Polizei musste Fläche schon mehrfach räumen

München: Konflikte wegen Lärm, Müll & Freischankflächen am Georg-Elser-Platz - Kompromiss soll helfen

Anwohner des Georg-Elser-Platzes finden: Das Café Zeitgeist nimmt zu viel Fläche ein. Ein Kompromiss soll jetzt die Situation verbessern.
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Anwohner des Georg-Elser-Platzes finden: Das Café Zeitgeist nimmt zu viel Fläche ein. Ein Kompromiss soll jetzt die Situation verbessern.
  • Kassandra Fischer
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Anwohner stören sich an Lärm, Müll und vergrößerten Freischankflächen – ein Kompromiss soll jetzt die Situation verbessern.

  • Am Georg-Elser-Platz kommt es immer wieder zu Konflikten.
  • Anwohner fordern sogar ein Alkoholverbot.
  • Wie Polizei und Stadt die Situation einschätzen, welcher Kompromiss jetzt helfen soll.

MAXVORSTADT - Anwohner des Georg-Elser-Platzes gehen auf die Barrikaden: Feiernde, nächtliche Ruhestörung und in der Folge Müll – all das stinkt ihnen derzeit gehörig. „Bis zu 500 Personen feiern teilweise ohne Maske“, so der Tenor. Sie fordern deshalb mitunter ein Alkoholverbot am Platz. „Es handelt sich schließlich immer noch um einen Gedenkort“, betont Hella Schlumberger von der Georg-Elser-Initiative.

München: Konflikte wegen Lärm, Müll & Freischankflächen am Georg-Elser-Platz 

Auf Hallo-Nachfrage bestätigt die Polizei: „Seit März gab es dort sieben Einsätze.“ Vor Ort seien „große Personengruppen“ bis zu 100 Menschen gewesen. „In den meisten Fällen haben wir den Platz geräumt und Anzeigen verteilt“, heißt es weiter. Man habe den Platz auf dem Schirm, mit Zuständen wie am Gärtner- oder Wedekindplatz sei die Lage jedoch nicht vergleichbar.

Zugespitzt hat sich die Situation vor allem durch den Lockdown und das To-Go-Geschäft der vielen Gastro-Betriebe der angrenzenden Türkenstraße. Auch das Kreisverwaltungsreferat (KVR) weiß vom Problem. „Ein großer Teil der Menschen am Platz versorgte sich mit Speisen und Getränken aus vielen anderen umliegenden Gewerbebetrieben oder nimmt diese von zu Hause mit“, so ein Sprecher. Mit der Wiedereröffnung der Außen- sowie künftig auch der Innengastronomie erwarte man eine spürbare Entlastung.

Ärger um Freischankflächen - Café Zeitgeist bereit für Kompromiss

Doch genau hier gibt es den nächsten Konfliktpunkt. Seit Sommer 2020 hat das ansässige Café Zeitgeist zusätzliche temporäre Freischankflächen genehmigt bekommen. Rund 64 Quadratmeter, die als Ausgleich für die pandemiebedingt stark reduzierte Sitzplatzzahl dienen sollen. Die Betreiber sind gerade nach der langen Zwangspause dankbar dafür. Trotzdem habe man immer noch weniger Plätze als vorher.

Denn: An einem großen Tisch sitzen im ungünstigen Fall bloß zwei Personen, wo vorher acht sitzen konnten. Für die Anwohner steht jedoch fest, dass zu viel Fläche des Platzes genehmigt wurde. Denn auch der Durchgang zur Straße falle schwer. „Das Lokal nimmt überdurchschnittlich viel Platz ein, das kann nicht mehr so weitergehen“, klagt Nachbar Werner Prügner.

„Das Problem dürfte eher größer als kleiner werden“

Ein Kompromiss zwischen den Betreibern, dem KVR und dem BA soll jetzt Abhilfe schaffen. „Wir reduzieren zum ersten Juni die Außenplätze unter der Kastanie einvernehmlich“, bestätigt das Café Zeitgeist gegenüber Hallo. Man sei zwar nicht glücklich, aber habe den Kompromiss im Sinne einer nachbarschaftlichen Einigung geschlossen. Dass sich hierdurch die allgemeine Situation am Platz verbessert, bezweifeln die Betreiber jedoch. Dort wo bald die Tische weichen, können derzeit etwa zehn bis 15 Personen sitzen. „Bei freier Nutzung können dort 30 bis 40 Menschen stehen.“ Sie befürchten deshalb: „Das Problem dürfte eher größer als kleiner werden – aber wir werden sehen.“

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