Urban League planen "Anti-Event"

Kulturveranstaltungen als Chance für den tristen Nußbaumpark?

+
Der Nußbaumpark ist bisher alles andere als ein Ort, an dem man gerne verweilt.

Isarvorstadt - Normalerweise ist der Park im Zentrum Münchens eher unauffällig - doch das soll sich jetzt ändern

Kultur und Erholung statt düster und gefährlich – diese 180-Grad-Wende könnte es bald im Nußbaumpark geben. Denn: Die Kulturveranstalter Dirk Beyer und Zehra Spindler von „Urban League“ wollen das Areal im Sommer drei Monate lang nutzen. Zehra Spindler hat sich als kreative Kulturveranstalterin bereits durch Projekte wie den Kulturstrand oder Puerto Giesing einen Namen gemacht. Im Nußbaumpark plant sie nun eine Art ruhiges „Anti-Event“ mit Sitzgelegenheiten, Kickern, einer Kulturbühne und Spielmöglichkeiten für Kinder. Im Frühjahr wird der Stadtrat über das Veranstaltungskonzept entscheiden – Hallo hat sich beim Bezirksausschuss Isarvorstadt und den Nachbarn umgehört – was sie über die Idee denken, lesen Sie unten. vha

Bezirksausschuss: Vertrauen ins Konzept

BA-Chef Alexander Miklosy

Der Bezirksausschuss hat dem Konzept zugestimmt: „Es ist schön, dass sich jemand dem Sorgenkind Nußbaumpark annehmen will“, sagt BA-Chef Alexander Miklosy (Rosa Liste). Die Veranstalter hätten sich bereits an anderen Orten bewährt. „Wir sind guter Dinge, dass hier kein Gärtnerplatz 2.0 entsteht und haben Vertrauen in das Konzept, mit dem der Park ganz grundsätzlich eine Aufwertung erfahren kann“. Zudem hätten die Betreiber bereits versichert, auf Wünsche oder Kritik von Nachbarn und Anwohnern einzugehen – falls es Beschwerden geben sollte.

Kritik von den Kliniken

Direkt an den Nußbaumpark grenzen die Medizinische Klinik in der Ziemssenstraße und die Chirurgische Klinik in der Nußbaumstraße an. „Und auch Patienten aus den umliegenden Kliniken nutzen den Park für Spaziergänge“, sagt Philipp Kreßirer, Pressesprecher des Klinikums der Universität München. Ab 2020 nimmt zudem die neue Portalklinik an der Ecke Ziemssen-/Nußbaumstraße den Betrieb auf. „Da Patienten keine Möglichkeit haben, etwaigen Lärm- oder Geruchsbelästigungen auszuweichen, ist der Nußbaumpark aus Sicht des Universitätsklinikums nicht als Veranstaltungsort geeignet. Für uns hat das Wohl der Patienten eindeutig Vorrang.“

St. Matthäus: Mehr Licht wäre schön

Vor allem die dunklen Ecken im Park schrecken mögliche Besucher ab.

„Die aktuelle Situation im Nußbaumpark ist für St. Matthäus nicht schön“, verrät ein Kirchenmitarbeiter auf Hallo-Anfrage. Problematisch seien vor allem die vielen dunklen und düsteren Ecken, in denen sich zwielichtiges Klientel aufhalten würde. „Wenn der Park künftig heller und freundlicher gestaltet wird, würden wir sicher profitieren.“ Allerdings wäre man im Gotteshaus wohl nicht erfreut, wenn es im Park künftig allzu laut zuginge. „Um zu beurteilen, was die Pfarrer grundsätzlich von Veranstaltungen halten, müssten wir erst konkrete Details kennen“ – beispielsweise über die Dauer der Veranstaltungen und vor allem wie laut es wird. „Wenn wir den Park dann auch einmal für eine kirchliche Veranstaltung nutzen dürften wäre das toll“, so der Angestellte, der bereits 20 Jahre in der Matthäuskirche (Foto) arbeitet, „vielleicht besteht ja Möglichkeit zur Kooperation.“

Auch interessant:

Meistgelesen

Die Handball WM 2019 in München
Die Handball WM 2019 in München
Von frustrierten Obdachlose und überlasteten Mitarbeitern
Von frustrierten Obdachlose und überlasteten Mitarbeitern
Wie die Sternstunden Kindern auf die Beine helfen
Wie die Sternstunden Kindern auf die Beine helfen

Kommentare