Automesse IAA

Automesse IAA in München? Entscheidung ist gefallen

IAA-Entscheidung am Dienstag erwartet.
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IAA-Entscheidung am Dienstag erwartet.

Die Automesse IAA sucht einen neuen Austragungsort. Insgesamt hatten sich sieben Städte beworben. Zwischen München, Berlin und Hamburg ist heute die Entscheidung gefallen. 

Update: 17.31 Uhr: Entscheidung zur IAA ist gefallen

München hat den Zuschlag für die Internationale Automobilausstellung (IAA) erhalten. Das hat der Branchenverband VDA am Dienstag in Berlin entschieden. Damit gehen Berlin und Hamburg leer aus, die ebenfalls in der Endauswahl waren.

„Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke“, teilte VDA-Chefin Hildegard Müller am Dienstag mit. Dass München den Zuschlag bekommen würde, hatte sich in den Stunden zuvor bereits angedeutet. Erst am Morgen verlautete aus VW-Kreisen, dass der Konzern die bayerische Landeshauptstadt bevorzuge.

Die IAA wird damit zunächst zweimal in den Jahren 2021 und 2023 jeweils Anfang September in der Landeshauptstadt stattfinden.

Erste Reaktionen gibt es auch schon:

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Ich freue mich, dass sich der VDA heute für München als künftige Gastgeberstadt für die Internationale Automobilausstellung (IAA) entschieden hat. Der Münchner Stadtrat hatte erst vor 2 Wochen bekräftigt, die Neuausrichtung der IAA zur Plattform für die nachhaltige Gestaltung der Mobilität der Zukunft ausdrücklich zu unterstützen und der Bewerbung der Messe München zugestimmt.“ 

Der Referent für Arbeit und Wirtschaft Clemens Baumgärtner hat die Bewerbung der Messe München um die IAA von Seiten der Landeshauptstadt eng begleitet: „München ist der richtige Standort für die Neuausrichtung der IAA. Das neue Konzept, sowohl Innovationen und neue Fahrzeugkonzepte zur nachhaltigen Gestaltung individueller Mobilität einem breiten Fachpublikum vorzustellen als auch die Zukunft der Mobilität im Stadtbild tatsächlich erlebbar zu machen, passt gut zu München und lässt sich in München optimal realisieren.

Ich freue mich, dass die gemeinsamen Bemühungen der Münchner Akteure erfolgreich waren. Jetzt geben wir gemeinsam noch einmal Strom und machen die IAA ab 2021 zu einem Highlight im Münchner Messekalender.“

Stadtrat Manuel Pretzl, Fraktionsvorsitzender und 2. Bürgermeister: „Ich freue mich sehr, dass München den Zuschlag für diese wichtige Messe bekommen hat. Die München CSU hat von Anfang an und ohne Vorbehalte für die IAA gekämpft. Die IAA versteht sich mittlerweile ja als Innovationstreiber im Bereich der Mobilität. Das entspricht unserem Ansatz, den Mobilitätswandel durch Innovationen statt durch Verbote zu gestalten. Die heutige Entscheidung ist ein äußerst positives Signal für den Wirtschaftsstandort München.“

Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. mit Sitz in München ist dieser Meinung: „Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Bei unserer Umfrage unter 2610 Autofahrern nach dem Wunschstandort der IAA 2021 hat sich schon deutlich abgezeichnet, dass sich die Mehrheit der befragten Autofahrer München als neuen Standort der IAA wünscht. 

Unschlagbare 37,2 Prozent der abgegebenen Stimmen konnte München für sich verzeichnen. Darum freue ich mich auf die IAA 2021 in München, auf viele schöne, innovative Fahrzeuge und Motorisierungen sowie auf die zahlreichen Besucher aus aller Welt! IAA 2021 goes Munich!“

Update: 13.03 Uhr: DIE LINKE. München lehnt Ausrichtung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München ab

Zur heutigen Entscheidung, die IAA 2021 in München auszurichten, erklärt der LINKE-Spitzenkandidat zur Stadtratswahl Stefan Jagel „Noch größere SUVs und immer mehr PS – und dann auch noch zu feige, eine kritische Rede des Frankfurter Oberbürgermeisters zuzulassen. Dies kennzeichnete die IAA letztes Jahr in Frankfurt. Die Bewerbung Münchens als Austragungsort der größten Werbeveranstaltung der internationalen Autolobby war von vornherein falsch und setzt ein fatales Signal: Die IAA steht für ein Verkehrssystem, das schon lange nicht mehr zeitgemäß ist. Höher, schneller, schwerer: Das ist das Motto des ungebremsten Wachstums der Autoindustrie mit dem Ziel des maximalen Profits. Das Klima, die Umwelt und unsere Lebensqualität kommen dabei unter die Räder von Luxuskarossen und Stadtpanzern.“

OB-Kandidat Thomas Lechner fügt hinzu: „Angesichts der Klimakrise brauchen wir eine radikale sozial-ökologische Verkehrswende, vor allem einen ausgebauten und ticketfreien ÖPNV und mehr Platz für Fahrradwege. Das Kuscheln der Stadt München mit der Autolobby ist dabei wenig hilfreich. Wir werden dieses überflüssige und rückwärtsgewandte Großevent nicht widerspruchslos hinnehmen. Die IAA hat Protest verdient.“

Erstmeldung: 03. März, 09.00 Uhr: Die Automesse IAA soll in München stattfinden

München – Die internationale Automobilausstellung IAA soll nach Informationen des "Tagesspiegel" künftig in München stattfinden. Das wolle der Automobilverband (VDA) am Dienstag entscheiden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Industriekreise. Der VDA bestätigte dies auf Anfrage nicht.

Aus dem Umfeld des VW-Konzerns verlautete am Dienstag, auch bei VW könne man sich München als Standort sehr gut vorstellen. Berichte, wonach Konzernchef Herbert Diess seine Autos nicht am Standort des Konkurrenten BMW präsentieren wolle, seien schlicht Unsinn.

Die Autoschau in Frankfurt hatte immer weniger Besucher und Aussteller angezogen

Der VDA will mit der IAA künftig viel stärker in die Öffentlichkeit gehen und die Mobilität der Zukunft thematisieren. In die letzte Auswahlrunde hatten es die drei Millionenstädte Berlin, Hamburg und München geschafft. 

In Branchenkreisen hieß es, gegen Berlin spreche die autokritische Haltung der Politik und der Bevölkerung, gegen Hamburg die relativ schlechte internationale Anbindung des Flughafens.

München sei im im Vergleich die wirtschaftlich stärkste Region sei und die Autoschau würde in der bayerischen Landeshauptstadt die nötige politische Unterstützung erhalte, berichtete der "Tagesspiegel". Der VDA wolle keine Experimente und gehe am Veranstaltungsort München auf Nummer sicher. München würde sich damit gegen die Kandidaten Berlin und Hamburg durchsetzen.

Die IAA hatte fast 70 Jahre lang in Frankfurt am Main stattgefunden

Die Ausstellung soll ein moderneres Konzept bekommen, ein breiteres Publikum erreichen und die gesellschaftliche Debatte um die Mobilität der Zukunft aufgreifen.

Bei der IAA im September am traditionellen Standort Frankfurt hatte es massive Proteste gegen die Veranstaltung gegeben. Demonstranten forderten eine Verkehrswende und eine rasche Abkehr vom Verbrennungsmotor. Auch die Besucherzahlen der Branchenschau waren in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Um die Austragung der IAA hatten sich zunächst sieben Städte beworben, München, Hamburg und Berlin kamen in die engere Auswahl. Die IAA fand bisher alle zwei Jahre in Frankfurt statt. In den Jahren dazwischen gibt es jeweils die IAA-Nutzfahrzeugmesse in Hannover.

 DIE LINKE. München lehnt Ausrichtung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München ab

Zur heutigen Entscheidung, die IAA 2021 in München auszurichten, erklärt der LINKE-Spitzenkandidat zur Stadtratswahl Stefan Jagel „Noch größere SUVs und immer mehr PS – und dann auch noch zu feige, eine kritische Rede des Frankfurter Oberbürgermeisters zuzulassen. Dies kennzeichnete die IAA letztes Jahr in Frankfurt. Die Bewerbung Münchens als Austragungsort der größten Werbeveranstaltung der internationalen Autolobby war von vornherein falsch und setzt ein fatales Signal: Die IAA steht für ein Verkehrssystem, das schon lange nicht mehr zeitgemäß ist. Höher, schneller, schwerer: Das ist das Motto des ungebremsten Wachstums der Autoindustrie mit dem Ziel des maximalen Profits. Das Klima, die Umwelt und unsere Lebensqualität kommen dabei unter die Räder von Luxuskarossen und Stadtpanzern.“

OB-Kandidat Thomas Lechner fügt hinzu: „Angesichts der Klimakrise brauchen wir eine radikale sozial-ökologische Verkehrswende, vor allem einen ausgebauten und ticketfreien ÖPNV und mehr Platz für Fahrradwege. Das Kuscheln der Stadt München mit der Autolobby ist dabei wenig hilfreich. Wir werden dieses überflüssige und rückwärtsgewandte Großevent nicht widerspruchslos hinnehmen. Die IAA hat Protest verdient.“

Quelle: AFP/dpa/Die Linke/jh/lit

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