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Wegen der Verzögerung der Zweiten Stammstrecke soll die Fußgängerzone schon 2023 verlängert werden

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Von: Kassandra Fischer

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Blick in die Zukunft: Eine Visualisierung zeigt, wie das Tal bereits im Jahr 2023 aussehen könnte.
Blick in die Zukunft: Eine Visualisierung zeigt, wie das Tal bereits im Jahr 2023 aussehen könnte. © Andreas Gregor

Das Rathaus will das Tal zur Fußgängerzone umfunktionieren - erheblich früher als geplant. Als Grund hierfür werden die Verzögerungen bei der Zweiten Stammstrecke genannt.

Altstadt Das Tal soll zur Fußgängerzone werden – und zwar deutlich früher als geplant. Die grün-rote Rathauskoalition hat sich darauf geeinigt, dass die Umwandlung bereits 2023 – „nach einer kurzen Pilotphase“ umgesetzt wird. Bau- und Mobilitätsreferat sollen dafür noch in diesem Jahr einen konkreten Vorschlag erarbeiten.

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Prioritäten fürs Tal

Bänke, Wasserspiele und mehr Grün – die Rathausmehrheit hat große Visionen für das Tal. Eine Herausforderung ist dabei, den aktuellen Baustellenverkehr umzuleiten. Eine Alternative wäre die Maximilianstraße, prüfen muss das nun allerdings das Mobilitätsreferat. Anwohnerparkzonen soll es zwischen Maximilian- und Westenriederstraße geben, ein kleiner Elektro-Bus könnte mobilitätseingeschränkte Personen künftig durchs Tal sowie die gesamte „Fuzo“ transportieren.

Radeln soll man weiterhin dürfen – beispielsweise in Form einer Fahrgasse. Wenn möglich sollen zeitgleich auch die Westenriederstraße zur Fußgängerzone und der Isartorplatz zeitnah fuß- und radverkehrsfreundlicher gestaltet werden. Analog zur Sendlinger Straße ist auch eine Bürgerbeteiligung geplant. 

Tal wird zur Fußgängerzone: Änderung kommt früher als geplant

Grund sind die Verzögerungen bei der Baustelle zur Zweiten Stammstrecke, die nun voraussichtlich bis 2037 dauern soll. Bislang war von einer Fertigstellung im Jahr 2028 ausgegangen worden. Der Plan war, bis dahin – und so lange der Baustellenverkehr durch das Tal abgewickelt wird – dort lediglich kurzfristige Maßnahmen umzusetzen. In welcher Form stand lange zur Debatte. Proteste gab es dabei vermehrt von der Bürgerinitiative (BI) Tal 8.

Nun will die Rathausmehrheit nicht mehr warten. Für den Baustellenverkehr sei das Tal „schon heute nicht geeignet, da dort oft der Lieferverkehr in der zweiten Reihe parkt“, erklärt Nadine Roithmaier, Fraktionsreferentin von SPD/Volt auf Nachfrage. „Außerdem hat die Deutsche Bahn die Entscheidung getroffen, den Beton am Marienhof selbst zu mischen und nur die Grundstoffe außerhalb der Hauptverkehrszeit anzuliefern.“

Und: Selbst wenn sich die Stammstrecke verzögern sollte, betreffe es nicht die Baustelle am Marienhof, die als eines der ersten drei Bahnhofsbauwerke fertig werden soll. Eine schnellere Umwandlung des Tals begrüßt auch die BA-Vorsitzende Andrea Stadler-Bachmaier (Grüne) voller Vorfreude. Wichtig ist für sie dabei, dass sowohl BA als auch Bürger beteiligt werden. Zudem betont sie: „Ich wünsche mir, dass es nicht wieder zu Verzögerungen oder Vertagungen kommt, es wäre schön, wenn gemeinsam daran gearbeitet wird.“ Hallo hat zusammengefasst, welche Forderungen es zum neuen Tal außerhalb der Politik gibt.

Anwohner:„Das Tal muss münchnerisch bleiben

„Wir sind gespannt, wie die unterschiedlichen Bedürfnisse aufgefangen werden und lassen uns überraschen“, sagt Margarete Stadlbauer von der Bürgerinitiative Tal. „Wenn alle Zielkonflikte mit der Fußgängerzone zufriedenstellend gelöst werden können, dann ist das gut.“ Dass auch Ideen der Initiative aufgegriffen wurden, freue sie. Äußerst positiv sieht sie beispielsweise die geplanten Anwohnerparkzonen.

Wichtig sei jedoch auch die „Identität der Straße“. Anwohner dürften nicht vertrieben, das Tal durch eine Umwandlung in eine Fußgängerzone nicht zu einem „Touristenviertel“ werden und in der Folge womöglich gar nicht mehr „münchnerisch“ sein. Äußerst wichtig sei deshalb eine funktionierende und langfristige Bürgerbeteiligung. „Wir müssen dauerhaft miteinander sprechen“, betont Stadlbauer. Wünschenswert wäre es außerdem, wenn die Pilotphase ein ganzes Jahr dauern und somit einmal alle Jahreszeiten abdecken würde.

Angst vor Verkehrschaos im Umfeld 

„Wir sollten jetzt nicht in Aktionismus verfallen“ – davor warnt Wolfgang Fischer von „CityPartner“. Eine mögliche Umleitung über die Maximilianstraße – allem voran über die Engstelle des Hofgraben zwischen Maximilianstraße und Altem Hof wird von ihm äußerst kritisch gesehen. Denn: Schwerlaster im Gegenrichtungsverkehr seien dort, sowie an der Hildegardstraße, nur schwer vorstellbar. „Es ist aus unserer Sicht nicht zielführend, eine Straße ,aufzuhübschen‘ und im gesamten Umfeld ein Verkehrschaos zu produzieren.“ 

Mehr Mobilitätsangebote einplanen

„Die Zukunft der bestehenden Buslinie 132 muss mitgeplant werden“, fordert Andreas Barth von „Pro Bahn“. Zentrumsnahe Haltestellen im Bereich um Marienplatz und Viktualienmarkt seien wichtig, Kleinbusse für mobilitätseingeschränkte Personen hingegen nicht ausreichend. „Das ist für eine Stadt der Größe Münchens zu klein gedacht“, kritisiert Barth. Jede Ausweitung der Fußgängerzone müsse durch entsprechende Maßnahmen beim Oberflächenverkehr von Bahn und Bus begleitet werden, so die Forderung. Langfristig könne „Pro Bahn“ sich rund um die Altstadt sogar zusätzliche Tramstrecken und -haltestellen vorstellen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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