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Herr des Schreckens

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Die unheimlichen Masken sind aus Holz geschnitzt. Am Sonntag ist wieder Krampuslauf.

Chef-Krampus erklärt, warum es heuer eine Anti-Angst-Werkstatt gibt.

Mit Rasseln und Ruten, mit Hörnern und Horror-Masken sind sie bald unterwegs: Mehr als 400 Krampusse ziehen am Wochenende über den Münchner Christkindlmarkt. Weil sie Angst und Schrecken einjagen – zumindest manchen Kindern – gibt es heuer für Buben und Mädchen die Mitmach-Aktion „Keine Angst vorm Krampus“. Dort lernen sie den Brauch vom Krampus kennnen. Wir haben mit dem gruseligsten aller Krampusse gesprochen, dem Herr der Schreckensgestalten: Tom Bierbaumer, der den Krampuslauf seit Jahren organisiert.

Herr Bierbaumer, warum gibt es die Werkstatt für Kinder?

Vor allem Zuagroaste kennen diesen Brauch nicht und erschrecken sich, wenn sie die ganzen Fellmonster in der Innenstadt sehen. Also haben wir vorgeschlagen, einen solchen Workshop zu veranstalten. Unter uns gesagt: Es kommen auch ziemlich viele Erwachsene. Und wenn sie Angst haben, dann haben ihre Kinder leider meistens auch Angst.

Perchten und Krampusse sind ja auch gruselig . . .

Als Kind hatte ich auch Angst vorm Krampus. Aber daheim haben die Krampusse früher auch mal zugehauen, wenn man als Kind was angestellt hat.

Was haben Sie so angestellt?

Mei, was Kinder halt so machen: Die Hausaufgaben habe ich nicht gemacht und das Zimmer nicht aufgeräumt. Oder nicht gehorcht. Und auf einmal wusste der Nikolaus das alles! Es stand alles in seinem Buch – das hat mich beeindruckt.

Und heute hauen Sie die Kinder, wenn sie die Hausaufgabe nicht gemacht haben?

Auf keinen Fall, den Kindern tun wir nichts. Bei den Erwachsenen ist es eher ein Hintätscheln als ein Zuhauen. Mit Striemen soll niemand heimgehen. In einem Bergdorf, wo sich alle kennen, geht das, aber in München nicht.

Wie reagieren Touristen, die das nicht kennen?

Die meisten mögen es: Die Japaner kreischen immer ganz lustig. Und die Amis wollen uns oft die Kostüme abkaufen.

Geben Sie die her?

Nein. Niemals, die sind handgefertigt und schwer zu bekommen.

Sind Sie neben dem guten Nikolaus nicht der ewige Buhmann?

Gar nicht. Einmal Krampus, immer Krampus. Er ist eine Respektsperson – aber es gibt so viele schöne Momente

.

Zum Beispiel?

Einmal war ein behindertes Mädchen auf unserem Umzug. Sie hatte überhaupt keine Angst, ist gleich zu uns hergelaufen und hat unser Fell gestreichelt. Wir haben sie dann zwei Stunden lang abwechselnd auf dem Arm getragen. Sie war sehr traurig, als wir gegangen sind.

Hanni Kinadeter

„Keine Angst vorm Krampus!“: Samstag, 10. Dezember, 11 bis 17 Uhr, im Oberen Foyer des Alten Rathauses statt. Krampuslauf am Sonntag, 11. Dezember, 15 bis 17 Uhr.

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