Immer öfter kommt es zu Reibereien 

Im Schwalbennest wird’s eng

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Im sozialpsychiatrischen Clubhaus an der Landwehrstraße 22 bekommen Mitglieder einen strukturierten Tagesablauf. Doch immer öfter kommt es zu Reibereien, denn der Platz reicht längst nicht mehr aus.

Ludwigsvorstadt - Das Sozialpsychiatrische Clubheim sucht seit 20 Monaten nach größeren Räumen

Vera Hahn

Seit 27 Jahren gibt es das Clubhaus Schwalbennest an der Landwehrstraße 22. Doch: Die Zukunft ist ungewiss. „Wir suchen bereits seit mehr als eineinhalb Jahren vergeblich nach neuen Räumlichkeiten“, klagt Leiterin Vera Hahn (Foto). Mehr als 25 Objekte habe sie angeschaut, ein paar Mal stand sie kurz vor der Vertragsunterzeichnung, doch dann kam wieder die Absage. „Es wurden mehrfach Bedenken der benachbarten Mieter angeführt. Es gibt eben viele Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen“, erklärt Hahn.

Das Schwalbennest ist eine Einrichtung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Bayern. Hier bekommen Mitglieder, die oft lange Zeit in der Psychiatrie verbracht haben, heute oft erwerbsunfähig sind und ihre sozialen Kontakte verloren haben, einen strukturierten Tagesablauf. Jeden Tag kommen 35 bis 40 Mitglieder in die Einrichtung und beteiligen sich innerhalb zwei Arbeitsgruppen. „Die einen helfen beim Zubereiten der Mahlzeiten und beim Putzen, die anderen kümmern sich um Bürotätigkeiten“, erklärt Hahn.

Immer öfter gibt es Reibereien

Doch es werde dringend mehr Plätz benötigt, der Bedarf sei steigend: „Wir haben derzeit bis zu zehn Personen auf der Warteliste und es ist wichtig, dass diese Menschen so schnell wie möglich unser Angebot in Anspruch nehmen können und nicht erst fünf Monate warten müssen.“ Immer öfter gebe es außerdem Reibereien zwischen den Mitgliedern, da das Kursangebot immer schwieriger zu koordinieren sei.

Hahn hofft nun auf Tipps aus der Bevölkerung. Gesucht werden 400 Quadratmeter in zentraler Lage, barrierefrei und mit guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Nachmieter, einem arabischen Einzelhandel, wurden bereits Vereinbarungen getroffen, dieser sitzt dem Schwalbennest nun im Nacken. „Schlimmstenfalls stehen wir im Sommer auf der Straße. Dann werden wir unsere Möbel irgendwo einlagern müssen und versuchen, uns mit den Mitgliedern in der Stadt zu treffen“, sagt Hahn. dbo

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