Kein Platz im Viertel

Sie fordert eigene Motorradstell­plätze oder bauliche Alternativen im Viertel

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Tabita Simon ist verzweifelt: Ihr Motorrad findet einfach keinen Platz mehr – sie kassierte vier Strafzettel binnen eines halben Jahres.

Isarvorstadt - Tabita Simons große Liebe ist das Motorradfahren - das Problem: Im Viertel gibt es keine Stellplätze für die Zweiräder - Mit Hilfe des Bezirksausschusses will sie das jetzt ändern

Nichts macht Tabita Simon (22) so gerne, wie bei strahlendem Sonnenschein auf ihrem Motorrad durch das Münchner Alpenvorland zu cruisen. Doch sobald der Heimweg naht, ist der Frust plötzlich groß: „Wir haben keinen einzigen Platz mehr in unserer Straße für die Motorräder“, sagt Simon.

Das Problem: Ihre Familie besitzt keine eigenen Stellplätze und über die Jahre sei Simon durch bauliche Veränderungen jeglicher Platz für ihr Motorrad genommen worden. Wegen möglicher Lärmbelästigung beim Starten und Bremsen sowie des Abgasgeruchs zuerst der eigene Innenhof, nach Eröffnung der Eisdiele „Del Fiore“ in der Ehrengutstraße auch der Platz davor. Nun bleibe ihr nichts anderes mehr übrig, als am Rand des Gehwegs zu parken.

Doch: Das ist laut Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten. „Das Parken von Motorrädern auf Gehwegen ist grundsätzlich nicht erlaubt“, heißt es seitens der Polizei. Aber obwohl der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zähle, also Bikes geduldet würden, so lange sie niemanden behindern, kassierten Simon und ihr Motorrad „Zicke“ vier Strafzettel alleine innerhalb des letzten Jahres. Zusätzlich werde sie von Wirten „dauernd angepöbelt“. „Als ich vor zwei Wochen in der Nähe eines Lokals hier im Viertel parken wollte, wurde ich als egozentrische Motorradschlampe beschimpft“, beschwert sich die 22-Jährige.

Aus purer Verzweiflung stellte die Auszubildende einen Bürgerantrag im Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. „Ich würde gerne auf Autostellplätzen parken, aber wo soll ich meine Parkscheibe sicher befestigen?“, klagt Simon. „Ich muss jeden Tag die Angst haben, dass irgendein wütender Wirt mein Bike abschleppen lässt. Fahrräder dürfen auch überall stehen und es passiert nichts.“

BA-Mitglied Florian Florak (CSU) entgegnete während der Sitzung, dass es seitens des BA bereits einen Ortstermin gegeben habe. „Informiert waren wir darüber nicht“, ist sich Simon sicher. Der Lösungsansatz des BA: ein Stellplatz am Anfang der Ehrengutstraße wegnehmen. „Das ist wegen der Anlieferung des Weinhandels aber nicht möglich, ich werde auch ständig weggescheucht“, sagt Simon. Sie möchte nun so lange Anträge stellen, bis es eigene Motorradstellplätze gibt. 

Julia Langhof

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