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Kein Platz mehr im Hort

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Die dritte Gruppe mit 25 Kindern soll ausgelagert werden – Eltern protestieren

Maxvorstadt Raumnot im Hort an der Heßstraße: Dort können nicht alle Kinder betreut werden. Deshalb soll eine Gruppe nun ausgelagert werden – sehr zum Ärger der Eltern, die dagegen vehement protestieren. Schon seit über 30 Jahren ist die Situation unbefriedigend: Ein Teil der Kinder des Horts der Grundschule an der Dachauer Straße muss in Räumen der angrenzenden Förderschule untergebracht werden. Jedoch benötigt die Einrichtung den Platz nun selbst. Folge: Die dritte Hortgruppe würde auf der Straße stehen – wenn das Schulreferat keine Lösung parat hätte. Hat es aber: Die Gruppe, bestehend aus 25 Kindern, soll in der Grundschule Räume zur Verfügung gestellt bekommen. Doch damit sind die Eltern, die erst vor kurzem von dem Dilemma erfahren haben, alles andere als zufrieden: „Da die Kinder im Hort essen, müssen sie anschließend den rund 200 Meter langen Weg zur Schule allein zurücklegen – bei jedem Wetter“, klagt Elternbeirats-Mitglied Britt Lienkamp. In der Schule selbst sollen die Sechs- bis Siebenjährigen in Klassenräumen spielen, die nicht mehr für Unterricht, sondern nur noch zur Mittagsbetreuung genutzt werden – aus gutem Grund: „Die Räume haben nur Fenster zur dicht befahrenen Dachauer Straße. Wenn sie geöffnet werden, ist es im Raum unzumutbar laut“, erklärt Elternbeirats-Vorsitzende Bettina Zellner. Die 40 Schüler der Mittagsbetreuung indes sollen in andere Klassenräume umziehen – auch dagegen gibt es Proteste aus der entsprechenden Elternschaft. Die Mütter und Väter der Hortkinder plagt zudem auch noch die soziale Komponente: Die Mädchen und Buben können nicht mehr mit den anderen Kindern spielen – der Weg ist zu weit. Außerdem findet die Betreuung im zweiten Stock der Schule statt, was zur Folge hat, dass alle 25 nur gemeinsam zum Spielen in den Hof können. Denn: „Der Schulhof ist von den Fenstern aus nicht einsehbar. Und ohne Aufsicht dürfen die Kinder nicht raus“, sagt Britt Lienkamp, die betont, dass mit der neuen Lösung mehrfach gegen die Basisstandards zur Bildung, Erziehung und Betreuung in den städtischen Kooperationseinrichtungen, Kindergärten und Horten verstoßen werde. Dies widerum erhält beim Schulreferat wenig Gehör. Sprecherin Eva-Maria Volland hält die Kompromisslösung für absolut zumutbar und betont: „Daran ist nichts mehr zu rütteln.“ Damit wollen sich die Eltern aber nicht abfinden: „Wir haben es satt, dass unsere Kinder immer hinten an stehen“, sagt Britt Lienkamp. Schließlich müssen sie genauso viel bezahlen wir die anderen Hortkinder, bekommen dafür aber eine schlechtere Leistung. Da das Schreiben von ihnen, der Elternschaft der Mittagsbetreuung und des Schul-Elternbeirats an das Schulreferat nichts gebracht hat, gehen sie nun einen Schritt weiter: Schreiben an OB Christian Ude und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle sind bereits aufgesetzt. Tanja Bitterer

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