Wiesn 2017

Gibt's (bald) eine Wiesn ohne Achterbahn?

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München: Den Schaustellern gehen die Mitarbeiter aus – die Folgen lesen Sie in Hallo.

Eine Wiesn ohne die legendäre Achterbahn „Olympia Looping“ und den Wellenflieger? Eigentlich unvorstellbar. Geht es nach Edmund Radlinger, Vorsitzender des Münchner Schaustellervereins, ist das allerdings nicht völlig ausgeschlossen. Noch konkreter sei eine drastische Preiserhöhung: Preise von 20 Euro stehen im Raum.

Der Grund: Den Schaustellern fehlen Mitarbeiter, die die Fahrgeschäfte ab- und aufbauen. Kollegen aus Polen und Rumänien kommen nicht mehr, denn sie finden in ihrer Heimat Arbeit. Wenn das so weitergeht, „müssten international agierende Firmen angeheuert werden“.

Das Problem: Der Auf- und Abbau wird viel teurer – „es könnte dann um die 25 000 Euro kosten“, so Radlinger. Aber zahlen die Schausteller ihren Mitarbeitern den Mindestlohn? Radlinger lacht und sagt: „Weit darüber, andernfalls würde niemand bei uns arbeiten.“

Natürlich hängen die Kosten von der Größe des Fahrgeschäfts ab und variieren: Je größer es ist, um so eher schnellen die Kosten in die Höhe. „Dann müsste eine Fahrt 20 Euro kosten, damit es sich rechnet“, sagt der Vorsitzende. „Und das möchten wir auf keinen Fall. Wir wollen ein familiengerechtes Volksfest.“ Aber wie händeln die Schausteller die steigenden Kosten? „Die Zahl der Fahrgeschäfte wird sich reduzieren.“

Was kann die Stadt München tun? „Gar nichts.“ Das müsse seitens des Staates umgesetzt werden. Heißt: „Der Staat muss ausländischen Mitarbeitern aus Nicht-EU-Ländern die Möglichkeit geben, hier arbeiten zu dürfen“, sagt er. Bisher seien Ukrainer, Marokkaner und Co. nicht zugelassen. Ändere sich das, sei auch eine finanzierbare Wiesn garantiert.

Das Problem haben übrigens nicht nur die Schausteller auf der Wiesn, sondern alle Volksfeste zwischen Flensburg und Garmisch.
Ines Weinzierl

Personalnot – kennt auch die Stadt

Personal-Engpässe in der Wiesn-Zeit – das kennt auch die Stadt München. 2016 war es schwer, Sicherheitsfirmen zu finden: Und weil deren Auftragsbücher voll waren, konnten sie die Preise diktieren. Pro Stunde habe ein Sicherheits-Mitarbeiter damals 60 Euro gekostet. Heuer ist es weniger, „weil neue Stundensätze ausgehandelt wurden“, heißt es aus dem Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Wie hoch, wolle man nicht verraten. Für die Wiesn 2018 wird die Bewachung für weitere vier Jahre ausgeschrieben – „wir rechnen damit, dass sich dann die Kosten erneut senken lassen“.

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