Zehn Jahren nach letzter Sanierung

Ein echtes Münchner Wahrzeichen mit Geschichte ‒ Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz wird renoviert

Der Fischbrunnen am Marienplatz in München.
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Der Fischbrunnen am Marienplatz ist ein Münchner Wahrzeichen.

Die Geschichte des Fischbrunnens auf dem Marienplatz beginnt bereits im Jahr 1318 - Auf dem Standort ist einer der ältesten Brunnen in München nachweisbar.

  • Fischbrunnen auf dem Marienplatz wird renoviert
  • Der Brunnen ist ein echtes Wahrzeichen - und das ganze Jahr, 24 Stunden, in Betrieb.
  • Die Geschichte eines Münchner Originals...

Der Fischbrunnen auf dem Münchner Marienplatz ist ein echtes Wahrzeichen der Stadt - und einer der Brunnen die das ganze Jahr, 24 Stunden an Tag, in Betrieb ist. Doch das hinterlässt seine Spuren. Knapp zehn Jahre nach der letzten Sanierung ist die Brunnenbeschichtung nicht mehr intakt.

Das kann im Winter zu Frostsprengungen und Schäden an der Natursteinsubstanz führen. Außerdem sind die Bronzefiguren durch Kalkablagerungen beeinträchtigt und müssen ebenso renoviert werden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 23. April.

Ein Wahrzeichen Münchens wird renoviert - Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz ist ein echtes Original

Der Fischbrunnen steht auf einem der ältesten Brunnenstandorte Münchens – bereits 1318 ist dort ein Ziehbrunnen nachweisbar.

Die 1866 nach einem Entwurf des Bildhauers Konrad Knoll in Betrieb genommene Anlage wurde bei einem Bombenangriff im Januar 1944 weitgehend zerstört. Von den ursprünglichen Figuren blieben nur die drei Metzgergesellen; drei weitere erhaltene Musikantenfiguren des Knoll-Brunnens befinden sich heute im Bogen des Karlstors.

Der heutige Brunnen beruht auf einem Entwurf von Professor Josef Henselmann und wurde 1954 in Betrieb genommen. Die Anlage besteht aus einem Muschelkalk-Becken, dessen Mittelsäule von einem bronzenen Fisch gekrönt wird.

Dieser Fisch erinnert an die Zeit, als der Marienplatz noch der zentrale Marktplatz war. Die Fischhändler hängten damals ihre noch lebende Ware in Körben in das frische Brunnenwasser.

Später wurden in dem Brunnen Metzgerlehrlinge „freigesprochen“: Sie sprangen als Lehrlinge in das Becken und kamen als Gesellen wieder heraus.

Geldbeutelwaschen im Fischbrunnen am Marienplatz

Ein weiterer mit dem Brunnen verbundener Brauch ist das sogenannte Geldbeutelwaschen. Dieser stammt von 1426 und wird jährlich am Aschermittwoch praktiziert.

Der Legende nach soll das Waschen dafür sorgen, dass man den Rest des Jahres ohne finanzielle Sorgen verbringt. Damit wollten die einfachen Leute ihre Dienstherren darauf aufmerksam machen, dass nach rauschenden Festen oder dem närrischen Treiben im Fasching die Geldbeutel leer seien und eine Lohnerhöhung nötig sei.

Bei diesem Ritual ist heutzutage auch immer der Oberbürgermeister oder sein Stellvertreter beziehungsweise seine Stellvertreterin dabei.

LHM/KNA/jh

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