Beratungen hauptsächlich telefonisch

München/Altstadt: Bald wieder eine Insel unter dem Rathaus?

Noch sind die Türen geschlossen: Die Beratungsräume der „Münchner Insel“ unter dem Rathaus. Seit der Pandemie beraten die Mitarbeiter hauptsächlich telefonisch oder per Video.
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Noch sind die Türen geschlossen: Die Beratungsräume der „Münchner Insel“ unter dem Rathaus. Seit der Pandemie beraten die Mitarbeiter hauptsächlich telefonisch oder per Video.
  • Kassandra Fischer
    VonKassandra Fischer
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Die Corona-Pandemie erschwert die Beratungen der „Münchner Insel“ im Zwischengeschoss der U-Bahn am Marienplatz - manche fallen deshalb durch das Raster.

  • Persönliche Beratungen bei der „Münchner Insel“ sind seit Corona kaum möglich.
  • Die Beratungsstelle ist jedoch weiterhin telefonisch erreichbar.
  • Dennoch fallen manche Personen durch das Raster.

Altstadt - Unter dem Rathaus stehen normalerweise die Türen der Münchner Insel für alle Hilfsbedürftigen offen. Seit 18 Monaten hat die kirchliche Krisen- und Lebensberatungsstelle im Marienplatz-Zwischengeschoss aber geschlossen: Wegen der Pandemie ist in den fensterlosen Räumen keine persönliche Beratung möglich (Hallo berichtete).

Altstadt: Seit Corona berät die „Münchner Insel“ primär per Telefon oder Video

Der Alltag seither: Hilfe per Telefon oder Video. Nur in Notfällen kann ein Treffen in einem externen Raum der Erzdiözese stattfinden. „Trotzdem fallen Menschen durchs Raster“, sagt Sybille Loew, Katholische Leiterin der Einrichtung. Vor Corona führte die Münchner Insel rund 7200 persönliche Beratungen durch, dazu kamen 3900 telefonische Auskünfte. 2020 waren es bloß noch 5400 Beratungen – seit Pandemiebeginn größtenteils telefonisch – sowie 3700 kurze Telefon-Auskünfte. Loew erklärt: „Normalerweise sind wir ein sehr niederschwelliges Angebot. Jetzt muss man immer erst anrufen, da fällt schon eine Personengruppe weg.“ Etwa solche, die praktische Hilfe benötigen. „Amtstexte müssen wir uns am Telefon vorlesen lassen, auch von Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen.“ Zudem hätten nicht alle einen geschützten Raum daheim, manchmal lägen auch Bedrohungssituationen vor.

Sybille Lowe, katholische Leiterin der Münchner Insel

München: Bald wieder eine Insel unter dem Rathaus?

Im Hinblick auf diese Lage hat sich in den letzten Monaten auch die Stadt bemüht, im Rathaus nach Ersatzräumen zu suchen. Ohne Erfolg, wie Sozialreferentin Dorothee Schiwy jetzt bekannt gab. Dabei wären weitere Räumlichkeiten in der Nähe – auch nach einer möglichen Öffnung – ideal, so Loew. Denn: Dass bald wieder Paare oder Familien in die Zehn-Quadratmeter-Zimmer kommen, sei heute schwer vorstellbar. „Die Wahrnehmung hat sich einfach verändert.“ Zum Herbst wird die Insel nochmal mit den Trägern über die Situation beraten. „Wir improvisieren weiter und hoffen jedenfalls, bald wieder öffnen zu können“, sagt Loew.

Hilfesuchende erreichen die Münchner Insel Montag bis Freitag (9 bis 18 Uhr), donnerstags von 11 bis 18 Uhr, unter Telefon 22 00 41 und 21 02 18 48.

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