Horror-Clowns in München

Kranke Komödianten

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Grusel-Clowns

Halloween könnte heuer besonders gruselig werden: Sogenannte Horror-Clowns haben Hochkonjunktur. Was die Polizei rät, wie echte Spaßmacher jetzt für ihren Beruf kämpfen.

Clown Alexis Tonito (kl. Foto: Circus Krone) vom Circus Krone ist entsetzt: „Ich bin in fünfter Generation Clown. Mein Ur­opa würde sich im Grab umdrehen, wenn er davon hörte.“ Mit „davon“ meint er die Grusel-Clowns, die erst in Amerika und nun auch hierzulande ihr Unwesen treiben – und damit dem Ansehen der Clowns schaden, so die Befürchtung der echten Spaßmacher. Denn mittlerweile bringt man den Clown eher mit den geschmacklosen und bisweilen illegalen Taten in Verbindung als mit lustigen und heiteren Gesellen. Deshalb werden jetzt die Berufsclowns – der Circus Krone beheimatet immerhin einige der weltbesten Clowns – aktiv. 

Mit Tonito Alexis an der Spitze haben sie sich bereit erklärt, bei entsprechenden Anfragen die „Anti-Clownangst-Kurse“ wieder aufleben zu lassen. Diese gab es zuletzt vor 30 Jahren, als Stephen King mit seinem Roman „Es“ für Angst und Schrecken in Sachen Clowns sorgte. Bei einem solchen Kurs würde man den Teilnehmern den Clown erst ungeschminkt zeigen und ihn dann vor aller Augen „verwandeln“. Die Nachfrage hält sich bisher zwar noch in Grenzen, die Verunsicherung unter der Bevölkerung ist aber schon jetzt groß. Auf sozialen Netzwerken und Nachrichtendiensten wie WhatsApp machen Kettenmails die Runde, in denen davor gewarnt wird, dass die Horror-Clowns an Halloween regelrechte Säuberungen planen würden – und alle verprügeln, die nachts auf den Straßen sind. Auch wenn das in jeder Hinsicht übertrieben ist: Entsprechende Masken sind aktuell nicht nur bei Horror- und Faschings-Läden, sondern auch in großen Kaufhausketten zu haben – und finden reißenden Absatz. Grund genug für die Polizei, schon im Vorfeld von Halloween zu warnen: „Auch bloßes Erschrecken kann eine Straftat sein.“ Welche Konsequenzen den miesen Clowns drohen, was die Polizei der Bevölkerung rät, lesen Sie hier. Marco Litzlbauer

Die Masche der Clowns

Mit hässlichen Clownsmasken getarnt lauern die Unbekannten in Tiefgaragen, Parkanlagen oder dunklen Gassen. Bewaffnet mit Vorschlaghammer, Axt oder Kettensäge erschrecken sie ihre Opfer – und filmen sich dabei. In Deutschland gab es zunächst viele Falschmeldungen über solche Vorfälle – zuletzt aber selbst in München bestätigte Fälle.

Das rät die Polizei:

Empfehlungen für die Bürger: Versuchen Sie, dem Clown aus dem Weg zu gehen und provozieren Sie ihn nicht. Wenn Sie verfolgt werden, rufen Sie die Polizei. Wenn Sie bedroht oder körperlich angegangen werden, fordern Sie Umstehende direkt zur Hilfe auf. Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige. Prägen Sie sich Tätermerkmale und die Flucht­richtung ein und stellen Sie sich der Polizei als Zeuge zur Verfügung. Greifen Sie nicht zur Selbstjustiz und versuchen Sie nicht, den Clown zu stellen. Verbreiten Sie keine Falschmeldungen zu Horrorclowns. Konsequenzen für die Täter: Eine versuchte Körperverletzung ist eine Straftat. Wer Menschen auch nur zum Schein mit Hammer, Messer oder sonstigen Gegenständen bedroht, muss mit Strafverfolgung rechnen. Vandalismus und Sachbeschädigung sind Straftaten. Ferner gab es Fälle, bei denen Clowns ihre Opfer in gefährliche Situationen im Straßenverkehr brachten. Auch diese werden konsequent strafrechtlich und straßenverkehrsrechtlich geahndet.

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