„In der Nacht spürt man es im Bett“

Tram: 40-Tonner lässt Wände vibrieren – Anwohner legen Beschwerde ein

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Aufgrund der Baustelle in der Maximilianstraße muss umgeleitet werden – auch in die Rumfordstraße.

Minütlich vibrierende Fenster, nächtliche Erschütterungen und eine unerträgliche Lautstärke: Anwohner der Rumfordstraße klagen über den Einsatz von Variobahnen in ihrem Viertel. Das sagt die MVG,

Altstadt/Isarvorstadt – Die Geschwister Hubert und Petra Kultzer können es nicht mehr hören, geschweige denn fühlen: „Wenn ich schon aus 300 Metern Entfernung, an der Vibration meines Fensters merke, was für ein Tram-Typ kommt, dann reicht es. Und es geht dem ganzen Haus so“, beklagt sich Petra Kultzer. 

Sie wohnt in einem Altbau – fünfter Stock – in der Rumfordstraße. Die Häusergassen seien entlang der Straßenbahn sehr eng, dadurch nimmt man die Trambahn verstärkt wahr: „Es ist weniger der Lärm als die Erschütterung, wir haben einen alten Ofen in der Wohnung, selbst der vibriert und in der Nacht spürt man es im Bett“, beschreibt die Münchnerin die Umstände. Besonders ärgert sie, dass die Tramlinien kaum genutzt werden: „Hier fahren fast 40 Trambahnen pro Stunde entlang – zum Teil sind die total leer!“

Anwohnerin fürchtet standardmäßigen Umstieg auf neuen Tramtyp

Kultzer sieht das Problem in der vierteiligen Variobahn, die sonst auf der Linie 19 fährt, aber seit kurzem durch das Viertel gelotst wird. Die 40-Tonner seien erheblich lauter und würden mehr Vibrationen verursachen als die üblichen, die durchs Viertel fahren. Jetzt befürchtet Kultzer, dass die MVG von den gewohnten Tramtypen, mit denen man nie ein Problem gehabt habe, ganz auf diesen neuen Typ umsteigen könnte. 

Matthias Korte, Pressesprecher der MVG, bestätigt Kultzers Wahrnehmung: Die Vario-Variante sei aufgrund ihrer speziellen Konstruktion und dem Gewicht der Verursacher der Vibrationen. Korte spricht von einer Sondersituation: „Noch bis zum 23. Juni wird wegen der Baustelle an der Maximilianstraße die Tramlinie 19 durch die Rumfordstraße geleitet. Auf der Linie 19 wird zumeist die Variobahn eingesetzt.“ 

Andere Modelle und Ausweichrouten seien ausgeschlossen

Auf eine andere Art von Trambahn auszuweichen ist auch nicht möglich. Und auch die Strecke ließe sich nicht ändern. Es stünden Vorlaufzeiten und Einschränkungen bei Streckengenehmigungen im Weg.

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die geplagten Anwohner. Nicht nur kehrt die Tramlinie 19 und damit die Vario­bahn Ende der Bauarbeiten, am 23. Juni, wieder auf ihre gewohnten Gleise zurück – ins Viertel wird sie voraussichtlich auch auf keiner anderen Linie mehr zurückkehren. 

Korte sagt: „Ein fahrplanmäßiger Einsatz der Variobahnen auf der Strecke durch die Rumfordstraße über dieses Datum hinaus ist nicht geplant.“

Daniel Schubert

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