Viertelchefs kritisieren die Nutzung

Streit ums Begegnungs-Café

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Münchner und Flüchtlinge sollen im Café an der Müllerstraße zusammen kommen.

Das Bellevue di Monaco an der Müllerstraße ist eine zentrale Anlaufsstelle für Café-Liebhaber und Sonnenanbeter. Doch jetzt gibt es mächtig Stress

Ein Café in bester Lage – im Herzen des Glockenbachviertels. So zeigt sich das Begegnungs-Café von Bellevue di Monaco an der Müllerstraße. Jetzt wurde im Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel über die Erweiterung der Freischankfläche im Innenhof als Stufenterrasse gesprochen. Soll das Café größer werden? „Nein, es soll nach einer Veranstaltung erlaubt sein, ein Bier zu trinken“, beschwichtigt Matthias Weinzierl von Bellevue di Monaco.

BA-Chef Wolfgang Neumer (CSU) ärgert sich dennoch: „Mich stört, dass sämtliche Laden-Mieter rausgedrängt wurden. Es sollte nicht Sinn und Zweck beispielsweise eines Begegnungs-Cafés sein, dass die vorherigen Inhaber, die bis dahin bezahlbaren Mietraum in einer guten Lage hatten, rausgedrängt werden.“ Das sieht Dominic Staat genauso. Er hatte seinen Radl-Laden einst im Haus – musste aber seine Räume im Zuge der neuen Nutzung verlassen. Er fragt: „Ist die jetzige Nutzung unseres ehemaligen Ladens so, wie es von der Stadt ursprünglich geplant war? Oder wurde hier einfach nur ein weiteres Café in bester Lage im Glockenbach-Viertel eröffnet?“

Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats, stellt klar: „Es ist kein Café im herkömmlichen Sinne, sondern ein Begegnungs-Café mit verschiedenen Angeboten.“ Es finden Beratungsgespräche, Sprachkurse und mehr für Flüchtlinge statt. Also ganz so, wie es Bellevue di Monaco geplant hat – nur dass eben manchmal vor allem Münchner im Café sitzen.

Derzeit wird renoviert und gewerkelt – auch im Innenhof samt Stufenterrasse. Am Samstag, 9. Juni, soll die große Eröffnung sein: In den zwei großen Sälen soll ein Kulturzentrum mit Schwerpunkt Beratung von Flüchtlingen und Migranten sowie einem Begegnungshof entstehen.

Till Hofmann

Initiator und Gründer Till Hofmann erklärt Hallo auf der Baustelle die Pläne: „In den Kulturbildungsräumen bieten wir Kurse und Beratung an.“ Das heißt: In Kooperation etwa mit Jugendhilfeträgern wird es Hausaufgabenbetreuung, Rechts- und Arbeitsmarkt beratung sowie Sprachpartnerschaften geben. Geplant sind ein Kunstatelier, Radl- und Nähwerkstatt, ein Theater und ein Musikraum.

Das Begegnungs-Café, indem einst ein Radlladen untergebracht war, sei gut besucht – Münchner und Flüchtlinge treffen sich dort. Till Hofmann ist wichtig: „Wir sind ein offenes Haus“ – und so erwartet er künftig auch Flüchtlinge als Besucher, die im Münchner Umland untergekommen sind. in/laf/mjh

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