Die Autos sollen weg

Isarboulevard: Was wirklich hinter der Demo-Aktion steckte

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Grün statt grau lautet die Devise der beteiligten Vereine und Umweltschützern.

Isarvorstadt – Was für eine Aktion: Bei einer spontanen Aktion haben Bürger einen autofreien Isarboulevard demonstriert – obwohl das entsprechende Expertengutachten vernichtend ausfiel...

Der Verkehr rollt bei der Spontandemonstration an der Reichenbachbrücke vorbei, während Organisator Benjamin David mit seinen Helfern Rollrasen auf der Auenstraße verteilt. Wenn es nach ihnen geht, soll mit den Autos an der Isar bald Schluss sein.

Ziel sei es, die Isarparallele auf einer Strecke von insgesamt 4,5 Kilometern autofrei zu gestalten, um Fußgängern und Radfahrern mehr Platz zur Verfügung zu stellen. Vor Kurzem hat jedoch das Planungsreferat in seinem Gutachten „Stadt und Fluss“ ein vernichtendes Urteil gefällt: Die Forderungen seien schlicht nicht realisierbar. Die 30 000 Autos, die die Erhardtstraße täglich befahren, würden bei einer Sperrung in die Seitenstraßen ausweichen und dort die Anwohner verärgern.

Für die Aktivisten ist jedoch klar: die Experten setzen den falschen Blickwinkel. „Verkehrswende bedeutet, dass weniger Autos in die Innenstadt kommen“, betont Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne). Verkehrsmittelverlagerung sei das Stichwort: weniger Privat-Autos, dafür mehr öffentlicher Nahverkehr. „Wenn man das konsequent durchsetzt, ist unser Ziel bis 2022 zu erreichen“, fügt David hinzu.

Die Abstimmung über den Beschluss soll eigentlich heute, am Mittwoch, 27. März, stattfinden. Man gehe aber davon aus, dass ein Antrag auf Vertagung gestellt werde. Doch bald werde die Stadt in Handlungszwang geraten: die Ludwigsbrücke wird wegen Bauarbeiten gesperrt. Für die Aktivisten sei dies die perfekte Gelegenheit, um die Neuordnung des Verkehrs vorzubereiten.

Innerhalb der Fraktionen im Stadtrat gibt es unterschiedliche Meinungen. Die CSU stellt eine Mehrheit gegen den Beschluss und auch OB Dieter Reiter findet in seiner SPD keine Mehrheit für den Vorschlag. Obwohl er als Unterstützer des Konzeptes gilt, war er bei der Demonstration nicht anwesend – trotz ausdrücklicher Einladung.

Tim Pohl

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