Das Christkind für Bayern

Das Christkindl-Postamt in München ist geschlossen - Jetzt landen die Briefe der Kinder in Himmelstadt

Viel Kinder schreiben Briefe an das Christkindl. Die landen dann in speziellen Außenstellen des Postamts.
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Viel Kinder schreiben Briefe an das Christkindl. Die landen dann in speziellen Außenstellen des Postamts.

Die Christkindl-Außenstelle in München ist diese Jahr geschlossen. Die Briefe der Münchner Kinder landen jetzt in Himmelstadt: Hallo zu Besuch in einem himmlischen Postamt.

Die ersten Briefe sind schon bei ihr eingetrudelt. Dabei öffnet das Christkindl-Postamt in Himmelstadt erst am 1. Advent seine Pforten. „Offiziell“, sagt Rosemarie Schotte (79). „Aber schon im November bekommen wir Post, Ende März erreicht uns die letzte von weit her, aus China, Taiwan oder Neuseeland.“

Ganz viele Briefe trudeln auch von Münchner Kindern ein. Kein Zufall, ist das Weihnachtspostamt in Himmelstadt doch die offizielle bayerische Außenstelle des Christkinds.

Rosemarie Schotte im Sortierraum des Christkindl-Postamts.

Das Christkindl-Postamt im Durchgang zum Prunkhof im Münchner Rathaus wird es in diesem Jahr nicht geben

„Die Deutsche Post, die es betrieben hat, hat uns abgesagt“, erklärt Gabi Papke vom Wirtschaftsreferat auf Hallo-Nachfrage. Insofern dürften noch ein paar mehr Briefe als sonst in Himmelstadt landen.

Rosemarie Schotte ist dort nicht nur die gute Seele, sie leitet das Postamt auch seit 1994: ehrenamtlich und unbezahlt. Rund 70 000 Briefe erreichen das Team jedes Jahr – rund 1500 davon sogar aus dem Ausland. „Und fast so viele Antworten schicken wir auch zurück“, betont Schotte.

Christkindl-Postamt in München ist geschlossen

Weil das Münchner Christkindl-Postamt geschlossen ist, kann der Sonderstempel „Münchner Christkindlmarkt“ nur über Weidern angefordert werden (mit Rückumschlag): Deutsche Post AG, Niederlassung Multikanalvertrieb, Sonder­stempelstelle, 92627 Weiden.

Unter Corona-Bedingungen erfordert das heuer eine besonders genaue Planung. Mit Abstand, Spuckschutz und Hygieneregeln – alles nicht einfach für sie und ihre sechs freiwilligen Helfer. Trotz der Umstände für Schotte eine echte Herzensangelegenheit: „Wir lesen jeden Brief, gehen persönlich darauf ein. Jeder, der dem Christkind schreibt, soll auch eine persönliche Antwort erhalten!“

­Die passende Weihnachtsgeschichte, die jeder geschickt bekommt, denkt sich die vierfache Mutter, zehnfache Oma und dreifache Ur-Oma jedes Jahr neu aus: mit viel Liebe und Phantasie. „Für dieses Jahr sind schon 65 000 Exemplare gedruckt.“

Die Räume, das Weihnachtspostamt, Arbeitsmaterialien, Umschläge und Briefmarken für die Rückantworten spendiert die Deutsche Post. Den Weihnachtsstempel hat ihr Mann Bernhard (77) entworfen, der unermüdlich die Stempelmaschine bedient.

600 Arbeitsstunden investiert das „Christkindl“ von Himmelstadt so jedes Jahr in seine Arbeit: „Es ist ein Teil meines Lebens, hier gehe ich auf. Ich bin einfach glücklich, in meinem Weihnachtspostamt!“

Rosemarie Schotte

Das Christkindl als Detektiv

„Besondere“ Briefe, die von Nöten und Sörgen, Krankheit oder Tod handeln, beantwortet Rosemarie Schotte persönlich und handschriftlich – rund 400 im Jahr. Manchmal werden aus ihr und ihren Helfern sogar Detektive, wenn es um die Nachforschung von Adressen geht.

Ein Brief ohne Absender wird aufbewahrt. Wir schneiden die Briefmarke mit der Kennung vom Briefzentrum heraus und heften es zusammen. So können wir, wenn es Nachfragen gibt, darauf reagieren.“ Die Adresse vom Christkind: „Christkind, Kirchplatz 3, 97267 Himmelstadt.

Rosemarie Schotte

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