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50 Jahre Evangelisches Bildungswerk: Hier wird Wissen vermittelt und zum Engagement ermutigt 

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Von: Kassandra Fischer

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Felix Leibrock leitet das Evangelische Bildungswerk.
Felix Leibrock leitet das Evangelische Bildungswerk. © Kassandra Fischer

Das Evangelische Bildungswerk in der Altstadt wird 50. Grund genug für Hallo mit dem Geschäftsführer über das Angebot und die Ziele der Einrichtung zu sprechen.

Altstadt Bildung für alle – unabhängig von Religion oder dem Schulabschluss. So beschreibt Felix Leibrock, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks (ebw), das Motto zum 50-jährigen Bestehen. Die Einrichtung mit Sitz an der Herzog-Wilhelm-Straße feiert das Jubiläum am Donnerstag, 19. Mai, mit zahlreichen Vorträgen und Workshops.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

50 Jahre Evangelisches Bildungswerk: Zahlreiche Angebote für alle Erwachsene

„Unser Anspruch ist es, allen Erwachsenen ein Angebot zu machen“, betont Leibrock mit Blick auf die Themenbereiche, die von Kultur und Medien über Glaube bis hin zu Sozialem und Gesundheit reichen. Wichtig dabei: „Wir kümmern uns auch um Menschen mit erschwertem Zugang zu Bildung.“ Darunter fallen beispielsweise Obdachlose, denen das ebw mit dem „Café ohne Klischee“ einen regelmäßigen Treff mit Vorträgen bietet. Diese hätten dabei ganz bewusst nichts mit dem Thema Obdachlosigkeit zu tun.

Zudem gebe es auch Angebote für Menschen, die vom digitalen Zeitalter abgehängt wurden. „Das ist manchmal schambehaftet“, bedauert Leibrock. „Aber wir haben einen Ansatz gefunden, dass die Leute zu uns kommen.“ Ziel sei es außerdem, in Zukunft verstärkt darauf zu achten, möglichst viele der bestehenden Veranstaltungen barrierefrei zu gestalten. Leibrock: „Für Gehörlose braucht es beispielsweise einen Dolmetscher.“

50 Jahre Evangelisches Bildungswerk: Einrichtung will für das Ehrenamt begeistern

Ein großer Schwerpunkt sei auch das Thema Ehrenamt. „Wir versuchen Leute dafür zu ertüchtigen und zu ermutigen.“ Dazu biete das ebw verschiedene Kurse und Qualifikationsmöglichkeiten an, beispielsweise zur Betreuung von alten oder demenzkranken Personen. „Wir bilden auch Leute aus, die Stadtteilführungen anbieten“, erzählt Leibrock. „Das sind oft Personen, die selbst im Viertel groß geworden sind.“

Viel Wissen sowie eine persönliche Note kämen dabei zusammen – ein Grund, warum die Führungen fast immer ausgebucht seien. Sehr gut angenommen wird auch der Kulturführerschein, den es heuer bereits 20 Jahre gibt. „Die Teilnehmer lernen verschiedene Sparten wie Musik, Literatur, Kunst oder Fotografie besser kennen und bekommen Anregungen, wie sie dazu etwas im eigenen Stadtteil organisieren können.“ Auch im Café für die Seele, einem Angebot für Langzeittrauernde, würden sich viele Ehrenamtliche engagieren.

50 Jahre Evangelisches Bildungswerk: Kursangebot soll weiterhin erweitert werden

„Wir suchen immer wieder neue Seminarformen und versuchen darauf zu reagieren, was sich die Leute wünschen.“ So sei einmal angeregt worden, dass es in München so schöne Gärten gebe, diese aber alle privat seien. Kurzerhand sei das ebw auf eine Bewohnerin zugegangen. Leibrock: „Heute bietet sie für uns Kräuterkurse an.“

Viele der Kursteilnehmer seien am Übergang zum Rentenstand. „Da fällt etwas weg, das die Menschen mit Sinn füllen wollen“, sagt er. Ganz besonders wichtig sei ihm beim Thema Bildung und Ehrenamt jedoch, dass die Leute Spaß daran haben und viel gelacht wird. „Die Freude sollte so groß sein, dass man es gar nicht erwarten kann.“ Oftmals bemerke er genau das auch bei den Kurs­teilnehmern. „Unter ihnen sind viele Alleinstehende. Für viele ist das der Höhepunkt der Woche.“

Was Leibrock dabei ebenfalls freut: Immer wieder würden sich in den Kursen auch Partnerschaften bilden. „Eine positive Rand­erscheinung“, wie er findet. Er schmunzelt: „Es muss also nicht immer ein Onlineportal sein.“

So wird das Jubiläum heuer gefeiert 

Das Evangelische Bildungswerk, Herzog-Wilhelm-Straße 24, feiert am Donnerstag, 19. Mai, sein 50-jähriges Bestehen mit einem bunten Rahmenprogramm. Los geht es um 11 Uhr mit einer Festrede von Regionalbischof Christian Kopp, einem Grußwort der dritten Bürgermeisterin Verena Dietl sowie einem Auftritt des Gebärdenchors. Ab 13.30 Uhr finden zahlreiche Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen statt. Um 17 Uhr wird eine Ausstellung eröffnet, in der es um obdachlose Menschen in München geht. Zum Ausklang gibt es ab 18 Uhr eine Feier mit Essen und Trinken. Mehr Infos unter www.ebw-muenchen.de

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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