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Kennts ihr koane Schusser ned?!

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Dialektschützer gibt Schülern Mundart-Unterricht – erster Kurs im Zentrum

München „Was singts ihr denn zum Geburtstag?“, fragt Gerhard Holz. „Happy Birthday“, schallt es ihm aus elf Kindermündern entgegen. Der Feldmochinger hatte die Antwort erwartet, trotzdem kann er sich seinen enttäuschten Blick nicht verkneifen... Als München-Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte erlebt er immer öfter, wie sehr Englisch und „Nordsprech“ die Ausdrucksweise der Kinder beeinflussen – und kämpft jeden Tag dagegen an. „In kaum einer Schule oder Familie wird noch Bairisch gesprochen“, weiß Holz, „in der Innenstadt schon gar nicht.“ Deswegen ist der Dialektschützer in besonderer Mission unterwegs: Mitten in der Innenstadt – in der Seidlvilla am Nikolaiplatz – gibt er erstmals einen Kurs für Grundschüler. Er will ihnen mit Sprichwörtern und Liedern das beibringen, was sie nicht mehr können: Bairisch. „Kennts ihr Schusser“, fragt er sein Publikum, das nur mit dem Begriff „Murmeln“ was anfangen kann. „Bärndreck?“ „Hei-geign?“, „Gscheithaferl?“ – ratlose Gesichter. Ebenso unbekannt sind die Lieder, die Holz anstimmt: „Wos is heit für a Tog?“ oder „Mir san die scheensten von der Schui.“ Der 62-Jährige, der ähnliche Stunden schon an Schulen in Feldmoching, Lochhausen und anderen Randbezirken gehalten hat, merkt den Unterschied. „Da machen die Kinder viel begeisterter mit – in der Innenstadt sind sie gar nicht mehr gewohnt zu singen.“ Dabei seien es gerade die eingängigen Texte von bairischen Liedern, die den Nachwuchs an die Mundart heranführen. Aber es ist nie zu spät: Nach „Unterrichtsschluss“ rufen ein paar der Kinder „Pfiadi, Herr Holz!“. Maren Heußler Warum wollt ihr Bairisch lernen?

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