Keine gerechte Verteilung

Zu wenig Geld in den Kassen - BA Altstadt-Lehel fordert Umverteilung des Jahresbudgets der Viertel in München

Mehr Grundrente im Geldbeutel
+
BA beklagt mangelndes Budget. (Symbolfoto)

Eine Umverteilung der Budgets - Das fordert der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel. Dort reicht das Geld nicht und in anderen Viertel in München bleibe es übrig.

Ausstellungen, Schulprojekte oder Vereinsförderungen – die BA-Budgets werden vielseitig eingesetzt, um das Gemeinschaftsleben im Bezirk zu fördern. Der BA Altstadt-Lehel klagt jetzt jedoch: Das aktuelle Jahresbudget reiche bei weitem nicht aus.

„Wir haben derzeit eine Antragssumme von etwa 123 500 Euro – bei einem Jahresbudget von nur 72 500 Euro“, so Markus Stadler (Grüne), Vorsitzender des Unterausschusses Kultur, Soziales, Gastronomie und Budget. „Die Antragssumme beträgt 170 Prozent unseres Jahresbudgets!“ Bis Ende 2020 rechne man sogar damit, dass die Antragssumme doppelt so hoch sein wird, wie das eigentliche Budget.

BA Altstadt-Lehel fordert eine Umverteilung der Budgets der Viertel in München

Aus diesem Grund fordern die Lokalpolitiker jetzt die Verwaltung auf, zu überprüfen, ob eine Umverteilung möglich wäre. Die Budgets der Gremien setzen sich zu 15 Prozent aus einem Sockelbetrag sowie zu 85 Prozent aus einem einwohnerabhängigen Betrag zusammen. Der Sockelbetrag ist für alle BAs gleich und beträgt in diesem Jahr 24 249 Euro.

Als Bezirk mit den wenigsten Einwohnern steht dem BA Altstadt-Lehel demnach auch das niedrigste Budget zu. Laut den Viertelpolitikern sei das jedoch keine gerechte Verteilung. Viele Künstler würden bewusst Orte in der Altstadt und dem Lehel für ihre Projekte wählen, weil sie dort mehr Menschen erreichen. Die Budgethöhe sollte folglich nicht nur Einwohnerzahlen, sondern auch die Anzahl derer, die vom Projekt profitieren, berücksichtigen, heißt es im Antrag, der mehrheitlich beschlossen wurde.

Auch auf die Tatsache, dass viele BAs ihr Budget nicht komplett aufbrauchen, wurde im Gremium verwiesen. Michael Schlachter vom Direktorium bestätigt: „Die Bezirksausschüsse 5, 11, 13, 18, 22 und 25 verfügen noch über erhebliche Mittel.“

Dennoch erachtet er eine Umverteilung für schwierig: „Auch Veranstaltungen in anderen Stadtbezirken locken regelmäßig Besucher aus benachbarten Stadtteilen an.“ So könne die Argumentation des BA 1 auch für andere Bezirke in Anspruch genommen werden.

Jörg Spengler, BA-Chef von Au-Haidhausen hält ebenfalls nichts von einer Neuverteilung: „Die Orientierung an der Bevölkerungszahl ist meiner Ansicht nach gerecht. Bei einem höheren Bedarf in der Innenstadt müsste die Stadt einspringen und nicht die anderen BAs.“ Generell sei für ihn aber eine bessere finanzielle Austattung der BAs wünschenswert.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona-Ticker München: Drei Todesfälle - aktuelle Fallzahlen steigen weiter an - Virus-Krise bedroht Traditionshäuser
Corona-Ticker München: Drei Todesfälle - aktuelle Fallzahlen steigen weiter an - Virus-Krise bedroht Traditionshäuser
Maskenpflicht und Attest - sie dürfen auch ohne Maske unterwegs sein
Maskenpflicht und Attest - sie dürfen auch ohne Maske unterwegs sein
Nur zwei Prozent der Familien wollen Knecht Ruprecht neben Nikolaus sehen
Nur zwei Prozent der Familien wollen Knecht Ruprecht neben Nikolaus sehen
München: Angst ums Literatenhaus - Wohnraum schützen durch neue Erhaltungssatzung?
München: Angst ums Literatenhaus - Wohnraum schützen durch neue Erhaltungssatzung?

Kommentare