Fieber messen im Domagkviertel 

Bürgerinitiative weist Temperaturschwankung von bis zu vier Grad nach – mehr Bäume gefordert

29 Grad zeigte das Thermometer von Birgit Rieder im Domagkpark.
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29 Grad zeigte das Thermometer von Birgit Rieder im Domagkpark.

Auf Asphalt oder im Grün: Die Bürgerinitiative „Mehr Grün... im Domagpark“ weist Temperaturschwankung von bis zu vier Grad nach. Nun werden mehr Bäume gefordert...

  • Bürgerinitiative misst im Domagkviertel die Temperaturen auf Asphalt und im Grün.
  • Temperaturschwankung von bis zu vier Grad nachgewiesen.
  • Forderung nach mehr Bäumen fürs Viertel.

Schwabing – Die Stadt leidet unter der Hitze. Dass Gebäude und Asphalt die Wärme besonders stark speichern, ist bekannt. Dass es deswegen in der Innenstadt teilweise bis zu fünf Grad wärmer ist als in den am Rand der Stadt gelegenen Gartenstädten auch. 

Umso größer das Unverständnis der Bürgerinitiative „Mehr Grün... im Domagpark“. Denn das Neubaugebiet auf dem alten Kasernenviertel ist erst vier Jahre alt – und war eigentlich als grüne Oase geplant. 

Was es heute ist, empfindet die Bürgerinitiative als ein unnötig versiegeltes Viertel, in dem der Asphalt glüht. Um das nachzuweisen, hat sie jetzt die Aktion „Fieber messen“ gestartet und die Temperatur um 7 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr und 23 Uhr gemessen. 

Das Thermometer kam an vier Standorten zum Einsatz, dem Bauhausplatz, der Gertrud-Grunow-Straße, dem westlichen Ende der Parkpromenade und dem Domagkpark. 

„Wir haben uns für den Domagkpark als Messpunkt entschieden, weil er die grüne Insel des Viertels ist und damit genau das Gegenteil von den stark versiegelten Flächen im Straßenraum sowie an den Übergangsbereichen in den Park“, so Brigitte Rieder von der Bürgerinitiative. 

29 Grad zeigte das Thermometer von Birgit Rieder im Domagkpark.

Das Ergebnis: Deutliche Temperaturunterschiede von bis zu vier Grad schon auf kurzer Distanz. Das bestärkt die Bürgerinitiative in ihrer Forderung nach stärkerer Begrünung und Entsiegelung. 

Der gepflasterte Gehweg ist fünf Meter breit, partiell sogar 7,5 Meter. ,,Soviel Platz brauchen wir nicht. Stattdessen soll es mehr Grün und Bäume geben“, sagt BI-Mitglied Klaus Nürnberger. 

Es gebe viel zu wenig Grün am Platz, um den Gehweg vor der Hitze zu schützen. Klimabedingt sei dies nicht optimal. „Durch den Klimawandel wird es künftig mehr Hitzetage geben und sie werden intensiver sein. 

Begrünte Flächen können helfen, die Umgebungstemperaturen nachhaltig zu senken“, erklärt Christian Hierneis (Grüne), Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Bund Naturschutz Kreisgruppe München, der die Aktion begleitete. 

Farida Yacoubou

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