Siegentwurf für das neue Volkstheater

So wird der Viehhof

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Isarvorstadt: Ein Büro aus Schwaben soll das neue Volkstheater bauen.

Der Sieg­entwurf für das neue Volkstheater auf dem 71 000 Quadratmeter großen Viehhofgeländes steht fest. Eine Planungsbürogemeinschaft um die Firma Georg Reisch aus Bad Saulgau wird das Schlachthofviertel verändern. Vor allem bei der „architektonischen und städtebaulichen Qualität“ und bei der „technischen und funktionalen Qualität“ gab die Jury übereinstimmend die volle Punktzahl.

Obwohl, wie CSU-Stadtrat Richard Quaas sagt, in den kommenden Jahren „quasi ein Neubauviertel“ auf dem alten Viehhof entsteht, fügt sich das neue Volkstheater ins Viertel ein.

Die Fassade des Gewinners mit ihren roten Ziegeln greift die Backsteinarchitektur der Umgebung auf. Der besonders gelobte Eingangstorbogen am Zenettiplatz schließt nahtlos an den bestehenden Kopfbau an. Entlang der Tumblingerstraße ist der große Theaterbau etwas zurückgesetzt und versteckt sich so hinter einem vorgestellten, niedrigeren Gebäudeteil – das wirkt sich laut Jury ebenfalls positiv auf den Straßenzug aus. Auf insgesamt fast 18 000 Quadratmetern enthält der Siegerentwurf alles, was sich Intendant Christian Stückl und seine Mannschaft für ihr Volkstheater wünschen:

Ein Baukörper trennt den Innenhof in einen Eingangsbereich und einen Biergarten. Der Besucher wird in einem Foyer mit einer großen Treppe im Zentrum empfangen. Von da gelangt er zum großen Saal mit wie bisher 600 Sitzplätzen und einer auf 430 Quadratmeter vergrößerten Bühne, die über einen Turm mit Schnürboden verfügt.

Eine zweite Spielstätte als Werkraumbühne soll flexibel genutzt werden und 200 Zuschauern Platz bieten. Ein weiterer Multifunktionsraum mit 100 Plätzen soll für den Theaternachwuchs, Stückeinführungen und Lesungen genutzt werden. Die Werkstätten bekommen mehr Platz. Weil auch die Probenbühne auf dem Viehhof unterkommt, müssen Schauspieler und Regisseure nicht mehr durch die Stadt zum Nordbad pendeln, wo bisher eine Halle für jährlich 130 000 Euro angemietet ist.

Beim Komplettpreis lag der Siegerentwurf mit knapp 131 Millionen Euro um 3,7 Prozent über dem günstigsten Anbieter an zweiter Stelle. Das Risiko einer Verteuerung würde laut Stadträten nicht die Stadt als Bauherrin tragen, sondern der Bauunternehmer als Generalübernehmer. Bereits 2021/2022 soll auf dem zehn Fußballfelder großen Areal Theater gespielt werden.

Christian Stückl, Intendant des Volkstheaters, hat den Standort laut tz stets als ideal angepriesen. Kein Wunder – schließlich ist das Viehhofgelände ein Filetstück auf dem Münchner Immobilienmarkt. Mittendrin und trotzdem ruhig gelegen, die Isar nah und drumherum „ein Viertel mit Charakter“ auch laut Kommunalreferent Axel Markwardt.

Auch die Münchner Stadträte zeigen sich beeindruckt. Florian Roth von den Grünen gefällt „dieser Entwurf wegen seiner Kombination aus einer prägnanten Gestalt und seiner Funktionalität, und am Ende war das beste Modell bei weitem nicht das teuerste“. Burkhard Lischka (SPD) lobt, dass das Theater „gut ins Viertel“ passe.

Ein Generalübernehmer soll das Projekt jetzt auf Basis des Siegentwurfs der Firma Reisch verwirklichen. Mitte Dezember soll im Stadtrat das weitere Vorgehen mit dem Neubau besprochen und die Verträge unterschrieben werden.

Das Planungsbüro Reisch hat bereits Schulen, Hotels, Büros, Krankenhäuser und das Ravensburger Museumsareal entwickelt und gebaut. Projektpartner wie die Ingenieursgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik waren am Umbau der Deutschen Staatsoper in Berlin beteiligt.
jl

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