Parteien-Zoff

München: Die AfD als Reservierungs-Schwindler im Augustiner Keller? SPD mit schweren Vorwürfen

Die AfD in München soll sich bei einer telefonischen Reservierung im Augustiner Keller als Münchner SPD ausgegeben haben.
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Die AfD in München soll sich bei einer telefonischen Reservierung im Augustiner Keller als Münchner SPD ausgegeben haben.

Die SPD München ist sauer. Ihr Vorwurf: Die AfD habe sich als SPD ausgegeben, um ihren politischen Stammtisch im Augustiner Keller abhalten zu dürfen...

  • SPD München erhebt schwere Vorwürfe gegen die AfD
  • Die Partei soll sich bei einer Reservierung im Augustiner Keller als SPD ausgegeben haben
  • Laut einer Pressemitteilung warf der Wirt den politischen Stammtisch raus

München - Mitglieder der AfD hatten wohl Bedenken, dass ihre Reservierung im Augustiner Keller nicht angenommen wird. Doch dort wollten sie ihren politischen Stammtisch abhalten. Bei der Anmeldung übers Telefon sollen die AfDler dann ihren politischen Hintergrund verschwiegen haben - und hätten sich kurzerhand als Mitglieder der SPD angemeldet. 

So lautet der Vorwurf der Münchner SPD, den die Partei via Roland Fischer, Stellvertretender Vorsitzender der Münchner SPD und deren Pressesprecher, am Donnerstag öffentlich machte.

Harter Vorwurf: AfD in München soll sich als SPD ausgegeben haben - Wirt vom Augustiner Keller wirft Schwindler raus

Die Münchner SPD ist entrüstet: „Wir sehen hier eine neue Kategorie des Tarnens und Täuschens. Wir sind nicht bereit zuzulassen, dass ausgerechnet die AfD unseren Namen, der auch Ausdruck einer über 150 Jahre langen antifaschistischen und demokratischen Grundhaltung ist, als Tarnung nutzt.“, äußert sich SPD-Vizin Micky Wenngatz.

Doch diese "Tarnung" hielt laut SPD nicht lange. Der Wirt vom Augustiner Keller, Christian Vogler, sei hinter die Täuschung gekommen und habe die Reservierungs-Schwindler vor die Tür gesetzt.

SPD-Chefin Claudia Tausend freut sich über das Handeln des Wirtes: „Ich bin dem Wirt des Augustiner Keller, Christian Vogler, für seine Aufmerksamkeit und sein konsequentes Handeln dankbar. Wir sind von den Rechtspopulisten ja inzwischen einiges gewohnt, aber dieser Vorgang schlägt dem Fass den Boden aus.“

SPD in München prüft rechtliche Schritte - AfD spricht von Missverständnis

Die Münchner SPD prüfe jetzt rechtliche Schritte gegen die angeblichen Betrüger. Außerdem wollen man den Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA auf den Vorfall aufmerksam machen, verrät SPD-Sprecher Roland Fischer auf Hallo-Nachfrage. Das solle verhindern, dass eine ähnliche Täuschung noch einmal geschieht.

Auch bei der AfD hat Hallo München nachgehakt: Eine AfD-Sprecherin vermutete, dass es bei der Anmeldung "zu einem Missverständnis gekommen" sei: „Am Stammtisch hat auch Angelika Barbe teilgenommen. Als ehemaliges SPD-Mitglied kann es sein, dass ihre Nennung am Telefon bei der Ankündigung als Anmeldung der SPD verstanden wurde.“

Dass die AfD an dem Abend aus dem Augustiner Keller geworfen wurde, bestätigte die Sprecherin hingegen. Da man sich aber nicht als SPD ausgegeben habe, fürchte man auch keine juristischen Schwierigkeiten.

Wirt Christian Vogler war auf Hallo-Nachfrage am Donnerstag-Abend zunächst nicht zu erreichen. Ein Mitarbeiter im Augustiner Keller wollte den Vorfall und den konkreten Hergang zwar nicht bestätigen, räumte aber ein, dass der Fall an sich bekannt sei.

Eine weitere Mitarbeiterin kündigte an, dass es zu dem Vorfall keine weitere Erklärung vonseiten des Augustiner Kellers geben werde.

SPD München/jh/best

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