Hausverbot

Wo muss er draußen bleiben?

Der Initiator des Nichtraucherschutzgesetzes klagt, dass er in den meisten Lokalen Hausverbot erteilt bekomme. Wir haben uns umgehört: Lassen Münchner Wirte Sebastian Frankenberger wirklich nicht mehr rein? 

Die Münchner Wirte und ihre bayerischen Kollegen – ein rachsüchtiges kleines Völkchen? Diesen Eindruck könnte man jetzt – über zwei Jahre nach dem Rauchverbot in Gaststätten – bekommen. Sebastian Frankenberger (Foto), ÖDP-Bundesvorsitzender und Initiator des damaligen Volksbegehrens „Für echten Nichtraucherschutz“, beschwert sich darüber, dass er von vielen Wirten gerade in den vergangenen Monaten verstärkt Hausverbot erteilt bekommen habe: „Wenn ich oder die Kreisverbände Lokalitäten für Parteiveranstaltungen anfrage, bekommen wir im Münchner Umland aber auch in der Stadt in 80 Prozent der Fälle Hausverbot erteilt.“ 

Das will Frankenberger nun nicht länger hinnehmen und verklagt jetzt den Wirt Georg Heide. Dieser hatte ihm Hausverbot erteilt, als Frankenberger bei einer Preisverleihung des Ordens der Würmesia eine Laudatio halten sollte (Hallo berichtete). Frankenberger: „Ich bekam eine e-Mail von Georg Heide, in der stand, ich dürfe das Haus nicht betreten.“ Der 31-Jährige sieht dadurch seine Persönlichkeitsrechte verletzt. „Ich muss da jetzt einen Riegel vorschieben. Gerade in den vergangenen Wochen habe ich den Verdacht, dass von bestimmten Stellen ganz bewusst Wirte angeschrieben wurden, mir ein Hausverbot zu erteilen, um das Thema nochmal zum Wahlkampfthema zu machen.“

Fakt ist: In zahlreichen Wirtschaften und Hotels in Bayern hat Frankenberger tatsächlich Hausverbot – unter anderem in vielen Kneipen in seiner Heimatstadt Passau. Die Münchner Wirte erweisen sich da jedoch deutlich liberaler – das zumindest ergab eine stichprobenartig durchgeführte Umfrage von Hallo München. Alle befragten Wirte würden Frankenberger reinlassen – und bedienen. „Ein Hausverbot braucht ja eine Begründung, und da fällt mir keine ein“, erklärt beispielsweise Lorenz Stiftl, Chef des Wirtshauses „Zum Spöckmeier“ in der Altstadt. „Wir leben schließlich in einer Demokratie – jeder Gast ist herzlich willkommen“, betont auch Peter Schmutzer vom Augustiner am Dom. Gleiches gilt unter anderem für das Paulaner im Tal, das Weisse Brauhaus oder den Alten Wirt in Moosach. Dessen Wirt Alexander Ewert bringt Frankenberger sogar Verständnis entgegen: „Schließlich hat ja nicht er entschieden, sondern das Volk.“ 

Demnächst entscheidet nun nicht das Volk, sondern das Gericht. Frankenbergers Anwalt Guido Gaudlitz ist sich jedenfalls sicher: Der Wirt Georg Heide habe seinen Mandanten diskriminiert und gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.   

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