„Funde werfen völlig neues Licht auf Münchner Stadtgeschichte“

München: Historischer Fund in der Altstadt - Archäologen entdecken frühsten Siedlungskern

Auf dem Grabungsgelände an der Hochbrückenstraße fanden Archäologen Überreste aus längst vergangener Zeit. Die Schlussfolgerung: Dort muss ein ehemaliger Siedlungskern gewesen sein.
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Auf dem Grabungsgelände an der Hochbrückenstraße fanden Archäologen Überreste aus längst vergangener Zeit. Die Schlussfolgerung: Dort muss ein ehemaliger Siedlungskern gewesen sein.

Geschichtsverändernde Entdeckung: Bei Bauarbeiten an der Hochbrückenstraße haben Archäologen Münchens frühsten Siedlungskern gefunden.

  • In der Münchner Altstadt kam es zu einer historischen Entdeckung.
  • Bei einer Baustelle an der Hochbrückenstraße stießen Archäologen auf Münchens frühesten Siedlungskern.
  • Die mittelalterlichen Objekte gehören zu den ältesten, die bislang in der Altstadt gefunden wurden.

ALTSTADT - Historische Funde bei Grabungen in der Münchner Innenstadt sind keine Seltenheit. Bei einer Baustelle an der Hochbrückenstraße haben Archäologen jetzt allerdings eine geschichtsverändernde Entdeckung gemacht und einen bislang unbekannten historischen Siedlungskern gefunden.

München: Historischer Fund in der Altstadt - Archäologen entdecken frühsten Siedlungskern

Bisher hat die Forschung als Datum der Stadtgründung das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung 1158 angenommen. Die nun gefundenen Reste von Holzbauten, Ofenanlagen und Keramik stammen jedoch bereits aus dem 11. beziehungsweise frühen 12. Jahrhundert – und bezeugen somit die intensive Nutzung des Fundplatzes schon vor der Mitte des 12. Jahrhunderts. Damit gehören sie zu den ältesten mittelalterlichen Objekten, die in der Münchner Altstadt gefunden wurden. Die entdeckten Siedlungsreste befanden sich auf halbem Weg vom etwa 300 Meter östlich liegenden Alten Hof, der bislang als Kern der Münchner Stadtentwicklung galt. Künftig soll dort ein Hotel entstehen.

Unter den Funden war Keramik aus acht Jahrhunderten: Ein Foto zeigt Scherben, die Archäologen in die Zeit zwischen 11. und 19. Jahrhundert datieren.

„Die Auswertung der Funde wirft ein völlig neues Licht auf die Münchner Stadtgeschichte“

„Die Auswertung der Funde wirft ein völlig neues Licht auf die Münchner Stadtgeschichte“, sagt Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. „Niemand hat bisher vermutet, dass sich auf einem Gebiet außerhalb der später gebauten Stadtmauern bereits so früh öffentliches Leben abspielte.“

Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege

Die Funde wurden bereits 2020 gemacht, erst jetzt liegt allerdings der Grabungsbericht vor. Vor allem die zahlreich vorhandene Keramik übertreffe alles, was bisher bei anderen Grabungen in der Altstadt gefunden wurde, heißt es darin. Nur vereinzelt habe es bisher Überreste aus vorwittelsbacher Zeit gegeben. Auch über die mittelalterliche Entwicklung dieses Quartiers sei archäologisch bisher nichts bekannt gewesen. Das Gebiet blieb bislang unter der Aufschüttung für die barocke Stadtbefestigung verborgen. Später folgten Wohn- und Geschäftshäuser. Die Funde zeigen auch, dass die Siedlung mindestens bis in das 14. Jahrhundert hinein bestanden haben muss. Nach dem Bau der Stadtmauern im 13. Jahrhundert blieb sie wohl eine typische Vorstadtsiedlung, so die Vermutung. Möglicherweise wurden dort einst feuergefährliche Gewerke wie die Metallverarbeitung betrieben. Vom Projekt Archäologie München werden die Funde weiter ausgewertet.

Quellen: BLfD/kf

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