Der Sommer kann kommen

Hallenbäder öffnen schrittweise im Juli – Besuch ohne Reservierung möglich

Hallenbäder in München öffnen im Juli – Besuch ohne Reservierung möglich.
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Hallenbäder in München öffnen im Juli – Besuch ohne Reservierung möglich.

Die ersten Freibäder in München sind schon geöffnet, jetzt ziehen die Hallenbäder im Juli nach. Auch die Saunen sind teilweise wieder offen. Eine Übersicht...

  • Hallenbäder und Saunen in München öffnen wieder.
  • Die ersten Freibäder  sind schon geöffnet - mit umfangreichen Hygienemaßnahmen
  • SWM-Bäderchefin Christine Kugler erklärt, welche Regeln beim Besuch zu beachten sind 
  • Baureferat und BRK-Wasserwacht äußern sich zur Situation an Badeseen 

Becken frei für Wasserratten: Nun öffnen auch erste Hallenbäder und Saunen wieder. Den Anfang macht die Olympia-Schwimmhalle am Mittwoch, 1. Juli, die samt Saunabereich öffnet – der Kinderplanschbereich bleibt noch geschlossen. 

Das Nordbad öffnet am Montag, 6. Juli, inklusive des Saunabereichs, ebenso das Cosimabad – jedoch ohne Welle. Die Wellnessbereiche im Prinzregenten- und Dantebad sind dann auch wieder zugänglich. 

Das Südbad zieht mitsamt Saunabereich am Mittwoch, 8. Juli, nach. Für den Besuch sind keine Reservierungen nötig. Bei starkem Andrang kann es zu Wartezeiten kommen. Weitere Infos zum Besuch gibt es im Internet unter www.swm.de.

Freibäder in München öffnen wieder - welche Regeln dort und an Badeseen gelten

Erstmeldung: 06. Juni.2020 - Der Fahrplan steht: Am 8. Juni sollten die Freibäder Bad Georgenschwaige, Schyrenbad, Dantebad, Prinzregentenbad öffnen.

Enges Treiben in Sommer- und Freibädern der SWM (hier das Prinzregentenbad) wird es heuer nicht geben.

Freibad-Wiedereröffnung in München: "Schafskälte" verschiebt Termin auf Fronleichnam

Aufgrund der sogenannten "Schafskälte" - Temperaturen um die 17 Grad, Regen und Gewitter, die bis Mittwoch vorhergesagt sind - mussten die SWM den Termin jedoch auf Fronleichnam, Donnerstag, 11. Juni, verschieben.

Ab 13. Juni ziehen das Michaelibad, Westbad und das Ungererbad nach. Ob das Naturbad Maria Einsiedel heuer öffnet, ist noch unklar. „Wir warten derzeit auf eine Einschätzung des Umweltbundesamts“, erklärt SWM-Bäderchefin Christine Kugler.

Geltende Bestimmungen: Ticketreservierungen über die Website - Besucheranzahl begrenzt auf Badgröße

In allen Bädern gelten folgende Bestimmungen: Tickets müssen künftig über die Website der SWM reserviert werden (maximal sechs pro Person, drei Tage im Voraus). Bezahlt wird vor Ort. Für Badegäste ohne Internetanschluss soll es auch an der Bäderkasse Karten geben.

Die Besucheranzahl wird begrenzt – abhängig von der Badgröße. Im Prinzregentenbad zum Beispiel werden 620 Münchner baden können.

Umkleiden, Sportplätze und Sprudelbecken bleiben gesperrt

Umkleiden und Duschräume bleiben gesperrt. Wer duschen will, verwendet die Kaltduschen an den Becken. Sportplätze wie Volleyballplätze bleiben geschlossen, genau wie Sprudelbecken, Wasserpilze und Strömungskanäle.

Keine Maske beim Baden - Mindestabstand wird kontrolliert, Appell an Eigenverantwortung der Gäste

Abstand halten: Das Personal kontrolliert den Mindestabstand auf den Liegewiesen und achtet darauf, dass die Becken nicht überfüllt sind. Die SWM appellieren jedoch an die Eigenverantwortung der Badegäste, die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen einzuhalten.

Beim Baden muss keine Maske getragen werden, wohl aber auf dem Weg zur Toilette oder in den Kassengebäuden.

Gedränge gibt es bei den Rutschen heuer nicht – das Personal der SWM-Bäder achtet darauf, dass die Becken nicht überfüllt sind.

Öffnungszeiten und Preise

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag ab 10 Uhr, Freitag bis Sonntag und an Feiertagen ab 9 Uhr, bei schönem Wetter bis 20 Uhr. Der Stadionbereich im Dantebad ist täglich bis 23 Uhr geöffnet. Unter 17 Grad Höchsttemperatur bleiben einige Sommerbäder geschlossen.

Preise: Normalpreis: 5 Euro; Ermäßigungsgruppe A (Jugendliche bis zum 15. Geburtstag / Schwerbehinderte): 3 Euro; Preise mit SWM Bäderkarte: 4,50 Euro beziehungsweise 2,70 Euro.

SWM-Bäderchefin Christine Kugler im Interview über den Freibad-Besuch im Sommer

Am 11. Juni öffnen die ersten Sommerbäder der Stadt – mit umfangreichen Hygienemaßnahmen, um die Infektionsgefahr zu minimieren.

Gesellt sich zur Taucherbrille in Zeiten von Corona der Mund-Nasen-Schutz? Wie viele Menschen können gleichzeitig ins Freibad und wie wird die Besucherzahl reguliert? SWM-Bäderchefin Christine Kugler über den Freibad-Besuch in diesem Sommer.

SWM-Bäderchefin Christine Kugler

SMW-Bäderchefin Christine Kugler im Interview: Einhaltung der Hygienemaßnahmen ermöglicht Badespaß

Frau Kugler, wie können die Münchner dazu beitragen, dass der Freibadbesuch trotz Corona klappt? 

Zunächst bitten wir, geduldig und etwas nachsichtig zu sein. Es ist eine neue Erfahrung und wir lernen dazu. Dann wäre es großartig, wenn sie sich schnell an das Online-Reservierungssystem gewöhnen.

Außerdem appellieren wir an die Eigenverantwortung der Gäste, die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen einzuhalten. Es ist eine Zeit, in der wir solidarisch sein müssen, um die Infektionsgefahr gering zu halten.

Ich denke, es ist sicherer zu uns zu kommen als an den Badesee. Hält man sich an die Hygienemaßnahmen, kann man den Badespaß doch recht privilegiert genießen.

Damit meinen Sie, dass die Bäder nicht so voll sind?

Genau. Die Stresstage wird es nicht geben.

SMW-Bäderchefin Christine Kugler im Interview: Können Münchnern schönen Sommer bereiten

Wie viele Menschen dürfen gleichzeitig in die Bäder?

Das richtet sich nach der Größe der Liegewiese und der Wasserfläche. Es gibt hier zwei verschiedene Vorgaben: eine unseres Dachverbands, eine vom Freistaat. Wir haben uns an diejenige gehalten, die den Gästen mehr Raum lässt.

Sind die Sommerbäder dann nicht schnell voll?

An 20 bis 30 Prozent der Tage könnten wir an die Kapazitätsgrenzen stoßen. Aber an allen anderen Tagen dürften wir dem Bedarf gerecht werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir den Münchnern einen schönen Sommer bereiten können.

Allerdings ist noch unsicher, wie das Besucherverhalten dieses Jahr sein wird: Werden Leute, die im Home Office arbeiten, vermehrt während des Tages kommen? Gehen andere lieber an den Badesee? Hier müssen wir flexibel bleiben und reagieren können.

SWM-Bäderchefin Christine Kugler im Interview: Jeder Gast braucht einen Reservierungscode

Stichwort Reservierungspflicht...

Das System hat einen großen Vorteil: Man weiß, dass man garantiert rein darf. So können enttäuschte Gesichter vor der Kasse vermieden werden.

Jeder braucht einen Reservierungscode, auch Nutzer, die keinen Eintritt zahlen müssten wie Kinder mit Ferienpass, München-Pass-Inhaber und Begleitpersonen von Schwerbehinderten.

Deshalb können die Tickets nur reserviert und nicht gleich online gekauft werden?

Eventuell ist das Ticketing noch zuschaltbar, das Modul befindet sich jedoch noch in der Testphase. Dann hätte man zwei Codes, die an der Kasse gescannt werden. Die Drehkreuze bleiben in diesem Sommer gesperrt.

SWM-Bäderchefin Christine Kugler im Interview: Müssen kontaktfreies Baden garantieren

Herrscht im Bad Maskenpflicht?

Die Gäste sollten eine Maske dabei haben. Wenn man zum Beispiel auf die Toilette oder durch das Kassengebäude im Dante- oder Prinzregentenbad geht, muss man sie tragen. Im Becken nicht.

Wie sieht es mit Abstand halten im Freibad aus?

Vor der Kasse sind Abstandsmarkierungen angebracht, auf der Liegewiese werden Mitarbeiter Abstandsregeln kontrollieren. Wir müssen kontaktfreies Baden garantieren. Die Bademeister werden daher die Badegastlimitierung im Becken kontrollieren.

Gedränge gibt es auch am Springturm heuer nicht. Die SWM hat ein Hygienekonzept ausgearbeitet, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

SWM-Bäderchefin Christine Kugler im Interview: Wenn Hallenbäder öffnen dürfen, wird Personalsituation schwierig

Ist der Personalbedarf aufgrund der Maßnahmen höher?

Es ist etwa ein Drittel mehr Personal nötig. Jetzt haben wir Mitarbeiter teilweise aus der Kurzarbeit zurückgeholt.

Dadurch ist es im Moment auskömmlich, aber wenn die Hallenbäder öffnen dürfen, wird es schwierig. Dann müssen Saisonkräfte gefunden werden und die Hallenbäder können wahrscheinlich nur peu à peu öffnen.

Wie sah die Corona-Zwangspause in den Münchner Bädern aus?

Wir haben die Sommerbäder ausgewintert und anschließend in einen Ruhezustand versetzt. Wir haben aber auch die Chance genutzt, um die ein oder andere Instandhaltung in den Hallenbädern vorzuziehen.

Waren die Firmen dafür so spontan zu finden?

Das war unter anderem abhängig von der Komplexität der Maßnahmen. Wenn Spezial-Firmen eingetaktet sind, war es schwierig. Es konnten jedoch einige Sommerrevisionen in den Hallenbädern umgesetzt werden.

Diese Regeln gelten an den Badeseen

Dicht nebeneinander liegende Handtücher, im Wasser spielende Kinder und Stand-Up-Paddler Seite an Seite: Im Sommer fläzt gefühlt ganz München an Isarufer und den städtischen Badeseen.

An heißen Tagen einer der Haupttreffpunkte in München: der Lußsee im Westen der Stadt.

Nachdem heuer zahlreiche Reisen ausfallen, könnten noch mehr Münchner die hemischen Badestellen zu schätzen wissen - und diese so zu potenziellen Infektionshotspots werden.

Gefahr auf Übertragung im Wasser überschaubar - auf Liegewiesen und bei engem Kontakt nicht

Im Wasser dürfte die Gefahr überschaubar sein: "Bislang gibt es keine Hinweise auf eine SARS-CoV-2-Übertragung durch fließendes oder stehendes Gewässer, also auch in Badeseen", erklärt Dr. Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum Rechts der Isar.

"Allerdings gilt dies nicht für die Liegewiesen und bei sehr engen Wasserkontakten."

Baureferat: Badestellen können unter Einhaltung der geltenden Corona-Pandemie Verordnung genutzt werden

Bisher hat die Stadt aber noch keine Beschränkungen vorgesehen: "Die Badestellen sind derzeit alle uneingeschränkt zugänglich", heißt es vom zuständigen Baureferat.

Und weiter: "Die Badestellen können unter Einhaltung der im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie geltenden Verordnung des Freistaats genutzt werden." Heißt: Auch im Wasser und auf den Liegeflächen gelten Kontaktbeschränkungen und Mindestabstand, Grillen ist verboten.

Parkaufsicht und Wasserwacht dürfen Regelverstöße nur ansprechen

An der Isar achtet darauf die Parkaufsicht. Im Gegensatz zur Polizei hat sie nicht die Befugnis, Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige zu bringen. "Regelverstöße dürfen deshalb nur angesprochen, jedoch nicht durchgesetzt werden", erklärt das Baureferat.

Gleiches gilt für die Wasserwacht des BRK, die an zehn Stationen in und um München für Sicherheit sorgt. "Wir werden darum niemanden auf das Einhalten der Infektionsschutzregeln ansprechen. Aber natürlich haben wir selbst eine Vorbildfunktion", sagt Sprecherin Daniela Haupt.

Aufsichtpersonen müssen Abstand halten und Masken tragen

Darum ist für die Aufsichtspersonen an den Stationen sowie beim Kontrollieren ihres Gebiets Abstand und Mund-Nasen-Schutz Pflicht.

Auch mit Masken und Infektionsschutzanzügen ist die Wasserwacht ausgestattet. An allen Stationen wurden Klingeln angebracht, mit denen Patienten auf sich aufmerksam machen sollen, bevor sie eintreten dürfen. "Das kommt super an."

Daniela Haupt von der Wasserwacht des BRK.

Deutlich mehr Badegäste an der Isar als im Vorjahr

An der Isar beobachtet die Wasserwachtlerin bisher deutlich mehr Badegäste als im Vorjahr. Gleichzeitig hat die Wasserwacht wegen der Corona-Pandemie die Stärke ihrer Mannschaften reduziert.

Es ist aber immer genügend Personal vor Ort", sagt Haupt. Neben einem Wachleiter seien drei bis fünf Mitglieder im Einsatz. "Wenn es viele Badegäste gibt, wird nochmal aufgestockt."

Während Freibäder wieder öffnen und an Badeseen reger Betrieb herrscht, sind Bars, Clubs und Eventhallen immer noch besonders von der Corona-Krise betroffen. Ein Antrag im Stadtrat fordert jetzt, dass die Räume an andere Nutzer vermietet werden.

Sebastian Obermeir & Romy Ebert-Adeikis

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