Viertel-Chef Alexander Miklosy erliegt mit 69 Jahren einer Krebserkrankung

Abschied vom Gesicht der Isarvorstadt

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Alexander Miklosy im September 2017 vor dem neu eröffneten Gärtnerplatztheater. Öfter zeigte er Hallo sein Viertel – immer voller Stolz.

Isarvorstadt – Er hinterlässt eine große Lücke: Mit 69 Jahren hat der Vorsitzende des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt,  Alexander Miklosy, seinen Kampf gegen den Krebs verloren

Vor einem Monat leitete er noch die Bürgerversammlung für den Bezirk Isarvorstadt/Ludwigsvorstadt. Da war ­Alexander Miklosy schon vom Krebs gezeichnet, hatte stark abgenommen. Doch der Vorsitzende des Bezirks­ausschusses (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt kämpfte trotzdem weiter für die Anliegen „seiner“ Bürger. Mitte dieser Woche verlor er jetzt mit 69 Jahren seinen persönlichen Kampf gegen seine Krebserkrankung. 

Er hinterlässt eine große Lücke – nicht nur im Viertel, sondern auch in der LGBT-Community, für die er sich seit über 20 Jahren engagierte. Als seinen größten politischen Erfolg bezeichnete er Hallo gegenüber einmal die Benennung des Platzes am Glockenbach in Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz, um dann gleich schmunzelnd zu relativieren – „durch die rosa Brille betrachtet“. Miklosy, der in Haidhausen aufwuchs und an der LMU Forstwirtschaften studierte, leistete viel für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in München.

Er bekannte sich früh zu seiner Homosexualität – mit seinem Mann Walter lebte er seit 1986 zusammen – und schloss sich 1996 der Wählervereinigung Rosa Liste an, für die er dann gleich in den BA gewählt wurde. „Anfangs fühlte ich mich dort wie ein Fremdkörper“, erinnerte er sich in einem Hallo­-Interview. Doch mit seiner ausgleichenden, ruhigen und humorvollen Art gelang es ihm, die Menschen für sich einzunehmen. Seit 2002 prägte er als Vorsitzender das Stadtteilparlament. Wie es dort ohne ihn weitergehen kann, wird im Januar entschieden. Bis dahin leitet sein Stellvertreter Martin Ruckert die BA-Geschäfte.

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