Schwerpunkt ÖPNV und Glockenbachviertel

Magic City: Zwischen Kunst & Knast

Farbenfrohe Bilder sind bei Graffiti die Ausnahme. Zu 95 Prozent – so schätzt Hauptkommissar Daniel Bartel – handelt es sich um schäbige Schmierereien. Verboten ist indes, mit Ausnahme an der Tumblingerstraße, beides.
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Farbenfrohe Bilder sind bei Graffiti die Ausnahme. Zu 95 Prozent – so schätzt Hauptkommissar Daniel Bartel – handelt es sich um schäbige Schmierereien. Verboten ist indes, mit Ausnahme an der Tumblingerstraße, beides.
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Farbenfrohe Bilder sind bei Graffiti die Ausnahme. Zu 95 Prozent – so schätzt Hauptkommissar Daniel Bartel – handelt es sich um schäbige Schmierereien. Verboten ist indes, mit Ausnahme an der Tumblingerstraße, beides.
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Farbenfrohe Bilder sind bei Graffiti die Ausnahme. Zu 95 Prozent – so schätzt Hauptkommissar Daniel Bartel – handelt es sich um schäbige Schmierereien. Verboten ist indes, mit Ausnahme an der Tumblingerstraße, beides.
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Farbenfrohe Bilder sind bei Graffiti die Ausnahme. Zu 95 Prozent – so schätzt Hauptkommissar Daniel Bartel – handelt es sich um schäbige Schmierereien. Verboten ist indes, mit Ausnahme an der Tumblingerstraße, beides.

In „Magic City“ sind Graffiti eine Schau – im Stadtbild ein teures Ärgernis. Hallo beleuchtet beide Seiten.

Gut gemachte und legal angebrachte Graffiti sind ein farbenfroher Hingucker – und eine ernstzunehmende Kunstform. Davon kann man sich demnächst in einer spektakulären Ausstellung in der Kleinen Olympiahalle überzeugen (siehe hier). Die anderen, leider viel zu häufig vorkommenden Varianten von Graffiti sind die illegalen Schmierereien an Haus-, S-Bahn- und Lärmschutzwänden.

„Der Schaden ist immens“, sagt Daniel Bartel, Leiter der Koordinierungsgruppe Graffiti München, die insgesamt sechs Beamte der Landes- und der Bundespolizei umfasst. Dunkelziffer mit eingerechnet, entstehen im Großraum München jährlich Schäden von über zwei Millionen Euro. Bei wenigen anderen Delikten sei die Dunkelziffer übrigens so hoch wie bei Graffiti: Viele Hausbesitzer sähen kaum Chancen, die Täter zu erwischen, weshalb sie erst gar keine Anzeige erstatten. Dabei könne man immerhin 20 Prozent dieser Straftaten aufklären, sagt Bartel.

Anders als man vielleicht vermuten könnte, werden die meisten Graffiti nicht in dunklen Hinterhöfen oder Unterführungen angebracht, sondern im Innenstadtbereich und an stark frequentierten Plätzen. „In etwa 95 Prozent der Fälle“, so schätzt Bartel, „handelt es sich nicht um aufwändige Bilder, sondern sogenannte Tags.“ Als „Tag“ (gesprochen „Täg“) bezeichnet man eine Art Kürzel der Sprayer, das in wenigen Sekunden angebracht wird und den eigenen Namen bekannt machen soll (siehe kl. Fotos). Und die sollen natürlich von möglichst vielen gesehen werden. „Deshalb sind Bereiche des öffentlichen Nahverkehrs aber auch beispielsweise das belebte Glockenbachviertel besondere Schwerpunkte in München.“

Hinzu komme, dass Ultra-Fangruppierungen des TSV 1860 und des FC Bayern München diese Art der Graffiti für sich entdeckt haben. Während die Fallzahlen ansonsten konstant blieben, hätten diese Fälle in den vergangenen ein bis zwei Jahren deutlich zugenommen. Der Großteil der Täter ist übrigens zwischen 14 und 21 Jahre alt. Sie werden zwar meist nach dem Jugendgerichtsgesetz verurteilt, im Prinzip drohen aber neben empfindlichen Geldstrafen sogar bis zu zwei Jahre Haft.

Legal angebracht werden können Graffiti im Stadtgebiet einzig und allein in der Tumblingerstraße im Schlachthofviertel. Überall sonst ist es illegal oder bedarf einer vorherigen Genehmigung.

Für Hausbesitzer, deren Gebäude den Schmierfinken zum Opfer gefallen sind, hat der Kriminalhauptkommissar neben dem Ratschlag, unbedingt Anzeige zu erstatten, einen weiteren wichtigen Tipp: „Säubern Sie umgehend die Hauswände. Sonst sinkt erfahrungsgemäß die Hemmschwelle für weitere Sprayer.“ M. Litzlbauer

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