Über 170 Kilometer

Filmreife Verfolgungsjagd – Autofahrer flüchtet vor Polizeikontrolle bis nach Nürnberg

Der Fahrer flüchtete am Sonntagmorgen vor einer Polizeikontrolle in der Nähe des Sendlinger-Tor-Platzes.
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Der Fahrer flüchtete am Sonntagmorgen vor einer Polizeikontrolle in der Nähe des Sendlinger-Tor-Platzes.

Es war ein Polizeieinsatz wie aus einem Hollywood-Streifen. Ein Autofahrer flüchtete vor einer Kontrolle in der Münchner Innenstadt und raste über 170 Kilometer bis nach Nürnberg.

München – In der Nähe vom Sendlinger-Tor-Platz wollte die Polizei am Sonntagmorgen, gegen 04.20 Uhr, einen Fahrer eines Mittelklassewagens zu einer Verkehrskontrolle anhalten. Doch anstatt zu stoppen, beschleunigte der Fahrer seinen Pkw und flüchtete in Richtung Stachus.

Während die Streife dem Fahrzeug folgte, wurden weitere Einheiten alarmiert. Daraufhin wurde auf der Leopoldstraße eine Kontrollstelle eingerichtet um den Flüchtenden zu stoppen. Jedoch gelang es dem Fahrer diese zu überwinden, wobei sein Auto, als auch zwei Streifenwagen leicht beschädigt wurden. 

Als der Fahrer noch in der Innenstadt fuhr, überschritt er das Tempolimit, jedoch ohne seinen Wagen voll auszufahren.Nachdem sich die Fahrt auf die verkehrsarme A9 Richtung Nürnberg verlagerte, änderte sich dies jedoch. In Hinsicht auf die gefahrene Geschwindigkeit arbeitete die Polizei ein Konzept für den Zugriff aus.

Der unbekannte Autofahrer flüchtete auf der A9 Richtung Nürnberg

Die Polizeistreifen hinter dem Flüchtigem sicherten zu dem Zeitpunkt den nachfolgenden Verkehr vor möglichen Gefahren ab. Inzwischen wurde auch das angrenzende Polizeipräsidium Oberbayern Nord über den Vorfall verständigt und beteiligte sich mit weiteren Streifen. 

Um eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch Kurzschlusshandlungen des Flüchtenden auszuschließen, sperrte die Polizei teilweise Autobahnauffahrten und bremste den nachfolgenden Verkehr ab. Außerdem überwachte die Polizei die Flucht ab dem Zeitpunkt mit Hilfe eines Hubschraubers.

Die taktischen Maßnahmen erwiesen sich als richtig, da der Fahrer begann, grundlos mehrfach Gegenstände (u.a. Steinbrocken) aus dem fahrenden Fahrzeug zu werfen. Inzwischen war auch das Polizeipräsidium Mittelfranken informiert und beteiligte sich mit mehreren Streifen an dem Einsatz. 

An der Anschlussstelle Lauf Süd wendete der Flüchtende, fuhr die A9 wieder Richtung München und fuhr an der Rastanlage Feucht West plötzlich ab. Hier konnte er durch Einsatzkräfte festgenommen werden. Dabei kam es zu einem leichten Zusammenstoß beider Fahrzeuge. 

Der Flüchtende wohnte anscheinend in seinem Auto

Laut Polizei wurden, auf Grund der Einsatztaktik und der Zusammenarbeit aller beteiligter Polizeipräsidien, nach derzeitigem Ermittlungsstand zu keinem Zeitpunkt weder Einsatzkräfte noch sonstige Personen verletzt oder gefährdet. 

Den Einsatzkräften bot sich der Eindruck, dass sich der Festgenommene augenscheinlich in ungeordneten Lebensverhältnissen befand und sich bereits eine längere Zeit in seinem Fahrzeug wohnte. 

Da der Mann keine Angaben machte und auch keine Ausweispapiere mitführte, wurde er vorläufig festgenommen. Eine Blutentnahme wurde angeordnet. Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Straftaten des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs und anderer Delikte. Der Verdächtige wurde dem Haftrichter beim Polizeipräsidium München vorgeführt. 

Zeugenaufruf 

Verkehrsteilnehmer die Angaben zu dem Vorfall im Stadtgebiet München, als auch auf der Fahrt bis zur Festnahme machen können, bzw. Augenzeugen des Fahrverhaltens des Mannes wurden, auch wenn sie nicht gefährdet oder geschädigt wurden, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Verkehrspolizeiinspektion Verkehrsunfallaufnahme, Tel. 089/2910-3322, in Verbindung zu setzen.

Quelle: Polizeipräsidium München/jh

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