Münchner Regisseurs war ein Herzensanliegen von Lederer-Piloty selbst. „Ich habe mich jahrelang persönlich dafür eingesetzt“, sagt der BA-Vorsitzende. Der Künstler Nicolai Tregor arbeitet derzeit an der Helmut-Dietl-Skulpur, die es dort bald neben Helmut Fischer zu bestaunen gibt. Im Rahmen eines kleinen Volksfests Ende März soll die fertige Skulptur feierlich enthüllt werden. 

Schwabinger Tor
Bereits seit geraumer Zeit ist das Stadtquartier Schwabinger Tor fertig und bezogen. „Das moderne Quartier über den riesigen Tiefgeschossen, in denen der komplette Autoverkehr abgewicket wird, hat Form angenommen“, sagt Lederer-Piloty. Eine Sache bedauert er jedoch: „Was noch immer fehlt, ist der versprochene Kulturbaustein.“ Fest steht für ihn deshalb: „Der BA wird die Bauherren intensiv an deren Versprechen erinnern und auf die Realisierung dieser Kulturkomponente drängen.“

Parkplätze verschwinden

Altstadt/Lehel – In Münchens Zentrum gibt es derzeit viele Großbaustellen. Während die Bauarbeiten am Marienhof für die zweite Stammstrecke noch einige Jahre dauern, soll der Neubau der Tiefgarage am Thomas­-Wimmer-Ring Ende September 2021 fertig werden. Zum neuen Jahr berichtet BA-Chef Wolfgang Neumer (60, CSU), was für Sanierungen beim Viktualienmarkt anstehen und welche Lösung er gegen Lärmbelästigungen im Zentrum sieht.

BA-Chef Wolfgang Neumer (CSU).

Herr Neumer, der Viktualienmarkt wird derzeit saniert. Was tut sich dort in diesem Jahr?
Einige Stände fehlen schon, die Vorbereitungen laufen Stand für Stand. Die Hütten sind nämlich zum Teil schon uralt. Deshalb wird es dort insgesamt neu, sauberer und hygienischer. Außerdem kommt es zu wesentlichen Verbesserungen bei den Toiletten und Kühlräumen.

Wie anders muss man sich den „neuen“ Viktualienmarkt denn vorstellen?
Optisch versuchen wir, dass sich nichts ändert. Ich bin froh, dass wir erreichen konnten, dass der Viktualienmarkt so erhalten bleibt, wie er war und dort jetzt ganz sanft renoviert wird. Die Kunden sollen kaum etwas davon mitbekommen. Es soll alles im laufenden Betrieb passieren, damit man den Viktualienmarkt immer noch genießen kann.

Eine Großbaustelle gibt es derzeit am Marienhof für die zweite Stammstrecke. Wie ist das für die Anwohner?
Nachts, wenn der Aushub über die Residenz/Maximilianstraße weggefahren wird, kommt es zu einer starken Lärmbelästigung. Wir müssen deshalb schauen, wie man den Bauverlauf maßgeblich beeinflussen kann, dass es so gering wie möglich bleibt.

Wo gibt es sonst Lärmprobleme in der Innenstadt?
Lärmbelästigungen durch Freischankflächen gibt es bis ins Lehel hoch. In der Müllerstraße/Feierbanane machen Kneipen zum Teil erst um halb elf/elf nachts auf – mit entsprechenden Auswirkungen. Ich bin ja ein Befürworter der Sperrstunden, doch der Stadtrat hat sie inzwischen außer Kraft gesetzt.

Anderes Thema: Was ändert sich 2020 in der Verkehrsführung der Altstadt?
Im Zuge des Umbaus der Ludwigsbrücke sollen Fahrspuren in beide Richtungen entfallen. Der Bezirksausschuss hat sich mehrheitlich gegen diese Pläne ausgesprochen, weil es dann zu Staus in den Nebenstraßen kommt und sich der Verkehr ins Viertel ausbreitet. Wir müssen erst nach Lösungen suchen und sollten diese nicht gefunden werden, dann stimmen wir auch nicht dafür.

Apropos Verkehr: Wie steht es um die Parkplatzsituation im Viertel?
Es kommt immer wieder zu einer willkürlichen Abschaffung von Parkplätzen im Lehel und in der Altstadt. Der Parkplatzsuchverkehr wird deshalb immer größer, vor allem im November und Dezember. Statistiken zeigen dann, dass 80 Prozent des Verkehrs in der Innenstadt Parkplatzsuchverkehr ist.

Ist eine autofreie Innenstadt dann die Lösung?
Das ist nicht möglich, weil Gewerbe Zulieferer brauchen. Das passiert mit Pkw oder Lkw und muss möglich sein.

Dennoch werden immer mehr Straßen verkehrsberuhigt. In der Dienerstraße wurden kürzlich Betonkübel aufgestellt. Sind das die richtigen Maßnahmen?
Maßnahmen wie die in der Dienerstraße finde ich schlimm! Dort gibt es eine wunderschöne, denkmalgeschützte Fassade und die stellt man einfach zu?!

Wird auch das Tal künftig autofrei?
Im Tal wurde umgebaut, um Fußgängern mehr Platz zu geben. Jetzt haben wir dort allerdings täglich bis halb zwölf am Mittag ein Verkehrschaos. Früher oder später wird das Tal jedoch zur Fußgängerzone werden. Das heißt, dass dann auch die Buslinie wegfällt – ich bin dann gespannt, wie darauf reagiert wird. 

Kassandra Fischer 

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