„Ich muss ständig Angst haben“

Maskenpflicht und Attest - sie dürfen derzeit auch ohne Maske unterwegs sein

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Marcell Wegener ist von der Maskenpflicht befreit und wird deshalb in der U-Bahn angepöbelt.

Aus gesundheitlichen Gründen können nicht alle der Maskenpflicht nachkommen - wann das erlaubt ist und wie es einem Betroffenen damit geht.

  • Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss derzeit eine Maske tragen. 
  • Wer jedoch ein Attest hat, ist von der Maskenpflicht befreit. 
  • Ein Betroffener schildert, welche Probleme das im Alltag birgt. 

Schwabing - Seit dem 27. April gilt wegen der Corona-Pandemie in Geschäften und im Nahverkehr auch in Bayern eine Maskenpflicht. Wer keine trägt, wird schräg angeschaut oder kassiert, wenn er von Polizei oder dem Ordnungsamt erwischt wird, sogar eine Strafe. Doch nicht alle Münchner können der Pflicht folgen und Masken tragen – aus gesundheitlichen Gründen. 

Maskenpflicht wegen Corona: Mit Attest gilt eine Sonderregelung 

Marcell Wegener ist einer davon. Der Schwabinger leidet unter Kurzatmigkeit, da ihm ein Stück der Lunge fehlt. Aus diesem Grund wurde ihm vom Arzt ein Attest ausgestellt, das ihn von der Maskenpflicht befreit. Im Alltag haben sich für Wegener dadurch jedoch ganz neue Probleme aufgetan „Mitfahrende in der Bahn pöbeln mich an, andere tuscheln hinter meinem Rücken, denn es weiß natürlich niemand von meinem Attest“, so der Schwabinger.

Maskenpflicht und Attest: Im Alltag kommt es zu unschönen Situationen 

Am Hohenzollernplatz wurde er kürzlich sogar von der Polizei herausgezogen und aufgeschrieben. Die Begründung: Man müsse die Echtheit des Dokuments prüfen. Als er später bei der zuständigen Bezirksinspektion nachfragte, habe es geheißen, dass er sich Alternativen zu öffentlichen Verkehrsmitteln suchen müsse. Für Wegener jedoch keine Option: Für seinen Weg zur Arbeit ist er auf dieU-Bahn angewiesen. Außerdem habe ihm ein anderer Polizist bestätigt, dass er mit Attest ohne Maske unterwegs sein könne. Das ärgert den Schwabinger: „Jeder sagt etwas anderes.“ Durch solche Unsicherheiten sei das U-Bahn-Fahren eine Qual: „Ich muss ständig Angst haben.“ Dabei wünsche sich Wegener, öffentlich über das Thema zu diskutieren, denn für ihn steht fest: „Das Problem haben auch Allergiker und Asthmatiker und ich denke, es könnte andere ermutigen.“ 

Attest und Maskenpflicht: Das sind die Regeln

Laut den bayerischen Staatsministerien gilt: Wer unter Asthma, einer anderen Erkrankung oder Behinderung leidet und deshalb ein Attest besitzt, muss keine Maske tragen. Den Betroffenen wird jedoch zum eigenen Schutz nahegelegt, auf öffentliche Verkehrsmittel vorübergehend zu verzichten. Menschen mit Hörbehinderung und Gegenüberstehende dürfen zur Kommunikation die Maske abnehmen, unmittelbar danach muss sie jedoch wieder aufgesetzt werden. Ein Sprecher der Polizei erklärte auf Nachfrage: „Die Regelung vom Bayerischen Innenministerium gilt auch für uns.“ Matthias Korte von der MVG: „Wenn ein Attest beigebracht werden kann, würden wir einen solchen Fall nicht weiterverfolgen und den Fahrgast nicht von der Beförderung ausschließen.“ 

Kassandra Fischer

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