Wegen Lärm

Ist der Gärtnerplatz nur noch Durchschnitt?

Feierei bis in die Morgenstunden: Nun könnten die Anwohner erstmals davon profitieren.
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Feierei bis in die Morgenstunden: Nun könnten die Anwohner erstmals davon profitieren.

Isarvorstadt: Der BA fordert die Stadt auf, das Gebiet im Mietspiegel nicht länger als beste Lage einzustufen.

Das Wohnen am Gärtnerplatz soll bald günstiger werden – zumindest wenn es nach den Viertelpolitikern geht. Der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (BA) fordert, den zentralen Platz und die angrenzenden Straßen im nächsten Mietspiegel auf eine „zentrale durchschnittliche Lage“ zurückzustufen – bisher wurde das Gebiet als „zentrale gute/beste Lage“ eingestuft. Einen entsprechenden Antrag hat das Gremium nun einstimmig beschlossen.

Das Kuriose: Die Anwohner könnten dabei ausgerechnet vom sonst so verfluchten Partyvolk profitieren. Der Grund für die geforderte Zurückstufung ist nämlich die Feierei und der damit verbundene Lärm. „Die Lage des Gärtnerplatzes und der angrenzenden Straßen kann allein aufgrund der bestehenden Lärmbelastungen nicht mehr als gut, sondern lediglich als durchschnittlich bezeichnet werden“, so BA-Chef Alexander Miklosy. Ähnlich wie in der Müllerstraße sei mittlerweile auch am Gärtnerplatz und in den umliegenden Straßen eine erhebliche Lärmbelästigung durch feiernde Münchner gegeben, vor allem während der Sommermonate.

Bereits im Oktober hatte der Bezirksausschuss die Stadt aufgefordert, andere Straßenabschnitte in der Isarvorstadt im nächsten Mietspiegel zurückzustufen. Betroffen sind die Müllerstraße zwischen Sendlinger Tor und Fraunhoferstraße sowie einige Straßen entlang der Isar.

Klenzestraße, Reichenbachstraße, Corneliusstraße – für viele bisher gehobene Adressen im Herzen der Isarvorstadt, mit ebenfalls gehobenen Mietpreisen. Bei der Preisberechnung für eine Wohnung mittels Mietspiegel ist vor allem die Lage ausschlaggebend. Am Gärtnerplatz und den angrenzenden Straßen wird aktuell für Mieter ein Zuschlag von 1,24 Euro pro Quadratmeter fällig. Würde das Gebiet in die Kategorie „zentrale durchschnittlicher“ Lage eingestuft läge der Zuschlag künftig bei nur noch 62 Cent pro Quadratmeter. Die aktuelle Bewertung halten die Viertelpolitiker mittlerweile für unzutreffend.

Eine ungerechtfertigte „zu gute“ Bewertung der Lage steigere das Mietniveau unnötig und trage damit ungerechtfertigt zur weiteren Vertreibung der eingesessenen Bevölkerung bei, so die Begründung des BA.
Vanessa Hahn

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