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Singen für die Flutopfer

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Willy Astor, Peter Brugger von den Sportfreunden, Moni Gruber, Claudia Koreck und viele weitere Künstler haben sich jetzt zusammengetan, um den Flutopfern zu helfen. Wer die bayerischen Stars zusammengetrommelt hat, wie das Projekt funktioniert lesen Sie hier.

Wer in den letzten Tagen den Eingang zur Müllerstraße 35 beobachtet hat, konnte einen verstärkten Promi-Auflauf beobachten. Konstantin Wecker, Monika Gruber, Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller, Marcus H. Rosenmüller, Claudia Koreck, Keller Steff und viele mehr kamen ins Tonstudio von Gerd Baumann (gr. Foto, li.) in der Isarvorstadt. Der Grund für dieses Stelldichein der Stars: das dramatische Hochwasser, das Ostdeutschland und weite Teile Bayerns heimgesucht, und viele Betriebe und Privatleute praktisch ruiniert hat.

Mit großer Sorge haben das vor allem Münchens Kultur-Guru Till Hofmann und seine Frau Michaela Hohl verfolgt. Beide kommen aus Passau – der Stadt, die das Hochwasser besonders schlimm erwischt hat. „Viele haben alles verloren, und Kulturbetriebe wie das ScharfrichterHaus stehen vor dem Aus. Es ist dramatisch“, beklagt Michaela Hohl. Doch weil es mit Klagen alleine nicht getan ist, hatten sie und ihr Mann die Idee zu einem bayerischen Band Aid – also dem Zusammenschluss vieler einzelner Künstler, die gemeinsam einen Song aufnehmen und den Erlös für einen guten Zweck spenden. 

Gesagt, getan: Till Hofmann verfügt als Veranstalter über die nötigen Kontakte und die Künstler ließen sich nicht zwei Mal bitten. Komponist Gerd Baumann, Mitgründer des Musiklabels Millaphon, schrieb zusammen mit Peter Horn von den Bananafishbones und Willy Astor  (Foto, 2.v.r.) den Song „Weida mitanand“ – eine Art Mutmacher-Song. „Wir sind wahrscheinlich nicht die besten Sandsäcke-Schlepper, aber wenn wir bei dem bleiben, was wir können, können wir vielleicht am besten helfen“, hofft Astor, der Passau vor allem durch seinen Freund Till Hofmann kennen und lieben gelernt hat.

Dass er die Arbeit an dem Song und das Einsingen in  seinen ohnehin vollen Terminkalender gequetscht, und auch noch auf jegliche Gage verzichtet hat – für ihn und seine Musiker- und Kabarettkollegen selbstverständlich. Und wer es wie Wolfgang Niedecken (BAP), Stefan Dettl (La Brass Banda) oder Fred Kellner nicht persönlich zu Gerd Baumann ins Studio geschafft hat, der hat seinen Gesangspart in anderen Studios eingesungen und die Tonspuren via Internet geschickt. 

Das Ergebnis von etwa sieben Tagen und Nächten beinahe pausenloser Arbeit gibt es ab sofort auf verschiedenen Portalen zum Download (siehe unten). „Und selbst wenn wir wenig erlösen – wenn wir es mit dieser Aktion nur ein bisschen geschafft haben, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die wirklich katastrophalen Auswirkungen des Hochwassers in einigen Gebieten gelenkt zu haben, dann ist schon viel gewonnen“, betont Michaela Hohl.  (von MARCO LITZLBAUER)

Per Download helfen – so funktioniert’s:

Der Song „Weida mitanand“ ist ab sofort auf Portalen wie Amazon und i-Tunes für 1,29 Euro zum Download erhältlich. Das beteiligte Künstler-Kollektiv hat sich unter dem Namen „CPT. NEPOMUK’s friendly Heart Choir Club“ zusammengetan. Der Erlös geht an die „Passauer Neue Presse Stiftung“, die die Gelder nach einem eigenen Verteilschlüssel bayernweit direkt an die Geschädigten der Hochwasser-Katastrophe weiterleitet. Und von dem Erlös dürfte einiges übrig bleiben. Sowohl alle beteiligten Künstler als auch Dachverband und der digitale Vertrieb verzichten komplett auf jegliches Honorar. „Schließlich wollen wir, dass bei den Geschädigten auch wirklich etwas ankommt, und sie wieder eine Perspektive haben“, erklärt Michaela Hohl. 

Am Dienstag: Eigene Sendung im BR 

Neben dem Download-Erlös des Songs kann das bayerische Band Aid-Projekt bereits einen ersten Erfolg für sich verbuchen. Das Bayerische Fernsehen ist auf das Engagement der Musiker aufmerksam geworden, und widmet dem Projekt und den Opfern der Flut-Katastrophe eine Sondersendung, die am Dienstag, 25. Juni, um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Sowohl die beteiligten Künstler als auch Opfer der Flut-Katastrophe kommen dann zu Wort, außerdem können die Fernseh-Zuschauer während der Sendung spenden. Und natürlich kommt trotz aller Tragik auch die Musik nicht zu kurz – unter anderem wird das Video zum Benefiz-Song „Weida mitanand“ gezeigt. (lit)

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