Über Heimat, Flucht und Ankommen

Regisseurin Dorothea Schroeder zeigt im November ein Theaterstück im Bellevue di Monaco

Zusammen mit Profis und Laienschauspielern will Dorothea Schroeder ein Theaterstück inszenieren, das Biografien Geflüchteter aus verschiedenen Generationen erzählt und miteinander verknüpft.
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Zusammen mit Profis und Laienschauspielern will Dorothea Schroeder ein Theaterstück inszenieren, das Biografien Geflüchteter aus verschiedenen Generationen erzählt und miteinander verknüpft.

Isarvorstadt: Heimat, Flucht, Ankommen – um diese Themen dreht sich das Theaterstück „Kalte Heimat“, das Dorothea Schroeder zusammen mit dem Rat&Tat Kulturbüro, professionellen Schauspielern und Flüchtlingen auf die Beine stellt.

Im Hallo-Interview verrät die Regiesseurin mehr über das Theaterprojekt, das im November im Bellevue di Monaco Premiere feiert.

Frau Schroeder, was erwartet die Besucher beim Theaterstück „Kalte Heimat“?
Definitiv ein spannender Abend rund um die Themen Heimat, Flucht, Einwanderung und Ankommen. Das Stück soll sich auf keinen Fall wie starrer Frontalunterricht anfühlen, die Zuschauer sollen miteinbezogen und zum Nachdenken angeregt werden. Auch eine Diskussion zum Thema soll entstehen.
Was ist das Besondere an dem Theaterprojekt?
Das Thema „Flucht“, wird von ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet – dazu haben wir mit knapp 25 Geflüchteten und Flüchtlingen aus unterschiedlichen Generationen und mit den unterschiedlichsten Biografien gesprochen – zum Beispiel aus Schlesien und dem Sudetenland.
Wie kamen Sie auf die Idee für das Theaterstück?
Für viele Geflüchtete ist das Bellevue eine neue Heimat in München geworden. Ich fand die Idee spannend, ihre Geschichten und die anderer Flüchtlingsgenerationen in einem Theaterstück umzusetzen.
Was hat es mit der Idee des Zusammenspiels von Profis und Laienschauspielern auf sich?
Ich finde es spannend, auf wie viele verschiedene Flüchtlingsbiografien wir während den Recherchen gestoßen sind. Nach dem Weltkrieg waren beispielsweise Millionen Deutsche selbst Flüchtlinge. Diese Charaktere, verkörpert von Schauspielprofis, will ich den Laiendarstellern gegenüberstellen. Dafür möchte ich junge Geflüchtete aus dem Bellevue di Monaco als Darsteller dabei haben. Ich finde es spannend, wie die unterschiedlichsten Geschichten zugleich viele Parallelen und auch Gegensätze haben und jeder eine andere Vorstellung von Heimat hat.
Das Stück heißt „Kalte Heimat“ – wissen Sie jetzt, was Heimat eigentlich ist?
Einmal bin ich mit zwei Seniorinnen ins Gespräch gekommen, die seit Jahrzehnten beinahe täglich gemeinsam zum Ratschen auf einer Bank sitzen. Als ich nach einer dritten Dame fragte, die häufig mit ihnen dort sitzt, meinten beide „Ach, die brauchen sie nicht nach ihrer Meinung fragen, die ist selbst Flüchtling“. Die Dame war bereits vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen – doch für die anderen ist noch heute keine „Einheimische“. Das hat mich zum Nachdenken angeregt, was „Heimat“ eigentlich ausmacht – ist es Tracht, Dialekt oder einfach ein Gefühl?

vha

Die Uraufführung findet am Montag, 20. November, 19.30 Uhr, im Café des Bellevue di Monaco, Müllerstraße 6, statt. Weitere Vorstellungen sind am Sonntag, 26., und Montag, 27. November. Weitere Infos unter www.ratundtat-kulturbuero.de

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